pdf »Heutige Jugend« – gar nicht so verloren Beliebt
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Die „Generation Z“ in der Berufsorientierung
In einer Umfrage für eine Diplomarbeit wurde die „Generation Z“ (Jahrgänge 1995-2012) rund um Berufsorientierung befragt. Eltern können Jugendliche durch zunehmende Verantwortungsübernahme im täglichen Leben unterstützen, die notwendige Verantwortung bei der schwierigen Berufsorientierung und vor allem in der Ausbildung selbst besser zu meistern.
Zusammenfassend ein paar Ergebnisse
Der Druck zur biografischen Selbstoptimierung, gepaart mit den schier unzähligen Möglichkeiten an Berufsoptionen stresst Jugendliche oftmals und macht sie diesbezüglich orientierungslos. Der Beruf soll Sinnhaftigkeit, Selbstverwirklichung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Verdienst und vieles mehr in sich vereinen. Jugendliche möchten Gelegenheiten, sich auszuprobieren, um eigene Stärken und Schwächen kennenzulernen. Teilweise fehlt ihnen Freiraum für außerschulisches Engagement aufgrund hoher schulischer Anforderungen.
Hilfe zur Selbsthilfe
Die Hälfte der Befragten gab an, dass es am hilfreichsten für ihre Berufsorientierung war, eigene Erfahrungen zu sammeln. Sich mit Eltern und Freunden auszutauschen, die einen gut kennen und ebenso mit Personen, die den möglicherweise angestrebten Beruf bereits ausüben, wurde als hilfreich gewertet. Berufsorientierungsmessen sowie Informationen über die möglichen Berufe zu erhalten, wurde positiv gewertet. Für viele wa- ren die Angebote der Schulen hilfreich, es wurde aber noch mehr Unterstützung gewünscht. Für fast die Hälfte der Befragten brachten die Angebote der Agentur für Arbeit nichts oder nur wenig. Im Hinblick auf diverse Tests kam es stark auf die Qualität derselben an. Privates berufliches Coaching bewerteten jene, die sie in Anspruch nahmen, größtenteils sehr positiv und schätzten den neutralen Blick.
Probieren geht über Digitalisierung
Als „digital natives“, wie man die Gen-Zler auch nennt, die fast nie ohne digitale Endgeräte anzutreffen sind, bevorzugen sie hinsichtlich der Berufsorientierung mit je circa 40 % das persönliche Gespräch sowie das reale Ausprobieren. Feedback zu erhalten, zum Beispiel zu ihren eigenen Stärken und Schwächen, ist ihnen sehr wichtig. Wie könnte die Gen Z nun besser in ihrer beruflichen Orientierung unterstützt werden?
Der Weg ist das Ziel
Praktische Mithilfe in Schule, Familie, Haus und Garten verhilft den Jugendlichen dazu, eigene Fähigkeiten, Stärken und Schwächen zu erkennen und sie ggf. auszubauen. Die Sozialkompetenz kann dadurch ebenso gestärkt werden.
Durch den Ausbau schulischer Praktika-Optionen, die Kontakte zu ortsnahen Unternehmen und die Durchführung lokaler Berufsmessen entstehen weitere hilfreiche Verknüpfungen und Hilfestellungen. Individuelle Unterstützung wie berufliches Coaching, qualitativ gute Tests und klares, zeitnahes Feedback an die Jugendlichen versprechen gute Erfolge. Eine wichtige Zielsetzung sollte sein, junge Menschen bei zunehmender Übertragung von Verantwortung zu unterstützen, anstatt jegliche Verpflichtung von ihnen fernzuhalten, um dann mit Schulabschluss von ihnen zu erwarten, dass sie fortan selbstverantwortlich sämtliche Entscheidungen allein treffen können.
Zur Autorin
Simone Annerl-Birkenmaier ist Mutter zweier Teenager, Erzieherin, Sozialarbeiterin, Elternbeiratsvorsitzende, in der Jugendarbeit ehrenamtlich Engagierte, sowie Coach und Dozentin bei einem Bildungsträger für berufliche Orientierung. Vor diesem Hintergrund widmete sie sich im Rahmen ihrer Diplomarbeit zur betrieblichen Mentorin dem Thema der beruflichen Orientierung der „Generation Z“.
