pdf Schulstraßen und Schulzonen erhöhen die Sicherheit für Schülerinnen und Schüler Beliebt
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Zumeldung zur Landespressekonferenz »Schulstraße und Schulzonen«
Stuttgart, 28. August 2025 – Der Erlass des Verkehrsministeriums zur erleichterten Ausweisung von Schulstraße und Schulzonen durch die Kommunen ist ein wichtiger Schritt in Richtung Verkehrssicherheit rund um Baden-Württembergs Schulen.
„Viele Elternbeiräte im ganzen Land kämpfen seit vielen Jahren, teilweise leider vergeblich, für adäquate verkehrsberuhigende Maßnahmen im Schulumfeld. Die nun vorgestellte einheitliche und vereinfachte Möglichkeit ihrer Einrichtung wird hoffentlich von vielen Kommunen genutzt“, kommentiert der Vorsitzende des Landeselternbeirats (LEB), Sebastian Kölsch, den Erlass »Hinweise zur straßenverkehrsrechtlichen und straßenrechtlichen Umsetzung von Schulstraßen und Schulzonen«.
Gerade im Umfeld von Grundschulen führt motorisierter Verkehr oft zu gefährlichen Situationen. „Beobachten Eltern diese gefährlichen Situationen, neigen sie aus nachvollziehbaren Gründen dazu, ihre Kinder nicht mehr alleine zur Schule gehen zu lassen“, erklärt Kölsch: „Im schlimmsten Fall führt dies dann zu noch mehr motorisiertem Hol- und Bringverkehr, den berüchtigten sogenannten Elterntaxis. Zusammen mit dem Durchgangsverkehr, den mit Pkw pendelnden Lehrkräften und dem Schulbusverkehr führt dies dann zu teilweise chaotischen und gefährlichen Situationen.“
Für den Landeselternbeirat sind insbesondere die im Erlass genannten Hol- und Bringzonen von großer Bedeutung. „Gerade im ländlichen Raum ist die Erreichbarkeit mit dem ÖPNV oftmals nicht optimal und Wege schlicht zu lang für eine Erreichbarkeit der Schule zu Fuß oder mit dem Rad“, erläutert der LEB-Vorsitzende: „Manchmal sind Elterntaxis also die unausweichliche ultima ratio und ihre pauschale Verurteilung durch die Politik, die sich gleichzeitig um eine kostenfreie und lückenlose Schülerbeförderung wie in anderen Bundesländern drückt, ist ein wenig wohlfeil.“
Die Hol- und Bringzonen seien somit ein wichtiger Baustein, den manchmal notwendigen Privatverkehr zu ermöglichen. „Für die Kinder ist es aber auch gleichzeitig eine gute Erfahrung, die letzten 100 oder 200 Meter doch noch selbständig zurückzulegen. Niemand muss sein Kind bis direkt vor die Schultür fahren“, so Sebastian Kölsch.
Das vom Verkehrsministerium mit Innen- und Kultusministerium konzipierte Programm MOVERS begrüßt der LEB ausdrücklich. Es sei wichtig, in die Verkehrserziehung aller an Schule Beteiligter zu investieren. „Allen Eltern unserer kommenden Erstklasskinder empfehle ich ein gemeinsames Einüben eines möglichst selbstständigen Schulwegs und den raschen Übergang in eine komplette Eigenständigkeit, zum Beispiel gemeinsam mit den neuen Klassenkameradinnen und -kameraden“, rät der LEB-Vorsitzende.
An den allermeisten Grundschulen im Land sei deren Erreichbarkeit zu Fuß noch gegeben und der Schulweg aus psychologischen und gesundheitlichen Erwägungen gut: „Mit dem Beginn der Schulzeit entlassen Eltern ihre Kinder ein Stück weit in eine erste Stufe der Eigenständigkeit. Der selbst verantwortete Schulweg ist somit für Kinder auch ein wichtiges Zeichen dieses neuen Lebensabschnitts. Gleichzeitig ist die Bewegung und frische Luft vor der Schule auch förderlich für die Konzentration, ganz abgesehen von der allgemeinen gesundheitsförderlichen Wirkung“, so Kölsch.
