Zum Hauptinhalt springen

Ordner SiB, Schuljahr 2024/25, Nr 5, Juni 2025

SiB, Schuljahr 2024/25, Nr 5, Juni 2025

VIER ARTIKEL ALS LESEBROBE FINDEN SIE WEITER UNTEN. HIER DAS VORWORT ZU DIESER AUSGABE:

Liebe Leserin. lieber Leser,

in welcher Welt wollen wir leben, welche Welt wollen wir unseren Kindern hinterlassen – und wie können wir das beeinflussen?
Diese Frage stellen sich angesichts herausfordernder Neuigkeiten, die tagtäglich auf uns hereinprasseln, viele Menschen. 

Ob die Kriege in der Ukraine oder dem Gaza-Streifen, ob undemokratische Tendenzen in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern, ob Klimawandel oder Umweltzerstörung: Jeder bekommt diese Entwicklungen mit, lediglich die Wahrnehmung des eigenen Betroffen-Seins variiert. 

Viel konkreter, so scheint es, betreffen uns nicht die großen, weiter weg liegenden Dinge, sondern die Schwierigkeiten vor Ort: der Unterrichtsausfall; die gesperrte Sporthalle; das baufällige Schulgebäude. Für andere, denen diese Probleme nicht ganz so präsent sind, sind es vielleicht die mangelnde Digitalisierung, die lückenhafte Betreuung am Nachmittag oder Details der Schulreform, die ganz persönlich Auswirkungen haben. 

Gemein ist beiden Dimensionen die Relativierung. So nach dem Motto: „Deine Probleme möchte ich haben. Kommt der Krieg erst mal hierher, ist es auch egal, ob die Kinder Bücher oder ein iPad haben!“ Whataboutismus wird das neudeutsch genannt und bedeutet nichts anderes, als Sorgen und Nöte Einzelner kleinzureden und damit der (meist ausbleibenden) Problemlösung jegliche Priorität abzusprechen. 

Das ist aber gefährlich. Denn Probleme sind keine singulären Phänomene, sondern stehen in direkter Beziehung zu beeinflussbaren Ursachen und allen angehenden Konsequenzen. Und selbst wenn die unmittelbare Auswirkung einen nicht selbst betrifft – vielleicht tut es ja die mittelbare Auswirkung. Nicht heute oder morgen, dann aber eben übermorgen. 

Lehrkräftemangel gab es schon immer? Durch nicht erteilten Fachunterricht könnte vielleicht ein besonderes Talent weder entdeckt noch gefördert werden. Der Clown im Weißen Haus ist ein US-innenpolitisches Problem? Er macht antidemokratisches Handeln weltweit salonfähig und ohne Demokratie möchte ich mir eine Zukunft nicht vorstellen. 

Ob im Großen oder im Kleinen: Wachsam sein, aufmerksam die Vorgänge beobachten, sich an Debatten beteiligen und sich einbringen, um die richtige Lösung oder den richtigen Weg dahin ringen, das Gute bewahren und das nicht so Gute besser machen – das ist, was eine Gesellschaft voranbringt. Das erreicht man durch Beteiligung, durch Diskussion, durch Überzeugungsarbeit, durch Initiativen, kurz: durch eigenes Tun. Auf keinen Fall aber durch achselzuckendes Kopf-in-den-Sand-Stecken. 

Das sollten wir nie vergessen und auf allen Ebenen versuchen. Das sollten diejenigen, denen wir Bürgerinnen und Bürger alle paar Jahre das Mandat zur Macht geben, ermöglichen und fördern, nicht behindern. Denn es ist wichtig und existentiell – für eine lebenswerte Zukunft und damit
für unsere Kinder.

Sebastian Kölsch
Vorsitzender des 20. Landeselternbeirats

 

Dokumente

Einklappen Titel Datum Download
pdf Einmal hin – alles drin! (634 Downloads) Beliebt Download (pdf, 712 KB)
pdf Der (Selbst-)betrug (487 Downloads) Beliebt Download (pdf, 589 KB)
pdf Hochbegabten-Dilemma (515 Downloads) Beliebt Download (pdf, 530 KB)
pdf Entschuldigt fehlen (1628 Downloads) Beliebt Download (pdf, 493 KB)