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pdf ... und Lernen macht Spaß

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So stärkt die Lernmethode DigitalSchoolStory unsere Kinder

Ein Beitrag von Nina I. Mülhens
Mitgründerin DigitalSchoolStory

Wir sehen es täglich: Die Kids schauen gebannt aufs Handy, doch wenn es um den Lernstoff geht, klinken sie sich aus. Lässt sich die Neugier, die wir online erleben, ins Klassenzimmer holen? Und wie können wir junge Menschen stark machen, zwischen Fakt und Fake zu unterscheiden?

Soziale Medien sind für viele Eltern und Lehrkräfte ein rotes Tuch, weil sie immer mehr Einfluss auf junge Menschen haben. Für einen mündigen Umgang mit den Plattformen setzt das gemeinnützige Bildungs-Start-up DigitalSchoolStory auf eine Methode, die die Begeisterung der Jugendlichen als Lernressource nutzt.

Lachen, laufende Kameras und ein „Lasst uns das probieren!“ In einer achten Klasse der Realschule ist der Spaß am Lernen spürbar. Die Jugendlichen entwickeln in selbstorganisierten Teams kurze Videos im Social-Media-Stil. Ein Kontrast zum Frontalunterricht. Und ein typisches Bild für die Arbeit mit der Lernmethode DigitalSchoolStory.

Sind unsere Kinder fit für eine unsichere Zukunft?

Draußen rasanter Wandel: KI, Communities, mediale Trends. In vielen Klassenzimmern dagegen: Arbeitsblätter, Einzelbenotung, Klausurmarathon. Frust und Zweifel kommen auf: „Hat das Gelernte überhaupt etwas mit meiner Zukunft zu tun?“

Gleichzeitig wächst der Druck auf Jugendliche, was die Zeit nach der Schule angeht: Berufsbilder ändern sich schneller als der Lehrplan. Unternehmen suchen kompetenten Nachwuchs, während Jugendliche oft orientierungslos sind, was ihre Zukunft angeht.

Wie kann Schule junge Menschen fit machen für eine unsichere Zukunft? Und das, ohne zu überfordern? Eine Antwort darauf liefert DigitalSchoolStory (DSS): eine Lernmethode, die Zukunftskompetenzen fördert und Spaß am Lernen weckt.

Raus aus der Konsumhaltung, rein ins Reflektieren und Ausprobieren!

DSS ist eine Lernmethode, bei der Jugendliche in selbstorganisierten Teams von vier bis sechs Schülerinnen und Schülern kurze Videos zu Unterrichtsthemen oder gesellschaftlichen Fragen produzieren. Die Videos erinnern an TikTok oder Instagram Reels, Formate, in die Jugendliche in ihrer Freizeit begeistert eintauchen. Das Entscheidende: Schülerinnen und Schüler gestalten selbst, statt zu konsumieren.

Sie überlegen im Team:

  • Wie erzählen wir ein Thema spannend und verständlich?
  • Welche Informationen brauchen wir dazu?
  • Wie werden Fakten eine Geschichte, die andere interessiert?

Dabei lernen sie nicht nur den Stoff selbst besser, sondern entwickeln nebenbei Fähigkeiten, die sie später dringend brauchen, die sogenannten 4K+Kompetenzen: Kreativität, Kollaboration, Kommunikation, kritisches Denken und Medienkompetenz. Wie wirksam die DSS-Methode diese Zukunftskompetenzen verankert, hat das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) wissenschaftlich bestätigt.

Warum ist das gerade jetzt wichtig?

1. Jugendliche verbringen viel Zeit im Netz – aber oft passiv

Studien zeigen: Jugendliche nutzen soziale Medien überwiegend konsumierend. Der nächste Clip kommt automatisch, die nächste Meinung gleich dazu. DSS dreht dieses Muster um: Jugendliche lernen, zu hinterfragen, selbst zu gestalten, Verantwortung zu übernehmen. Das sind Fähigkeiten, die im digitalen Alltag zählen.

2. Schule braucht neue Wege, die zum Lernen motivieren
Viele Jugendliche erleben den Unterricht als fern von ihrer Lebenswelt. DSS schlägt eine Brücke und zeigt ihnen, dass sie mit ihrer Sicht etwas Wertvolles beitragen. Lernen wird zu einem Prozess, der Spaß macht und Raum für Persönlichkeit und Teamentwicklung lässt.

3. Kreativität und kritisches Denken als Schlüssel im KI-Zeitalter
In einer Arbeitswelt, die sich durch KI rasant verändert, werden Fähigkeiten wie Innovations­fähigkeit, Problemlösen, kritisches Hinterfragen und Perspektivwechsel immer wichtiger. DSS trainiert diese Kompetenzen, unabhängig vom Thema.

4. Demokratiebildung und digitale Verantwortung für eine starke Gesellschaft
Hass im Netz, Fake News, Polarisierung. Wie können wir Jugendliche darauf vorbereiten, im Internet sicher und verantwortungsvoll unterwegs zu sein? Bei DSS lernen Jugendliche, wie sie Fakten prüfen, respektvoll und konstruktives Feedback geben und für ihre Sicht eintreten.

Wie läuft ein Projekt mit DigitalSchoolStory ab?

In kleinen Teams entwickeln Jugendliche über mehrere Wochen kurze Videos, von der Recherche über die Produktion bis zur Nachbearbeitung.

Entwickelt wurde die Methode für Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 – 13. Sie kann in jedem Fach eingesetzt werden sowie in der Berufsorientierung, der Demokratie- und Wertebildung. Inzwischen haben auch Hoch- und Berufsschulen die Methode in ihren Lehrplan integriert.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung führt durch die Umsetzung in drei Phasen.

Phase 1 („Connect & Condensate“):
Jedes Team bestimmt ein Thema, recherchiert eigenständig und entwirft den roten Faden.

Phase 2 („Collaborate & Co-Create“):
Das Team produziert mit einfachen Mitteln ein Kurzvideo. Dabei lernen die Jugendlichen, sich selbst zu organisieren und Feedback umzusetzen. Ein Highlight ist für viele, dass erfahrene Video-Stars (Creator) Tipps geben und Einblicke in die Mechanismen sozialer Netzwerke teilen.

Phase 3 („Consolidate & Communicate“):
Mit den Tipps im Blick verfeinern die Jugendlichen ihr Video, bevor sie das Ergebnis in der Klasse präsentieren.

Jetzt auch noch Videos im Klassenzimmer?

Verständlich, dass Eltern erst einmal fragen: „Ist das wirklich Lernen?“ Die Erfahrung zeigt: Jugendliche lernen auf diese Weise intensiver, nachhaltiger und mit mehr Freude.

Sie erleben:

  • Selbstwirksamkeit, Teamgeist und Eigenverantwortung
  • Medienkompetenz statt Medienkonsum
  • Respektvollen Umgang im Miteinander
  • Mut und Experimentierfreude

Eltern stellen fest, dass Jugendliche plötzlich begeistert über den Unterricht sprechen und stolz auf die eigene Arbeit sind. Schulen erleben, dass Motivation und Lernatmosphäre sich durch DSS verbessern und die Klassengemeinschaft gestärkt wird.

Gerade in Zeiten von politischen Unsicherheiten, technologischem Wandel und neuen Anforderungen in der Arbeitswelt brauchen Schulen Methoden, die junge Menschen stark machen, mitzugestalten. DigitalSchoolStory ist eine davon.

Lernen neu erleben und selbst gestalten

Die Methode verändert, wie Jugendliche Lernen erleben: als etwas, das sie selbst gestalten, das ihre Welt einbezieht, und das ihnen zeigt: „Ich kann etwas. Ich habe eine Stimme. Und meine Ideen zählen.“ Für viele Jugendliche ist das der wichtigste Lernschritt überhaupt.

Entwickelt wurde die Methode in einem Hackathon 2020. Seitdem macht der Ansatz Schule: Über 16.000 Jugendliche in allen Bundesländern haben bereits mit DSS ihre Kompetenzen gestärkt. Für ihr Wirken wurde die Organisation 2023 mit dem Corporate Digital Responsibility Award ausgezeichnet.

DigitalSchoolStory an die eigene Schule holen

Für Eltern, Schulen und Arbeitgeber in der Region bietet die Methode eine Chance, den Wandel des Lernens gemeinsam zu gestalten. Die Finanzierung erfolgt oft über die Fördervereine oder über Unternehmen in der Region. Als gemeinnütziges Start-up kooperiert DigitalSchoolStory zudem mit Stiftungen und Förderpartnern aus der Wirtschaft, die Projekte themenbezogen oder regional fördern, zum Beispiel in der Demokratiebildung.

 

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DigitalSchoolStory macht junge Menschen von reinen Social Media-Konsumenten zu aktiven Gestaltern im Netz. Mit Themenideen von Grundgesetzwissen und Faktenchecking über digitale Kompetenzen bis hin zu Sprachförderung oder Berufsorientierung: Neben der Idee, die Schülerinnen und Schüler ins Gestalten zu bringen, fördert ein Projekt mit DigitalSchoolStory auch „klassische“ Wissensvermittlung.
Auf der Website gibt es Praxisbesipiele und alle Infos, wie man an der eigenen Schule loslegt:
t1p.de/digitalschool

Zur Autorin
Nina Mülhens ist Geschäftsführerin und Mitgründerin der DigitalSchoolStory gGmbH. Mit ihrer Arbeit setzt sie sich dafür ein, Bildung zeitgemäß zu gestalten und Schülerinnen und Schülern eine starke Stimme in der digitalen Welt zu geben. Ihr Fokus liegt auf innovativen Lernformaten, die Kreativität, Medienkompetenz und unternehmerisches Denken fördern. Mit DigitalSchoolStory im hessischen Bad Homburg zeigt sie außerdem, dass Innovation auch außerhalb Berlins stattfindet …