Ordner SiB, Schuljahr 2024/25, Nr 6, Juli 2025
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Liebe Leserin. lieber Leser,
das alte Phänomen, dass als Kind ein Jahr scheinbar viel länger dauerte als heute, wo man erwachsen ist, schlägt dieser Tage wieder zu:
Schon wieder ist ein Schuljahr vorbei!?
Hirnforscher erklären dieses Empfinden mit der Tatsache, dass man als Kind viel mehr Neues erlebt und das Gehirn somit viel aktiver ist. Mehr Bilder, mehr Emotionen, mehr Erlerntes – das scheint dann ein längerer Zeitraum gewesen zu sein. Oder andersrum: Im Erwachsenenalter bringen Routine und Bekanntes den Mensch dazu, aufgrund der erlernten Formel „x neue Eindrücke = ein Jahr“ überrascht festzustellen, dass das Jahr schon rum ist, während die neuen Eindrücke noch bei 50% dahindümpeln.
Im Schulbereich war das zu Ende gehende Schuljahr dagegen ja eigentlich voll an neuen Eindrücken.
Die aufgrund Zeitmangels etwas hemdsärmlig eingeführte neue Grundschulempfehlung, die fehlende Rechtssicherheit dazu bis im Januar, der in Mathe misslungene Kompass 4, der erstmalige Potenzialtest, die Vorbereitungen auf das neue G9 und auf SprachFit, der Geldsegen für die Startchancen-Schulen:
Nein, langweilig geht in der Tat anders.
Auch der Landeselternbeirat konnte sich nicht über Arbeitsmangel beklagen. Neben den bereits erwähnten Ereignissen hielten intern vor allem zwei Themen in Atem: das Jubiläum „60 Jahre Landeselternbeirat“ und die 2026 anstehende Wahl zum 21. LEB.
Gerade die Vorbereitung auf den „Geburtstag“ brachte eine gehörige Ladung an neuen Eindrücken und Erkenntnissen mit sich, die insbesondere durch stundenlanges Schmökern in den bisherigen 57 Jahrgängen der „Schule im Blickpunkt“ befeuert wurden. Die wichtigste Erkenntnis: Bereits zu Beginn des Gremiums war eines der drängendsten Probleme der Lehrkräftemangel. Damals beruhte er zwar auf der fehlenden Bewilligung der benötigten Stellen und nicht auf den fehlenden Menschen. Die Tatsache, dass es heute an beiden Faktoren liegt, ist dabei nur ein schwacher Trost ...
Die zweite anstehende Herkulesaufgabe ist die Organisation der Wahlen zum 21. Landeselternbeirat. Dabei setzt der LEB sein wichtigstes Ziel um, das auf der Klausurtagung im April 2023 formuliert wurde:
Die Wahlen werden digital ablaufen.
Kein Elternbeirats-Vorsitzender und keine Kandidatin müssen mehr quer durch die Regierungsbezirke tingeln, um abzustimmen bzw. sich zur Wahl zu stellen. Die Hürden für Kandidatur und Stimmabgabe werden deutlich gesenkt, die öffentlichen Kandidierendenlisten ermöglichen eine Beratung über die Stimmabgabe in den örtlichen Elternbeiratsgremien.
Wir erhoffen uns dadurch einen deutlichen Schub an Transparenz und Partizipation – und der LEB wird somit für die nächsten 60 Jahre gestärkt. Über alles Wissenswerte rund um die Wahl informieren wir im kommenden Schuljahr.
Einstweilen wünsche ich erholsame, schöne Sommerferien: für alle Eltern, für alle Lehrkräfte und an Schule Beschäftigten und vor allem
für unsere Kinder.
Sebastian Kölsch
Vorsitzender des 20. Landeselternbeirats
