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pdf Vor Bebenhausen: Ein Schulfrieden sieht anders aus Beliebt

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Zumeldung zu Berichten über Kolaitions-Einigung zu Schulreformen

Stuttgart, 30. April 2024. Das dem SWR vorliegende Eckpunktepapier hat es dem Vernehmen nach in sich. Von Eltern-Entmachtung ist hier die Rede, die Grundschulempfehlung solle wieder verbindlich werden.

„Uns ist nichts bekannt“, sagt LEB-Vorsitzender Sebastian Kölsch. „Aber wir sind ja auch »nur« Betroffene – die aktuellen Entscheidungen sind jedoch rein politischer Natur.“

Schon im Dezember hatte sich der Landeselternbeirat (LEB) dafür ausgesprochen, die weitere Ausgestaltung nach der Grundsatzentscheidung „Rückkehr zu G9“ in die Hand von Bildungsexperten und Betroffenen zu legen. Doch die Koalition hatte sich nach dem Auftakt zu Verhandlungen über eine „Bildungsallianz“ anders entschieden.

Die Vorverhandlungen innerhalb der Regierungskoalition mögen politisch sinnvoll sein, da Grüne und CDU bei manchen Punkten zumindest eigentlich meilenweit auseinander liegen. „Die angestrebte Bildungsallianz, eine Art baden-württembergischer Schulfrieden wird nicht erreicht, indem zwei Parteien zwei weiteren Parteien etwas Finalisiertes vorlegen“, ist Kölsch sich sicher. „Unser Ansinnen, die Entscheidungen aus der Hand der Politik in die Hände von Experten und Betroffenen zu geben, wird so natürlich auch nicht erfüllt – und das ist mehr als schade!“

Politisch motivierte Grundsatzentscheidungen haben auch in der Vergangenheit selten zu richtig guten Ergebnissen geführt. Sebastian Kölsch: „Dass nun, nachdem eine Elterninitiative den Stein des Anstoßes gab, ebendiese Eltern mit der Wiedereinführung einer verbindlichen Grundschulempfehlung entmündigt werden sollen, geht gar nicht!“

Der LEB hatte bereits am 20. Dezember 2023 Ideen präsentiert, wie die Grundschulempfehlung reformiert werden könne, um dem befürchteten Run auf die Gymnasien Herr zu werden. Außer dem Test an den Zielschulen scheint das aktuelle Koalitions-Vorhaben keinen der Impulse aufgenommen zu haben. „Wichtig ist uns, die Grundschulempfehlung auf validere Beine zu stellen und den empfehlenden Lehrkräften etwas an die Hand zu geben, das eine Vergleichbarkeit zulässt“, erklärt Kölsch die Idee hinter dem Grundschulempfehlungs-Impuls. „Denn es gibt nicht nur einige Eltern-Fehlentscheidungen, sondern auch zahlreiche Fehlempfehlungen aus den Grundschulen – beides muss angegangen werden durch bessere Richtlinien und mehr Information.“