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       <title>Dokumente - Landeselternbeirat Baden-Württemberg</title>
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           <title>Tagesordnung 26.10.2026</title>
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           <media:title type="plain">Tagesordnung 26.10.2026</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<p>6. Sitzung des 21. Landeselternbeirats</p>]]></media:description>
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           <description><![CDATA[<p>6. Sitzung des 21. Landeselternbeirats</p>]]></description>
           <author>j.langer@ccml.de (Jürgen Langer)</author>
           <category>Tagesordnungen 2026</category>
           <pubDate>Tue, 13 Oct 2026 17:43:39 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Runder Tisch verpflichtendes und kostenfreies letztes Kindergarten Jahr</title>
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           <media:title type="plain">Runder Tisch verpflichtendes und kostenfreies letztes Kindergarten Jahr</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<p>Satement<br />Stuttgart, 29.09.2026</p>
<p>Sehr geehrter Herr Minister Jung,<br />sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>vielen Dank für die Einladung zu diesem Runden Tisch.<br />Der Landeselternbeirat begrüßt es sehr, dass hier so unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt werden – denn nur im Zusammenspiel von Trägern, Fachkräften und Elternvertretungen kann eine fachlich fundierte, breit getragene und praxistaugliche Lösung entstehen.</p>
<p>Wir diskutieren heute über ein Vorhaben, das auf den ersten Blick einfach klingt – ein kostenfreies, verbindliches Vorschuljahr für alle Kinder – und das bei genauerem Hinsehen fast jede Ebene unseres Bildungssystems berührt: die Kita, die Grundschule, die<br />Gesundheitsversorgung und nicht zuletzt die Familien selbst.</p>
<p><strong>Warum dieser Schritt sinnvoll erscheint</strong></p>
<p>Vier Gründe sprechen aus LEB -Sicht für ein solches verbindliches Kitajahr:</p>
<p>Erstens würde es die bereits stark ausgelasteten Juniorklassen spürbar entlasten.</p>
<p>Zweitens könnte es einer Ghettoisierung entgegenwirken. Viele mehrsprachige Kinder wachsen zu Hause mit ihrer Herkunftssprache auf und kommen – oft wegen Platzmangels – erst spät, mitunter erst mit fünf oder fünfeinhalb Jahren, in die Kita. Der Erwerb der deutschen Zweitsprache beginnt dann entsprechend spät.</p>
<p>Drittens ermöglicht ein früherer, professionellerer Zugang eine bessere Diagnostik: Welche Kinder haben besonderen Förderbedarf, wer braucht Sprachförderung, wer eher therapeutische Unterstützung? Das setzt allerdings eine enge Kooperation mit Gesundheitsä mtern und Fachpersonal aus Gesundheitsberufen voraus, um sprachentwicklungsverzögerte oder anders therapiebedürftige Kinder frühzeitig zu erkennen.</p>
<p>Viertens braucht es schlicht mehr Zeit und Struktur für die Zusammenarbeit zwischen Kita und Grundschule, damit der Übergang gelingt.</p>
<p><strong>Wo die Zweifel beginnen</strong></p>
<p>So überzeugend diese Argumente klingen, so viele offene Fragen wirft die konkrete Umsetzung auf.</p>
<p>Zunächst fehlt es vielerorts schon heute an Erzieherinnen und Erziehern – teilweise sogar an Kita -Plätzen selbst. Ein zusätzliches, verpflichtendes Jahr verschärft diesen Mangel, statt ihn zu lösen.</p>
<p>Auch ist unklar, was „verpflichtend“ konkret bedeuten soll. Genügt der Besuch einer Kita? Gibt es Alternativen? Und welche Konsequenzen hätte eine Nichtteilnahme – Ordnungsgeld, Jugendamt, im Zweifel sogar behördlicher Zwang? Das sind keine kleinen Verwalt ungsfragen, sondern berühren unmittelbar Familien und Kinder, etwa wenn Trennungsängste eine Rolle spielen.</p>
<p>Auch die Qualitätsfrage bleibt offen: Kleinere Gruppen, echte Sprachförderung, professionelle Verlaufsdiagnostik, Fortbildung der Fachkräfte – all das kostet Geld und Personal, das aktuell nicht vorhanden ist. Und ganz praktisch: Wo sollen die Räume dafür herkommen, wenn schon jetzt weder Kitas noch Schulen Platz für Differenzierungsangebote haben? Wird das Vorschuljahr wohnortnah organisiert, damit Kinder ihren sozialen Anschluss behalten – oder dort, wo zufällig Platz ist? Und wer finanziert und organisie rt dann den Transport?</p>
<p>Nicht zuletzt fehlt uns aktuell ein klarer Zeitplan: Wann werden die rechtlichen Grundlagen geschaffen, wann das Gesetz verabschiedet, wann beginnt die tatsächliche Umsetzung – und ist die Finanzierung über den Landeshaushalt überhaupt gesichert? Gibt es r ealistische Übergangsregelungen für Regionen mit besonders ausgeprägtem Fachkräftemangel?</p>
<p>Gehen wir noch weiter und stellen das Vorhaben grundsätzlich infrage. Das Argument: Ein strukturelles Problem der Grundschule – mangelnde Chancengleichheit, der Umgang mit unterschiedlichen Wissensständen, Personalmangel – würde damit einfach eine Ebene ti efer, in die Kita, verschoben. Dort fehlen aber schon jetzt auf allen Ebenen die Ressourcen. Hinzu kommt: Kita -Besuch ist heute freiwillig, eine Anwesenheitspflicht müsste also erst aufgebaut und kontrolliert werden. Und schon jetzt gibt es in der Praxis k aum eine „echte" Vorschule mit gezielter Sprachförderung – meist blieben es gemeinsame Projekte und wenige Kooperationsstunden mit der Grundschullehrerin, die eher der Einschätzung als der Förderung der Kinder dienten.</p>
<p><strong>Unser Fazit</strong></p>
<p>Sprachliche Förderung: eine gute Idee. Vorbereitung auf die Schule: ebenfalls. Bei der emotionalen und sozialen Entwicklung der Kinder sind wir zurückhaltender – hier sehen wir weder Kita noch Grundschule aktuell ausreichend aufgestellt, insbesondere wenn feste Altersgrenzen individueller Reife keinen Raum mehr lassen.</p>
<p>Am Ende steht und fällt dieses Vorhaben mit einem einzigen Wort: Qualität. Und Qualität bedeutet hier ganz konkret: zusätzliches Personal, auskömmliche Finanzierung und eine gut verzahnte Zusammenarbeit zwischen Kita und Grundschule. Ohne diese drei Voraus setzungen bleibt das verbindliche Vorschuljahr eine gute Absicht – auf dem Rücken der Kinder, die am Ende die Leidtragenden wären, wenn Räume, Konzepte und Personal fehlen.</p>
<p>Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit!</p>]]></media:description>
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           <description><![CDATA[<p>Satement<br />Stuttgart, 29.09.2026</p>
<p>Sehr geehrter Herr Minister Jung,<br />sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>vielen Dank für die Einladung zu diesem Runden Tisch.<br />Der Landeselternbeirat begrüßt es sehr, dass hier so unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt werden – denn nur im Zusammenspiel von Trägern, Fachkräften und Elternvertretungen kann eine fachlich fundierte, breit getragene und praxistaugliche Lösung entstehen.</p>
<p>Wir diskutieren heute über ein Vorhaben, das auf den ersten Blick einfach klingt – ein kostenfreies, verbindliches Vorschuljahr für alle Kinder – und das bei genauerem Hinsehen fast jede Ebene unseres Bildungssystems berührt: die Kita, die Grundschule, die<br />Gesundheitsversorgung und nicht zuletzt die Familien selbst.</p>
<p><strong>Warum dieser Schritt sinnvoll erscheint</strong></p>
<p>Vier Gründe sprechen aus LEB -Sicht für ein solches verbindliches Kitajahr:</p>
<p>Erstens würde es die bereits stark ausgelasteten Juniorklassen spürbar entlasten.</p>
<p>Zweitens könnte es einer Ghettoisierung entgegenwirken. Viele mehrsprachige Kinder wachsen zu Hause mit ihrer Herkunftssprache auf und kommen – oft wegen Platzmangels – erst spät, mitunter erst mit fünf oder fünfeinhalb Jahren, in die Kita. Der Erwerb der deutschen Zweitsprache beginnt dann entsprechend spät.</p>
<p>Drittens ermöglicht ein früherer, professionellerer Zugang eine bessere Diagnostik: Welche Kinder haben besonderen Förderbedarf, wer braucht Sprachförderung, wer eher therapeutische Unterstützung? Das setzt allerdings eine enge Kooperation mit Gesundheitsä mtern und Fachpersonal aus Gesundheitsberufen voraus, um sprachentwicklungsverzögerte oder anders therapiebedürftige Kinder frühzeitig zu erkennen.</p>
<p>Viertens braucht es schlicht mehr Zeit und Struktur für die Zusammenarbeit zwischen Kita und Grundschule, damit der Übergang gelingt.</p>
<p><strong>Wo die Zweifel beginnen</strong></p>
<p>So überzeugend diese Argumente klingen, so viele offene Fragen wirft die konkrete Umsetzung auf.</p>
<p>Zunächst fehlt es vielerorts schon heute an Erzieherinnen und Erziehern – teilweise sogar an Kita -Plätzen selbst. Ein zusätzliches, verpflichtendes Jahr verschärft diesen Mangel, statt ihn zu lösen.</p>
<p>Auch ist unklar, was „verpflichtend“ konkret bedeuten soll. Genügt der Besuch einer Kita? Gibt es Alternativen? Und welche Konsequenzen hätte eine Nichtteilnahme – Ordnungsgeld, Jugendamt, im Zweifel sogar behördlicher Zwang? Das sind keine kleinen Verwalt ungsfragen, sondern berühren unmittelbar Familien und Kinder, etwa wenn Trennungsängste eine Rolle spielen.</p>
<p>Auch die Qualitätsfrage bleibt offen: Kleinere Gruppen, echte Sprachförderung, professionelle Verlaufsdiagnostik, Fortbildung der Fachkräfte – all das kostet Geld und Personal, das aktuell nicht vorhanden ist. Und ganz praktisch: Wo sollen die Räume dafür herkommen, wenn schon jetzt weder Kitas noch Schulen Platz für Differenzierungsangebote haben? Wird das Vorschuljahr wohnortnah organisiert, damit Kinder ihren sozialen Anschluss behalten – oder dort, wo zufällig Platz ist? Und wer finanziert und organisie rt dann den Transport?</p>
<p>Nicht zuletzt fehlt uns aktuell ein klarer Zeitplan: Wann werden die rechtlichen Grundlagen geschaffen, wann das Gesetz verabschiedet, wann beginnt die tatsächliche Umsetzung – und ist die Finanzierung über den Landeshaushalt überhaupt gesichert? Gibt es r ealistische Übergangsregelungen für Regionen mit besonders ausgeprägtem Fachkräftemangel?</p>
<p>Gehen wir noch weiter und stellen das Vorhaben grundsätzlich infrage. Das Argument: Ein strukturelles Problem der Grundschule – mangelnde Chancengleichheit, der Umgang mit unterschiedlichen Wissensständen, Personalmangel – würde damit einfach eine Ebene ti efer, in die Kita, verschoben. Dort fehlen aber schon jetzt auf allen Ebenen die Ressourcen. Hinzu kommt: Kita -Besuch ist heute freiwillig, eine Anwesenheitspflicht müsste also erst aufgebaut und kontrolliert werden. Und schon jetzt gibt es in der Praxis k aum eine „echte" Vorschule mit gezielter Sprachförderung – meist blieben es gemeinsame Projekte und wenige Kooperationsstunden mit der Grundschullehrerin, die eher der Einschätzung als der Förderung der Kinder dienten.</p>
<p><strong>Unser Fazit</strong></p>
<p>Sprachliche Förderung: eine gute Idee. Vorbereitung auf die Schule: ebenfalls. Bei der emotionalen und sozialen Entwicklung der Kinder sind wir zurückhaltender – hier sehen wir weder Kita noch Grundschule aktuell ausreichend aufgestellt, insbesondere wenn feste Altersgrenzen individueller Reife keinen Raum mehr lassen.</p>
<p>Am Ende steht und fällt dieses Vorhaben mit einem einzigen Wort: Qualität. Und Qualität bedeutet hier ganz konkret: zusätzliches Personal, auskömmliche Finanzierung und eine gut verzahnte Zusammenarbeit zwischen Kita und Grundschule. Ohne diese drei Voraus setzungen bleibt das verbindliche Vorschuljahr eine gute Absicht – auf dem Rücken der Kinder, die am Ende die Leidtragenden wären, wenn Räume, Konzepte und Personal fehlen.</p>
<p>Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit!</p>]]></description>
           <author>j.langer@ccml.de (Jürgen Langer)</author>
           <category>Presse</category>
           <pubDate>Wed, 30 Sep 2026 10:19:54 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Was Schülerinnen und Schüler fordern, fordern Eltern schon lange</title>
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           <media:title type="plain">Was Schülerinnen und Schüler fordern, fordern Eltern schon lange</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<p>Zumeldung zur LPK des Landesschülerbeirats<br />Stuttgart, 16.09.2026</p>
<ul>
<li>Kostenfreie Schülerbeförderung als gemeinsame Forderung</li>
<li>Schulsozialarbeit und Schulpsychologie ausbauen</li>
<li>Mitbestimmung stärken – vor den Entscheidungen</li>
</ul>
<p>Der Landeselternbeirat (LEB) begrüßt den heute vorgestellten Offenen Brief des Landesschülerbeirats (LSBR) zum Schuljahr 2026/27. In zentralen Punkten decken sich die Forderungen mit Positionen, die der LEB seit Jahren vertritt. „Wenn Schülerinnen und Schüler und Eltern unabhängig voneinander zu denselben Forderungen kommen, sollte die Politik sehr genau hinhören“, erklärt Vanessa Scholz, Vorsitzende des LEB.</p>
<p>Das gilt zuerst für die kostenfreie Schülerbeförderung. Bereits in seinem Offenen Brief vom 31. März 2026 hat der LEB an diese jahrzehntealte Elternforderung erinnert: Gilt ein Unfall auf dem Schulweg als Schulunfall, muss auch die notwendige Fahrt mit Bus und Bahn kostenfrei sein. „Schule ist Pflicht – und was Pflicht ist, muss kostenfrei sein. Das gilt für die Lektüre genauso wie für das Busticket“, so Scholz.</p>
<p>Das kostenfreie letzte Kindergartenjahr begrüßen LEB und LSBR gleichermaßen – als richtigen Schritt, der konsequent weitergedacht werden muss.</p>
<p>Einig sind sich LEB und LSBR auch beim Personal: Schulsozialarbeit und Schulpsychologie gehören fest in den Schulalltag und müssen auskömmlich finanziert sein, auch an Schulen unter freier Trägerschaft. Das hat der LEB im Bildungspolitischen Hausaufgabenheft vom November 2025 gefordert und im Juli gemeinsam mit dem LSBR bekräftigt – zur<br />Ulmer Social-Media-Studie ebenso wie zum BaWü-Check. „Diese Fachkräfte dürfen nicht erst kommen, wenn es brennt. Wer hier kürzt, zahlt später einen viel höheren Preis“, betont Scholz.</p>
<p>Zur psychischen Gesundheit gehört auch, unnötigen Leistungsdruck aus dem System zu nehmen. Besonders spürbar ist er beim Übergang auf die weiterführende Schule: Für Navi4 BW hat der LEB deshalb eine klare Reihenfolge vorgeschlagen – erst die pädagogische Gesamtwürdigung und das Gespräch mit den Eltern, danach Kompass 4 und Potenzialtest. Das würde Kindern und Familien viel Druck nehmen.</p>
<p>Auch bei der Demokratiebildung ziehen Eltern und Schülerschaft an einem Strang: Politische Bildung darf nicht allein Sache der Gemeinschaftskunde sein, schulische Demokratie gehört verpflichtend in die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften und Schulleitungen.</p>
<p>Die Forderung, die Schulkonferenz tatsächlich zum obersten Gremium zu machen, unterstützt der LEB nachdrücklich. Zuletzt wurde ihre Entscheidungshoheit bei der Umwandlung von Grundschulen in Ganztagsgrundschulen beschnitten. Ebenso begrüßt der LEB, die Beratungsgremien des Kultusministeriums stärker in die Arbeit des Bildungsausschusses einzubinden. „Beteiligung ist kein Feigenblatt. Eltern, Schülerinnen und Schüler müssen gehört werden, bevor entschieden wird – nicht erst, wenn die Paragrafen längst geschrieben sind“, erklärt Scholz.</p>
<p>Der LEB appelliert an die Landesregierung und Kultusminister Andreas Jung, die gemeinsamen Anliegen zum Maßstab für das neue Schuljahr zu machen. „Der Landesschülerbeirat will die Bildungspolitik am Schuljahresende benoten. Wir Eltern werden ebenso genau hinschauen, ob aus Ankündigungen Taten werden und die politischen Hausaufgaben gemacht sind“, so Scholz abschließend.</p>
<p><strong>Für unsere Kinder</strong>.</p>]]></media:description>
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<ul>
<li>Kostenfreie Schülerbeförderung als gemeinsame Forderung</li>
<li>Schulsozialarbeit und Schulpsychologie ausbauen</li>
<li>Mitbestimmung stärken – vor den Entscheidungen</li>
</ul>
<p>Der Landeselternbeirat (LEB) begrüßt den heute vorgestellten Offenen Brief des Landesschülerbeirats (LSBR) zum Schuljahr 2026/27. In zentralen Punkten decken sich die Forderungen mit Positionen, die der LEB seit Jahren vertritt. „Wenn Schülerinnen und Schüler und Eltern unabhängig voneinander zu denselben Forderungen kommen, sollte die Politik sehr genau hinhören“, erklärt Vanessa Scholz, Vorsitzende des LEB.</p>
<p>Das gilt zuerst für die kostenfreie Schülerbeförderung. Bereits in seinem Offenen Brief vom 31. März 2026 hat der LEB an diese jahrzehntealte Elternforderung erinnert: Gilt ein Unfall auf dem Schulweg als Schulunfall, muss auch die notwendige Fahrt mit Bus und Bahn kostenfrei sein. „Schule ist Pflicht – und was Pflicht ist, muss kostenfrei sein. Das gilt für die Lektüre genauso wie für das Busticket“, so Scholz.</p>
<p>Das kostenfreie letzte Kindergartenjahr begrüßen LEB und LSBR gleichermaßen – als richtigen Schritt, der konsequent weitergedacht werden muss.</p>
<p>Einig sind sich LEB und LSBR auch beim Personal: Schulsozialarbeit und Schulpsychologie gehören fest in den Schulalltag und müssen auskömmlich finanziert sein, auch an Schulen unter freier Trägerschaft. Das hat der LEB im Bildungspolitischen Hausaufgabenheft vom November 2025 gefordert und im Juli gemeinsam mit dem LSBR bekräftigt – zur<br />Ulmer Social-Media-Studie ebenso wie zum BaWü-Check. „Diese Fachkräfte dürfen nicht erst kommen, wenn es brennt. Wer hier kürzt, zahlt später einen viel höheren Preis“, betont Scholz.</p>
<p>Zur psychischen Gesundheit gehört auch, unnötigen Leistungsdruck aus dem System zu nehmen. Besonders spürbar ist er beim Übergang auf die weiterführende Schule: Für Navi4 BW hat der LEB deshalb eine klare Reihenfolge vorgeschlagen – erst die pädagogische Gesamtwürdigung und das Gespräch mit den Eltern, danach Kompass 4 und Potenzialtest. Das würde Kindern und Familien viel Druck nehmen.</p>
<p>Auch bei der Demokratiebildung ziehen Eltern und Schülerschaft an einem Strang: Politische Bildung darf nicht allein Sache der Gemeinschaftskunde sein, schulische Demokratie gehört verpflichtend in die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften und Schulleitungen.</p>
<p>Die Forderung, die Schulkonferenz tatsächlich zum obersten Gremium zu machen, unterstützt der LEB nachdrücklich. Zuletzt wurde ihre Entscheidungshoheit bei der Umwandlung von Grundschulen in Ganztagsgrundschulen beschnitten. Ebenso begrüßt der LEB, die Beratungsgremien des Kultusministeriums stärker in die Arbeit des Bildungsausschusses einzubinden. „Beteiligung ist kein Feigenblatt. Eltern, Schülerinnen und Schüler müssen gehört werden, bevor entschieden wird – nicht erst, wenn die Paragrafen längst geschrieben sind“, erklärt Scholz.</p>
<p>Der LEB appelliert an die Landesregierung und Kultusminister Andreas Jung, die gemeinsamen Anliegen zum Maßstab für das neue Schuljahr zu machen. „Der Landesschülerbeirat will die Bildungspolitik am Schuljahresende benoten. Wir Eltern werden ebenso genau hinschauen, ob aus Ankündigungen Taten werden und die politischen Hausaufgaben gemacht sind“, so Scholz abschließend.</p>
<p><strong>Für unsere Kinder</strong>.</p>]]></description>
           <author>j.langer@ccml.de (Jürgen Langer)</author>
           <category>Presse</category>
           <pubDate>Wed, 30 Sep 2026 10:09:21 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Hitzeschutz: nur sagen oder auch handeln?</title>
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           <media:title type="plain">Hitzeschutz: nur sagen oder auch handeln?</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<p>Stuttgart, den 27. August 2026 | PM</p>
<p>Das <strong>Versagen</strong> der Klimapolitik haben die Schülerinnen und Schüler dieses Jahr in ihren Klassenzimmern gespürt. Das darf sich nicht wiederholen.<br /><strong>Bündnis90/Die Grüne</strong> fordert das auch auf Bundesebene aus der Opposition heraus. Hier im Land müssen sie zeigen, dass sie nicht nur aus der Opposition fordern, sondern auch in der Regierung handeln können.</p>
<p>Der LSBR und der LEB fordern die von der Koalition beschlossene <strong>Klimamilliarde</strong> zu einem großen Teil in Schulen zu investieren.<br />Die Grünen haben <strong>10</strong> Jahre lang den Finanzminister und <strong>5</strong> Jahre lang die Kultusministerin gestellt. Unsere Schulen können der Klimakrise heute nicht standhalten.</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Die Klimamilliarde muss eingeschult werden. Und die Landespolitik muss beweisen, dass sie sechs Monate nach hinten schauen und sechs Monate nach vorne denken kann.“– Jenna Fink, Pressesprecherin des LSBR</p>
<p>Außerdem fordert der LSBR und LEB für die Schulen ein <strong>Landes-Hitzeschutzkonzept</strong>, an dessen Erarbeitung die Betroffenen beteiligt sein müssen. Bis Februar 2027 soll das Konzept erstellt sein, damit die notwendigen Maßnahmen rechtzeitig im Sommer 2027 an den Schulen umgesetzt werden können.</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Schule muss klimaresilient neu gedacht werden, Schülerinnen und Schüler brauchen eine Lernumgebung, die zu jeder Jahreszeit funktioniert. Das ist auch eine Frage der Gerechtigkeit: Was für Beschäftigte an Schulen längst gilt, muss auch für Kinder und Jugendliche gelten. Wir fordern, dass die von der Koalition beschlossene Klimamilliarde für die Kommunen so schnell wie möglich auch bei den Schulen ankommt. Klimaresiliente Schulgebäude dulden keinen Aufschub bis 2027 – Kinder brauchen jetzt eine Lernumgebung, die sie vor Hitze schützt.“ – <strong>Vaness Scholz, Vorsitzende</strong> des LEB</p>]]></media:description>
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<p>Das <strong>Versagen</strong> der Klimapolitik haben die Schülerinnen und Schüler dieses Jahr in ihren Klassenzimmern gespürt. Das darf sich nicht wiederholen.<br /><strong>Bündnis90/Die Grüne</strong> fordert das auch auf Bundesebene aus der Opposition heraus. Hier im Land müssen sie zeigen, dass sie nicht nur aus der Opposition fordern, sondern auch in der Regierung handeln können.</p>
<p>Der LSBR und der LEB fordern die von der Koalition beschlossene <strong>Klimamilliarde</strong> zu einem großen Teil in Schulen zu investieren.<br />Die Grünen haben <strong>10</strong> Jahre lang den Finanzminister und <strong>5</strong> Jahre lang die Kultusministerin gestellt. Unsere Schulen können der Klimakrise heute nicht standhalten.</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Die Klimamilliarde muss eingeschult werden. Und die Landespolitik muss beweisen, dass sie sechs Monate nach hinten schauen und sechs Monate nach vorne denken kann.“– Jenna Fink, Pressesprecherin des LSBR</p>
<p>Außerdem fordert der LSBR und LEB für die Schulen ein <strong>Landes-Hitzeschutzkonzept</strong>, an dessen Erarbeitung die Betroffenen beteiligt sein müssen. Bis Februar 2027 soll das Konzept erstellt sein, damit die notwendigen Maßnahmen rechtzeitig im Sommer 2027 an den Schulen umgesetzt werden können.</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Schule muss klimaresilient neu gedacht werden, Schülerinnen und Schüler brauchen eine Lernumgebung, die zu jeder Jahreszeit funktioniert. Das ist auch eine Frage der Gerechtigkeit: Was für Beschäftigte an Schulen längst gilt, muss auch für Kinder und Jugendliche gelten. Wir fordern, dass die von der Koalition beschlossene Klimamilliarde für die Kommunen so schnell wie möglich auch bei den Schulen ankommt. Klimaresiliente Schulgebäude dulden keinen Aufschub bis 2027 – Kinder brauchen jetzt eine Lernumgebung, die sie vor Hitze schützt.“ – <strong>Vaness Scholz, Vorsitzende</strong> des LEB</p>]]></description>
           <author>j.langer@ccml.de (Jürgen Langer)</author>
           <category>Presse</category>
           <pubDate>Wed, 30 Sep 2026 09:55:04 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Angst- und Schlafprobleme halbiert – Politik muss jetzt handeln</title>
           <link>https://leb-bw.de/infos-downloads/presse/1096-angst-und-schlafprobleme-halbiert-politik-muss-jetzt-handeln?format=html</link>
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           <media:title type="plain">Angst- und Schlafprobleme halbiert – Politik muss jetzt handeln</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<p>Ulmer Social-Media-Detox-Studie zeigt deutliche gesundheitliche Effekte – LEB und LSBR fordern konkrete politische Schritte</p>
<p>Schon eine vierwöchige Reduktion der Social-Media-Nutzung verbessert die psychische Gesundheit junger Menschen deutlich: Das zeigen die heute vorgestellten Zwischenergebnisse der Social-Media-Detox-Studie des Universitätsklinikums Ulm (UKU), gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung – und finden bundesweit mediales Echo. In der Gruppe, die ihre Nutzung auf eine Stunde täglich begrenzte, sank der Anteil klinisch relevanter depressiver Symptome von 41 auf 21 Prozent, Angstsymptome halbierten sich von 34 auf 17 Prozent, und Schlafprobleme gingen von 22 auf 12 Prozent zurück. Studienleiter Prof. Dr. Jörg M. Fegert präsentierte die Ergebnisse der Studie mit 131 Teilnehmenden (16–29 Jahre) beim „Baden-Württemberg Breakfast Briefing“ in Stuttgart. „Unsere Studie liefert erste Hinweise darauf, dass bereits eine zeitweise Reduktion der Social-Media-Nutzung positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit junger Menschen haben kann. Umso wichtiger ist es, junge Menschen langfristig zu unterstützen und aktiv einzubeziehen, statt nur über sie zu sprechen“, betonte Fegert.</p>
<p>Vanessa Scholz (LEB) und Johannes Stahl (LSBR) nahmen gestern selbst am Expertengespräch in Stuttgart teil. Der Landeselternbeirat Baden-Württemberg (LEB) und der Landesschülerbeirat Baden-Württemberg (LSBR) sehen darin ein klares Signal: Die Politik hat jetzt das gesundheitliche Handwerkszeug, um zu handeln – und muss es schnell nutzen. Für LEB-Vorsitzende Vanessa Scholz ist klar, wo konkret angesetzt werden muss: „Die Politik muss jetzt sehr schnell handeln – gemeinsam mit allen Akteuren, allen voran den Jugendlichen selbst. Die Verantwortung darf nicht allein bei den Schulen abgeladen werden, denn wir brauchen Angebote für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen – auch für die, die nicht mehr in der Schule sind. Genau hier spielen die Jugendbeteiligung und ihre Finanzierung eine große Rolle: Weil dort ebenso wie bei der Schulsozialarbeit gekürzt wird, fehlen aber genau die Ressourcen, die es dafür bräuchte – hier muss die Politik&nbsp;gegensteuern. Auch die Eltern spielen als Vorbilder eine große Rolle: Sie müssen mitgenommen und niederschwellig informiert werden - das muss möglich gemacht werden. Ebenso wichtig: Die Anbieter sozialer Medien müssen in die Pflicht genommen werden, eine Umkehr der Beweislast ist unerlässlich“, so Scholz.</p>
<p>Ausdrücklich dankte Scholz zugleich Prof. Fegert und der Baden-Württemberg Stiftung für die Studie, „die der Politik nun endlich belastbare Erkenntnisse liefert, auf deren Grundlage sie handeln kann und muss“. Auch der Landesschülerbeirat mahnt, dass Verbote allein nicht ausreichen: „Der Erfolg dieser Studie zeigt: Wer Lösungen für Jugendliche finden will, muss sie mit Jugendlichen suchen. Und klar muss sein: Social-Media-Verbote aller Art sind niemals mehr als ein Pflaster auf einer Platzwunde, die nur durch Regulation von Social-Media-Algorithmen heilen kann“, so Johannes Stahl, Vorsitzender des Landesschülerbeirats Baden-Württemberg.</p>
<p>LEB und LSBR appellieren gemeinsam an die Politik, die gesundheitlichen Befunde jetzt zügig in Maßnahmen zu übersetzen: eine Umkehr der Beweislast bei den Anbietern sozialer Medien, verlässliche Finanzierung statt Kürzungen bei Schulsozialarbeit und Jugendbeteiligung, Angebote für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen – auch außerhalb der Schule –, niederschwellige Informationsangebote für Eltern als wichtige Vorbilder, sowie die Einbindung der Jugendlichen selbst in die Lösungsfindung.</p>]]></media:description>
                      <guid isPermaLink="true">https://leb-bw.de/infos-downloads/presse/1096-angst-und-schlafprobleme-halbiert-politik-muss-jetzt-handeln?format=html</guid>
           <description><![CDATA[<p>Ulmer Social-Media-Detox-Studie zeigt deutliche gesundheitliche Effekte – LEB und LSBR fordern konkrete politische Schritte</p>
<p>Schon eine vierwöchige Reduktion der Social-Media-Nutzung verbessert die psychische Gesundheit junger Menschen deutlich: Das zeigen die heute vorgestellten Zwischenergebnisse der Social-Media-Detox-Studie des Universitätsklinikums Ulm (UKU), gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung – und finden bundesweit mediales Echo. In der Gruppe, die ihre Nutzung auf eine Stunde täglich begrenzte, sank der Anteil klinisch relevanter depressiver Symptome von 41 auf 21 Prozent, Angstsymptome halbierten sich von 34 auf 17 Prozent, und Schlafprobleme gingen von 22 auf 12 Prozent zurück. Studienleiter Prof. Dr. Jörg M. Fegert präsentierte die Ergebnisse der Studie mit 131 Teilnehmenden (16–29 Jahre) beim „Baden-Württemberg Breakfast Briefing“ in Stuttgart. „Unsere Studie liefert erste Hinweise darauf, dass bereits eine zeitweise Reduktion der Social-Media-Nutzung positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit junger Menschen haben kann. Umso wichtiger ist es, junge Menschen langfristig zu unterstützen und aktiv einzubeziehen, statt nur über sie zu sprechen“, betonte Fegert.</p>
<p>Vanessa Scholz (LEB) und Johannes Stahl (LSBR) nahmen gestern selbst am Expertengespräch in Stuttgart teil. Der Landeselternbeirat Baden-Württemberg (LEB) und der Landesschülerbeirat Baden-Württemberg (LSBR) sehen darin ein klares Signal: Die Politik hat jetzt das gesundheitliche Handwerkszeug, um zu handeln – und muss es schnell nutzen. Für LEB-Vorsitzende Vanessa Scholz ist klar, wo konkret angesetzt werden muss: „Die Politik muss jetzt sehr schnell handeln – gemeinsam mit allen Akteuren, allen voran den Jugendlichen selbst. Die Verantwortung darf nicht allein bei den Schulen abgeladen werden, denn wir brauchen Angebote für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen – auch für die, die nicht mehr in der Schule sind. Genau hier spielen die Jugendbeteiligung und ihre Finanzierung eine große Rolle: Weil dort ebenso wie bei der Schulsozialarbeit gekürzt wird, fehlen aber genau die Ressourcen, die es dafür bräuchte – hier muss die Politik&nbsp;gegensteuern. Auch die Eltern spielen als Vorbilder eine große Rolle: Sie müssen mitgenommen und niederschwellig informiert werden - das muss möglich gemacht werden. Ebenso wichtig: Die Anbieter sozialer Medien müssen in die Pflicht genommen werden, eine Umkehr der Beweislast ist unerlässlich“, so Scholz.</p>
<p>Ausdrücklich dankte Scholz zugleich Prof. Fegert und der Baden-Württemberg Stiftung für die Studie, „die der Politik nun endlich belastbare Erkenntnisse liefert, auf deren Grundlage sie handeln kann und muss“. Auch der Landesschülerbeirat mahnt, dass Verbote allein nicht ausreichen: „Der Erfolg dieser Studie zeigt: Wer Lösungen für Jugendliche finden will, muss sie mit Jugendlichen suchen. Und klar muss sein: Social-Media-Verbote aller Art sind niemals mehr als ein Pflaster auf einer Platzwunde, die nur durch Regulation von Social-Media-Algorithmen heilen kann“, so Johannes Stahl, Vorsitzender des Landesschülerbeirats Baden-Württemberg.</p>
<p>LEB und LSBR appellieren gemeinsam an die Politik, die gesundheitlichen Befunde jetzt zügig in Maßnahmen zu übersetzen: eine Umkehr der Beweislast bei den Anbietern sozialer Medien, verlässliche Finanzierung statt Kürzungen bei Schulsozialarbeit und Jugendbeteiligung, Angebote für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen – auch außerhalb der Schule –, niederschwellige Informationsangebote für Eltern als wichtige Vorbilder, sowie die Einbindung der Jugendlichen selbst in die Lösungsfindung.</p>]]></description>
           <author>j.langer@ccml.de (Jürgen Langer)</author>
           <category>Presse</category>
           <pubDate>Fri, 24 Jul 2026 16:35:27 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>BaWü-Check: Landeselternbeirat und Landesschülerbeirat Baden-Württemberg unterstützen Forderungen des VBE vollumfänglich</title>
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           <media:title type="plain">BaWü-Check: Landeselternbeirat und Landesschülerbeirat Baden-Württemberg unterstützen Forderungen des VBE vollumfänglich</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<p>Der Landeselternbeirat (LEB) und der Landesschülerbeirat (LSBR) Baden-Württemberg, zwei der offiziellen Gremien zur Beratung des Kultusministeriums, geben gemeinsam zur gestrigen Zumeldung des VBE Baden-Württemberg zu den Ergebnissen des aktuellen BaWü-Checks folgende gemeinsame Zumeldung ab: Wir schließen uns den Forderungen des VBE vollumfänglich an.<br /><br />Der BaWü-Check wird im Auftrag der baden-württembergischen Tageszeitungen vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt. Für die aktuelle, am 9. Juli 2026 veröffentlichte Erhebung wurden zwischen dem 76. und 24. Juni 2026 in 7.006 Online-Interviews repräsentativ Bürgerinnen und Bürger ab 76 Jahren in Baden-Württemberg befragt. Bereits die Berichterstattung der Schwäbischen Zeitung zu den Ergebnissen hält fest, dass die Menschen im Land es als eine „zentrale Aufgabe der Regierung" ansehen, ,,die Qualität der Schulen zu verbessern". Das deckt sich exakt mit den Zahlen, auf die sich der VBE in seiner Zumeldung beruft: 88 Prozent der Befragten sprechen sich für eine bessere Ausstattung der Schulen aus, 87 Prozent fordern eine bessere Finanzierung der Kindergärten. Ein deutlicheres Votum aus der Bevölkerung kann es kaum geben.<br /><br />,,Genau das erleben wir tagtäglich in den Schulen vor Ort: Eltern, Schülerinnen und Schüler erwarten von der neuen Landesregierung keine Lippenbekenntnisse, sondern verlässliche Investitionen in die Bildung. Der BaWü-Check bestätigt eindrucksvoll, was wir als Landeselternbeirat und Landesschülerbeirat seit Jahren an das Kultusministerium herantragen", erklärt Vanessa Scholz, Vorsitzende des Landeselternbeirats Baden-Württemberg.<br /><br />Der LEB und der LSBR teilen und unterstreichen ausdrücklich jede einzelne der vom VBE genannten Forderungen -aus Sicht der Eltern, Schülerinnen und Schüler sind sie alle von zentraler Bedeutung</p>
<ul>
<li>Bessere personelle Ausstattung der Schulen, insbesondere der SBBZ: Für Familien von Kindern mit besonderem Förderbedarf entscheidet die personelle Ausstattung der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren täglich darüber, ob ihr Kind die notwendige Unterstützung erhält oder nicht. Eine verlässliche Unterrichtsversorgung und Betreuung sind unerlässlich und entscheidet auch darüber ob Eltern einer geregelten Arbeit nachgehen können, um den Lebensunterhalt eigenständig zu finanzieren. Der chronische Mangel darf nicht länger hingenommen werden.</li>
<li>Attraktive Arbeitsbedingungen gegen den Fachkräftemangel: Nur wenn es gelingt, pädagogisches Personal in Kitas und Schulen zu halten und zu gewinnen, haben Kinder verlässliche Bezugspersonen. Ständiger Personalwechsel geht zulasten der Schülerinnen und Schüler und zulasten der Eltern, die sich auf Betreuung und Unterricht verlassen müssen.</li>
<li>Moderne Lernumgebungen und zeitgemäße Ausstattung: Sanierungsstau und veraltete Ausstattung sind für Eltern, Schülerinnen und Schüler täglich sichtbar. Zeitgemäßes Lernen braucht zeitgemäße Räume und Technik das ist keine Kür, sondern Grundvoraussetzung guter Bildung.</li>
<li>Multiprofessionelle Teams mit Schulsozialarbeit und Schulpsychologie: Angesichts wachsender sozialer und psychischer Belastungen von Kindern und Jugendlichen sind Schulsozialarbeit und Schulpsychologie unverzichtbar. Eltern, Schülerinnen und Schüler erleben, wie sehr Familien entlastet werden, wenn diese Unterstützung tatsächlich vor Ort verfügbar ist.</li>
<li>Auskömmliche Finanzierung der frühkindlichen Bildung und besserer Fachkraft-Kind-Schlüssel: Die frühen Jahre legen den Grundstein für den gesamten Bildungsweg. Ein besserer Fachkraft-Kind-Schlüssel bedeutet bessere individuelle Förderung und ist zugleich die Voraussetzung dafür, dass Eltern Familie und Beruf verlässlich vereinbaren können.</li>
</ul>
<p>Der Landeselternbeirat und der Landesschülerbeirat Baden-Württemberg appellieren an die neue Landesregierung, das klare Votum aus dem BaWü-Check ernst zu nehmen und Bildung bei den anstehenden Haushaltsentscheidungen den Stellenwert einzuräumen, den 88 Prozent der Menschen im Land ihr zuschreiben. Eltern, Schülerinnen, Schüler und Schulen brauchen jetzt Verlässlichkeit, statt weiterer Sparüberlegungen.</p>
<p>„Wenn wir morgens aufstehen, in die Schule, in unsere Klassenzimmer gehen, dann fühlen wir doch jeden Tag, dass an uns gespart wird. Weshalb wird immer noch erwartet, dass uns Schülerinnen und Schüler die Schule wichtig sein muss, wenn sie der Landesregierung selbst egal ist?“, erklärt Johannes Stahl, Vorsitzender des Landesschülerbeirats<br />Baden-Württemberg.</p>
<p>„Da Eltern, Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte und nun auch eine repräsentative Bevölkerungsumfrage in dieselbe Richtung weisen, gibt es für die Landesregierung keinen Grund mehr, bei der Bildung zu zögern“, so Scholz abschließend.</p>]]></media:description>
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           <description><![CDATA[<p>Der Landeselternbeirat (LEB) und der Landesschülerbeirat (LSBR) Baden-Württemberg, zwei der offiziellen Gremien zur Beratung des Kultusministeriums, geben gemeinsam zur gestrigen Zumeldung des VBE Baden-Württemberg zu den Ergebnissen des aktuellen BaWü-Checks folgende gemeinsame Zumeldung ab: Wir schließen uns den Forderungen des VBE vollumfänglich an.<br /><br />Der BaWü-Check wird im Auftrag der baden-württembergischen Tageszeitungen vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt. Für die aktuelle, am 9. Juli 2026 veröffentlichte Erhebung wurden zwischen dem 76. und 24. Juni 2026 in 7.006 Online-Interviews repräsentativ Bürgerinnen und Bürger ab 76 Jahren in Baden-Württemberg befragt. Bereits die Berichterstattung der Schwäbischen Zeitung zu den Ergebnissen hält fest, dass die Menschen im Land es als eine „zentrale Aufgabe der Regierung" ansehen, ,,die Qualität der Schulen zu verbessern". Das deckt sich exakt mit den Zahlen, auf die sich der VBE in seiner Zumeldung beruft: 88 Prozent der Befragten sprechen sich für eine bessere Ausstattung der Schulen aus, 87 Prozent fordern eine bessere Finanzierung der Kindergärten. Ein deutlicheres Votum aus der Bevölkerung kann es kaum geben.<br /><br />,,Genau das erleben wir tagtäglich in den Schulen vor Ort: Eltern, Schülerinnen und Schüler erwarten von der neuen Landesregierung keine Lippenbekenntnisse, sondern verlässliche Investitionen in die Bildung. Der BaWü-Check bestätigt eindrucksvoll, was wir als Landeselternbeirat und Landesschülerbeirat seit Jahren an das Kultusministerium herantragen", erklärt Vanessa Scholz, Vorsitzende des Landeselternbeirats Baden-Württemberg.<br /><br />Der LEB und der LSBR teilen und unterstreichen ausdrücklich jede einzelne der vom VBE genannten Forderungen -aus Sicht der Eltern, Schülerinnen und Schüler sind sie alle von zentraler Bedeutung</p>
<ul>
<li>Bessere personelle Ausstattung der Schulen, insbesondere der SBBZ: Für Familien von Kindern mit besonderem Förderbedarf entscheidet die personelle Ausstattung der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren täglich darüber, ob ihr Kind die notwendige Unterstützung erhält oder nicht. Eine verlässliche Unterrichtsversorgung und Betreuung sind unerlässlich und entscheidet auch darüber ob Eltern einer geregelten Arbeit nachgehen können, um den Lebensunterhalt eigenständig zu finanzieren. Der chronische Mangel darf nicht länger hingenommen werden.</li>
<li>Attraktive Arbeitsbedingungen gegen den Fachkräftemangel: Nur wenn es gelingt, pädagogisches Personal in Kitas und Schulen zu halten und zu gewinnen, haben Kinder verlässliche Bezugspersonen. Ständiger Personalwechsel geht zulasten der Schülerinnen und Schüler und zulasten der Eltern, die sich auf Betreuung und Unterricht verlassen müssen.</li>
<li>Moderne Lernumgebungen und zeitgemäße Ausstattung: Sanierungsstau und veraltete Ausstattung sind für Eltern, Schülerinnen und Schüler täglich sichtbar. Zeitgemäßes Lernen braucht zeitgemäße Räume und Technik das ist keine Kür, sondern Grundvoraussetzung guter Bildung.</li>
<li>Multiprofessionelle Teams mit Schulsozialarbeit und Schulpsychologie: Angesichts wachsender sozialer und psychischer Belastungen von Kindern und Jugendlichen sind Schulsozialarbeit und Schulpsychologie unverzichtbar. Eltern, Schülerinnen und Schüler erleben, wie sehr Familien entlastet werden, wenn diese Unterstützung tatsächlich vor Ort verfügbar ist.</li>
<li>Auskömmliche Finanzierung der frühkindlichen Bildung und besserer Fachkraft-Kind-Schlüssel: Die frühen Jahre legen den Grundstein für den gesamten Bildungsweg. Ein besserer Fachkraft-Kind-Schlüssel bedeutet bessere individuelle Förderung und ist zugleich die Voraussetzung dafür, dass Eltern Familie und Beruf verlässlich vereinbaren können.</li>
</ul>
<p>Der Landeselternbeirat und der Landesschülerbeirat Baden-Württemberg appellieren an die neue Landesregierung, das klare Votum aus dem BaWü-Check ernst zu nehmen und Bildung bei den anstehenden Haushaltsentscheidungen den Stellenwert einzuräumen, den 88 Prozent der Menschen im Land ihr zuschreiben. Eltern, Schülerinnen, Schüler und Schulen brauchen jetzt Verlässlichkeit, statt weiterer Sparüberlegungen.</p>
<p>„Wenn wir morgens aufstehen, in die Schule, in unsere Klassenzimmer gehen, dann fühlen wir doch jeden Tag, dass an uns gespart wird. Weshalb wird immer noch erwartet, dass uns Schülerinnen und Schüler die Schule wichtig sein muss, wenn sie der Landesregierung selbst egal ist?“, erklärt Johannes Stahl, Vorsitzender des Landesschülerbeirats<br />Baden-Württemberg.</p>
<p>„Da Eltern, Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte und nun auch eine repräsentative Bevölkerungsumfrage in dieselbe Richtung weisen, gibt es für die Landesregierung keinen Grund mehr, bei der Bildung zu zögern“, so Scholz abschließend.</p>]]></description>
           <author>j.langer@ccml.de (Jürgen Langer)</author>
           <category>Presse</category>
           <pubDate>Sat, 11 Jul 2026 12:37:01 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Tagesordnung 15.07.2026</title>
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           <media:title type="plain">Tagesordnung 15.07.2026</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<p>4. Sitzung des 21. Landeselternbeirats</p>]]></media:description>
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           <author>j.langer@ccml.de (Jürgen Langer)</author>
           <category>Tagesordnungen 2026</category>
           <pubDate>Sat, 11 Jul 2026 12:20:13 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Hitze-Alarm. Mal wieder ...</title>
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           <media:title type="plain">Hitze-Alarm. Mal wieder ...</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<div class="h2">Schulgebäude werden im Juli und neuerdings auch schon im Juni zu unfreiwilligen Saunalandschaften – nur ohne Wellness</div>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von Sebastian Kölsch</span><br /><span style="font-size: 10pt;">ehemaliger LEB-Vorsitzender</span></p>
<p><b>Inzwischen kann man die Uhr danach stellen. Jeden Sommer kommt irgendwann die große Medienoffensive rund um „hitzefrei“. Was gilt? Wie funktioniert’s? Wer entscheidet? An der Wirklichkeit geht das aber häufig vorbei: Eltern bauen 2026 häufig auf die Verlässlichkeit von Ganztagsangeboten. Grundschüler um 11:20 Uhr nach Hause schicken wie in der vagen Erinnerung der Älteren noch 1980 gang und gäbe? Heute undenkbar.</b></p>
<p>An der Weiherhof-Grundschule im Freiburger Stadtteil Herdern gibt es Klassenzimmern auf drei Stockwerken. Im Obergeschoss schwitzt man an heißen Tagen schon um 10:30 Uhr. Im Erdgeschoss ist es ein wenig besser, aber irgendwann wird’s auch hier unerträglich. Lediglich im Untergeschoss ist es gut auszuhalten. Eltern, die bei der Einschulung fast verzweifeln, weil die Kinder im Untergeschoss wahlweise auf eine matschige, leidlich grasbewachsene oder bepflanzte Böschung schauen statt Weitblick zu genießen, sind spätestens im Juni versöhnt. Ihre Kinder sind zwar im Keller, aber schwitzen wenigstens nicht.</p>
<p>Die Anfang der 60er-Jahre im Hauruck-Verfahren gebauten Schulgebäude sind energetisch eine Katastrophe. Mit dünnen Wänden, wenig Dachdämmung und lediglich im Erd- und Obergeschoss einer West-Ost-Durchzugmöglichkeit sind sie weder für richtig kalte Winter, noch für richtig heiße Sommer gebaut worden. Erstere gibt es inzwischen nicht mehr, letztere waren 1960 noch nicht vorstellbar.</p>
<h2 class="h4"><b>Mindesterhalt statt Modernisierung</b></h2>
<p>Solche Schulgebäude gibt es zuhauf in Baden-Württemberg. Die Kommunen erhalten die Gebäudesubstanz, versuchen auch bei klammen Kassen abblätternde Farbe, undichte Fenster und katastrophale Toiletten zu verhindern. Manchmal kommt es der Zielgruppe aber lediglich wie Mangelverwaltung vor. Aus notwendiger Modernisierung wird allzu oft Mindesterhaltung.</p>
<p>Wo Schulen über Jahrzehnte ganz stiefmütterlich behandelt wurden, kommt man hin und wieder um einen Neubau nicht herum. Aber geänderte Anforderungen an Schulgebäude, von Digitalität über Differenzierungsräume, Freiarbeitsbereiche oder Räumlichkeiten für den Ganztag und die benötigte Kantine, sind Kostentreiber. Irgendwann setzt die Gemeindekämmerei den Rotstift an und es beginnt das Streichen der Einträge auf der Wunschliste. Bei der Raumlufttechnik bleibt dann oftmals nur das Minimum übrig. Klimaanlagen in Schulen? Wo kämen wir denn da hin …</p>
<h2 class="h4"><b>Klima- und Raumlufttechnik</b></h2>
<p>Aber genau das scheint mittel- bis langfristig an zahlreichen Schulstandorten absolut notwendige Mindestanforderung zu werden. Was bringt das Smartboard in der schönsten Ganztags-Lernlandschaft, wenn die Raumtemperatur konstant über 30 Grad ist? Kein Bürogebäude, kein Verwaltungskomplex kommt heutzutage ohne ausgeklügelte Klimatechnik aus. Schließlich gibt es Arbeitsschutzvorschriften, die eingehalten werden müssen. Kein Arbeitgeber kann sich erlauben, sich nicht daran zu halten. Aber in Schulen gibt es scheinbar keine Vorschriften. Entweder, weil Schule als weniger wichtig als Arbeit angesehen wird – oder weil die Kommunen die Ausgaben scheuen. Denn woher sollten Sie das Geld auch nehmen?</p>
<p>Im Zuge der Corona-Pandemie flackerte kurzfristig mal ein Hoffnungsschimmer auf, dass man das Thema Raumlufttechnik (RLT) an Schulen anpacken könnte. Nachhaltiger als die damals viel diskutierten mobilen Luftfilter wären nämlich zentrale RLT-Anlagen gewesen. Dabei wird in alle Klassenzimmer eine Zu- und eine Abluftleitung gelegt, die einen beständigen Luftaustausch ermöglicht. Neben der reinen Zirkulation, die damals im Fokus stand, können in eine zentrale RLT-Anlage auch temperierende Module eingebaut werden. Dass die Frischluft in den Wintermonaten beispielsweise angewärmt wird, bevor sie in die Klassenräume gepustet wird. Oder eben auch gekühlt – was jetzt gut wäre.</p>
<p>An einigen wenigen Standorten im Land wurde wenigstens geprüft, ob ein nachträglicher Einbau möglich wäre. Je nach Baujahr und Beschaffenheit der Gebäude ist die Nachrüstung im Bestand aber gar nicht so ohne weiteres möglich. Fehlende Raumhöhe für benötigte Abhängungen ist dabei nur eine Komponente. Wo die gegeben ist, stehen manchmal der Denkmalschutz oder bei Bauten neueren Datums gerne auch mal der Star-Architekt entgegen, wenn es um Eingriffe in die Fassade geht. Bürokratieabbau sieht anders aus.</p>
<h2 class="h4"><b>Hitzefrei – ein veraltetes Rezept&nbsp;</b></h2>
<p>Als besonders drängend wird das Problem jedenfalls offenbar nicht angesehen. Es scheint fast, als ob man es die paar Wochen im Jahr, die es betrifft, eher aussitzt, als holistisch an die Sache ranzugehen. Lieber diskutiert man über die Symptombehandlung, als die Ursachen zu akzeptieren und grundlegend gegenzusteuern. Dabei wird gerne auf das altbewährte „hitzefrei“ zurückgegriffen. An der Realität der 2020er-Jahre geht das jedoch komplett vorbei. In Grundschulen darf kein Unterricht ausfallen und die Nachmittagsbetreuung ist sowieso in den gleichen Räumlichkeiten. Wieso sollte dann also die 5. und 6. Stunde gestrichen werden, weil es im Klassenraum zu heiß ist – und die Kinder dann in ebendiesem Raum in der Kernzeit weiterschwitzen?</p>
<p>Auch in der Unterstufe an weiterführenden Schulen verlassen sich Eltern häufig auf Ganztags- oder Betreuungsangebote. Das alte Muster „Unterrichtsentfall und ab ins Schwimmbad“ ist somit auch hier nicht der Weisheit letzter Schluss. Zumal im Unterricht ja auch etwas passiert, das den Schülerinnen und Schülern entgeht, wenn er ausfällt. Es wäre ja paradox, das ganze Schuljahr über den Unterrichtausfall wegen Lehrkräftemangel zu beklagen und dann die letzten sechs Schulwochen regelmäßig Unterricht wegen Hitze ausfallen zu lassen.&nbsp;</p>
<h2 class="h4"><b>Kurz-Schulstunden als Lösung?</b></h2>
<p>Aus diesem Grund gehen immer mehr weiterführende Schulen dazu über, einen Hitze-Stundenplan einzuführen. Die Schulstunde wird grundsätzlich auf 35 Minuten verkürzt, wodurch man 8 Unterrichtsstunden in den Vormittag gepackt bekommt. Somit entfällt nicht aller Nachmittagsunterricht und es besteht zumindest eine Chance auf relativ umfangreiche inhaltliche Vermittlung. Dass ein solcher Hitzestundenplan für alle stressiger ist, weil mehr Fächer in kürzerer Zeit stattfinden, ist ein Nebeneffekt, der bei 33 Grad um 12:25 Uhr nicht gerade zu überbordender Energie in der letzten Kurz-Stunde führt. Aber es ist ein Versuch, das alte Pseudo-Rezept „hitzefrei“ durch etwas Praxistauglicheres zu ersetzen, das außerdem allen zugutekommt. Denn nicht selten waren z.B. an Gymnasien oder beruflichen Schulen die Älteren vom „Hitzefrei-Genuss“ ausgespart.</p>
<h2 class="h4"><b>Alle Hitzekurven zeigen nach oben</b></h2>
<p>Wird es noch schlimmer? Die nackten Zahlen sprechen jedenfalls dafür. Neben den Kenngrößen „Maximaltemperatur im Jahr“ und „Durchschnittstemperatur im Jahr“ spielen beim Thema Hitzebelastung vor allem die „Hitzetage pro Jahr“ eine Rolle. Das sind Tage, an denen die Maximaltemperatur über 30 Grad beträgt. Für Stuttgart Mitte waren das beispielsweise 9 im langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 – aber jeweils um die 30 in den vergangenen vier Jahren. Die Trendlinie zeigt hier genauso nach oben wie bei der Durchschnitts- und der Maximaltemperatur. Hoffnung auf eine Umkehr oder eine Stagnation dieser Entwicklung sollte sich niemand machen. Was also Not täte, wäre eine Langfrist-Strategie, wie man auf diese Entwicklung reagiert. Wenn man auch morgen ein Land der Käpsele sein will, sollte man ihre Gehirne in der Schulzeit nicht nur fordern: Sie müssen auch in die Lage versetzt werden, einen kühlen Kopf zu bewahren – nicht erst, wenn entsprechende Arbeitsschutzvorschriften für sie gelten.</p>
<h2 class="h4"><b>Die Arbeitsstätte Klassenzimmer</b></h2>
<p>Und die Lehrkräfte? Für die würden eigentlich die allgemeinen Grundsätze des Arbeitsschutzes gelten. Ab 35 Grad Raumtemperatur wäre damit ein Klassenzimmer nicht mehr für die Arbeit der Lehrkraft zugelassen und es müssten zwingend Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Eigentlich. Denn anders als bei anderen Arbeitgebern ist der Dienstherr (das Land Baden-Württemberg) nicht zuständig für die Arbeitsstätte (in Verantwortlichkeit der kommunalen Schulträger). Das führt in der Praxis einerseits zu einem langwierigen Zuständigkeitspoker und andererseits sticht die bereits erwähnte Aufsichtspflicht („verlässliche Grundschule“) den Arbeitsschutz regelmäßig. Das mag Kommunen und Land zwar Investitionen ersparen, es verfestigt aber leider den Eindruck, den viele Eltern und Schülerinnen und Schüler haben: Wenn es um die Kinder geht, wird der Euro zweimal umgedreht, der andererseits für Prestigeprojekte immer noch häufig mit vollen Händen ausgegeben wird.</p>
<p>An der Weiherhof-Grundschule in Deutschlands wärmster Großstadt wurden schon viele Ideen ventiliert. Sonnensegel und Beschattung durch zusätzliche Bäume beispielsweise als niederschwellige Möglichkeiten. Das Wirkungsvollste bei den dünnen Wänden wären große Bäume mit dichtem Blätterdach, damit die Sonnenstrahlen erst gar nicht ans Gebäude kämen. Allein, das dauert sehr lange und die Feuerwehr hat ein Vetorecht, weil der Schulhof Aufstellfläche für Löschfahrzeuge ist. Fünf Bäume wurden es dann. Allerdings aus Kostengründen nicht allzu groß – bis zur schattenspendenden Wirkung werden circa 20 bis 30 Jahre vergehen.&nbsp;</p>
<p>Bis dahin wird sich aber wenigstens rumgesprochen haben: Die Klassenzimmer im Untergeschoss sind auch dann noch unschlagbar kühl … &nbsp;</p>]]></media:description>
                      <guid isPermaLink="true">https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2025-26/sib-schuljahr-2025-26-nr-6-juli-2026/1093-hitze-alarm-mal-wieder?format=html</guid>
           <description><![CDATA[<div class="h2">Schulgebäude werden im Juli und neuerdings auch schon im Juni zu unfreiwilligen Saunalandschaften – nur ohne Wellness</div>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von Sebastian Kölsch</span><br /><span style="font-size: 10pt;">ehemaliger LEB-Vorsitzender</span></p>
<p><b>Inzwischen kann man die Uhr danach stellen. Jeden Sommer kommt irgendwann die große Medienoffensive rund um „hitzefrei“. Was gilt? Wie funktioniert’s? Wer entscheidet? An der Wirklichkeit geht das aber häufig vorbei: Eltern bauen 2026 häufig auf die Verlässlichkeit von Ganztagsangeboten. Grundschüler um 11:20 Uhr nach Hause schicken wie in der vagen Erinnerung der Älteren noch 1980 gang und gäbe? Heute undenkbar.</b></p>
<p>An der Weiherhof-Grundschule im Freiburger Stadtteil Herdern gibt es Klassenzimmern auf drei Stockwerken. Im Obergeschoss schwitzt man an heißen Tagen schon um 10:30 Uhr. Im Erdgeschoss ist es ein wenig besser, aber irgendwann wird’s auch hier unerträglich. Lediglich im Untergeschoss ist es gut auszuhalten. Eltern, die bei der Einschulung fast verzweifeln, weil die Kinder im Untergeschoss wahlweise auf eine matschige, leidlich grasbewachsene oder bepflanzte Böschung schauen statt Weitblick zu genießen, sind spätestens im Juni versöhnt. Ihre Kinder sind zwar im Keller, aber schwitzen wenigstens nicht.</p>
<p>Die Anfang der 60er-Jahre im Hauruck-Verfahren gebauten Schulgebäude sind energetisch eine Katastrophe. Mit dünnen Wänden, wenig Dachdämmung und lediglich im Erd- und Obergeschoss einer West-Ost-Durchzugmöglichkeit sind sie weder für richtig kalte Winter, noch für richtig heiße Sommer gebaut worden. Erstere gibt es inzwischen nicht mehr, letztere waren 1960 noch nicht vorstellbar.</p>
<h2 class="h4"><b>Mindesterhalt statt Modernisierung</b></h2>
<p>Solche Schulgebäude gibt es zuhauf in Baden-Württemberg. Die Kommunen erhalten die Gebäudesubstanz, versuchen auch bei klammen Kassen abblätternde Farbe, undichte Fenster und katastrophale Toiletten zu verhindern. Manchmal kommt es der Zielgruppe aber lediglich wie Mangelverwaltung vor. Aus notwendiger Modernisierung wird allzu oft Mindesterhaltung.</p>
<p>Wo Schulen über Jahrzehnte ganz stiefmütterlich behandelt wurden, kommt man hin und wieder um einen Neubau nicht herum. Aber geänderte Anforderungen an Schulgebäude, von Digitalität über Differenzierungsräume, Freiarbeitsbereiche oder Räumlichkeiten für den Ganztag und die benötigte Kantine, sind Kostentreiber. Irgendwann setzt die Gemeindekämmerei den Rotstift an und es beginnt das Streichen der Einträge auf der Wunschliste. Bei der Raumlufttechnik bleibt dann oftmals nur das Minimum übrig. Klimaanlagen in Schulen? Wo kämen wir denn da hin …</p>
<h2 class="h4"><b>Klima- und Raumlufttechnik</b></h2>
<p>Aber genau das scheint mittel- bis langfristig an zahlreichen Schulstandorten absolut notwendige Mindestanforderung zu werden. Was bringt das Smartboard in der schönsten Ganztags-Lernlandschaft, wenn die Raumtemperatur konstant über 30 Grad ist? Kein Bürogebäude, kein Verwaltungskomplex kommt heutzutage ohne ausgeklügelte Klimatechnik aus. Schließlich gibt es Arbeitsschutzvorschriften, die eingehalten werden müssen. Kein Arbeitgeber kann sich erlauben, sich nicht daran zu halten. Aber in Schulen gibt es scheinbar keine Vorschriften. Entweder, weil Schule als weniger wichtig als Arbeit angesehen wird – oder weil die Kommunen die Ausgaben scheuen. Denn woher sollten Sie das Geld auch nehmen?</p>
<p>Im Zuge der Corona-Pandemie flackerte kurzfristig mal ein Hoffnungsschimmer auf, dass man das Thema Raumlufttechnik (RLT) an Schulen anpacken könnte. Nachhaltiger als die damals viel diskutierten mobilen Luftfilter wären nämlich zentrale RLT-Anlagen gewesen. Dabei wird in alle Klassenzimmer eine Zu- und eine Abluftleitung gelegt, die einen beständigen Luftaustausch ermöglicht. Neben der reinen Zirkulation, die damals im Fokus stand, können in eine zentrale RLT-Anlage auch temperierende Module eingebaut werden. Dass die Frischluft in den Wintermonaten beispielsweise angewärmt wird, bevor sie in die Klassenräume gepustet wird. Oder eben auch gekühlt – was jetzt gut wäre.</p>
<p>An einigen wenigen Standorten im Land wurde wenigstens geprüft, ob ein nachträglicher Einbau möglich wäre. Je nach Baujahr und Beschaffenheit der Gebäude ist die Nachrüstung im Bestand aber gar nicht so ohne weiteres möglich. Fehlende Raumhöhe für benötigte Abhängungen ist dabei nur eine Komponente. Wo die gegeben ist, stehen manchmal der Denkmalschutz oder bei Bauten neueren Datums gerne auch mal der Star-Architekt entgegen, wenn es um Eingriffe in die Fassade geht. Bürokratieabbau sieht anders aus.</p>
<h2 class="h4"><b>Hitzefrei – ein veraltetes Rezept&nbsp;</b></h2>
<p>Als besonders drängend wird das Problem jedenfalls offenbar nicht angesehen. Es scheint fast, als ob man es die paar Wochen im Jahr, die es betrifft, eher aussitzt, als holistisch an die Sache ranzugehen. Lieber diskutiert man über die Symptombehandlung, als die Ursachen zu akzeptieren und grundlegend gegenzusteuern. Dabei wird gerne auf das altbewährte „hitzefrei“ zurückgegriffen. An der Realität der 2020er-Jahre geht das jedoch komplett vorbei. In Grundschulen darf kein Unterricht ausfallen und die Nachmittagsbetreuung ist sowieso in den gleichen Räumlichkeiten. Wieso sollte dann also die 5. und 6. Stunde gestrichen werden, weil es im Klassenraum zu heiß ist – und die Kinder dann in ebendiesem Raum in der Kernzeit weiterschwitzen?</p>
<p>Auch in der Unterstufe an weiterführenden Schulen verlassen sich Eltern häufig auf Ganztags- oder Betreuungsangebote. Das alte Muster „Unterrichtsentfall und ab ins Schwimmbad“ ist somit auch hier nicht der Weisheit letzter Schluss. Zumal im Unterricht ja auch etwas passiert, das den Schülerinnen und Schülern entgeht, wenn er ausfällt. Es wäre ja paradox, das ganze Schuljahr über den Unterrichtausfall wegen Lehrkräftemangel zu beklagen und dann die letzten sechs Schulwochen regelmäßig Unterricht wegen Hitze ausfallen zu lassen.&nbsp;</p>
<h2 class="h4"><b>Kurz-Schulstunden als Lösung?</b></h2>
<p>Aus diesem Grund gehen immer mehr weiterführende Schulen dazu über, einen Hitze-Stundenplan einzuführen. Die Schulstunde wird grundsätzlich auf 35 Minuten verkürzt, wodurch man 8 Unterrichtsstunden in den Vormittag gepackt bekommt. Somit entfällt nicht aller Nachmittagsunterricht und es besteht zumindest eine Chance auf relativ umfangreiche inhaltliche Vermittlung. Dass ein solcher Hitzestundenplan für alle stressiger ist, weil mehr Fächer in kürzerer Zeit stattfinden, ist ein Nebeneffekt, der bei 33 Grad um 12:25 Uhr nicht gerade zu überbordender Energie in der letzten Kurz-Stunde führt. Aber es ist ein Versuch, das alte Pseudo-Rezept „hitzefrei“ durch etwas Praxistauglicheres zu ersetzen, das außerdem allen zugutekommt. Denn nicht selten waren z.B. an Gymnasien oder beruflichen Schulen die Älteren vom „Hitzefrei-Genuss“ ausgespart.</p>
<h2 class="h4"><b>Alle Hitzekurven zeigen nach oben</b></h2>
<p>Wird es noch schlimmer? Die nackten Zahlen sprechen jedenfalls dafür. Neben den Kenngrößen „Maximaltemperatur im Jahr“ und „Durchschnittstemperatur im Jahr“ spielen beim Thema Hitzebelastung vor allem die „Hitzetage pro Jahr“ eine Rolle. Das sind Tage, an denen die Maximaltemperatur über 30 Grad beträgt. Für Stuttgart Mitte waren das beispielsweise 9 im langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 – aber jeweils um die 30 in den vergangenen vier Jahren. Die Trendlinie zeigt hier genauso nach oben wie bei der Durchschnitts- und der Maximaltemperatur. Hoffnung auf eine Umkehr oder eine Stagnation dieser Entwicklung sollte sich niemand machen. Was also Not täte, wäre eine Langfrist-Strategie, wie man auf diese Entwicklung reagiert. Wenn man auch morgen ein Land der Käpsele sein will, sollte man ihre Gehirne in der Schulzeit nicht nur fordern: Sie müssen auch in die Lage versetzt werden, einen kühlen Kopf zu bewahren – nicht erst, wenn entsprechende Arbeitsschutzvorschriften für sie gelten.</p>
<h2 class="h4"><b>Die Arbeitsstätte Klassenzimmer</b></h2>
<p>Und die Lehrkräfte? Für die würden eigentlich die allgemeinen Grundsätze des Arbeitsschutzes gelten. Ab 35 Grad Raumtemperatur wäre damit ein Klassenzimmer nicht mehr für die Arbeit der Lehrkraft zugelassen und es müssten zwingend Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Eigentlich. Denn anders als bei anderen Arbeitgebern ist der Dienstherr (das Land Baden-Württemberg) nicht zuständig für die Arbeitsstätte (in Verantwortlichkeit der kommunalen Schulträger). Das führt in der Praxis einerseits zu einem langwierigen Zuständigkeitspoker und andererseits sticht die bereits erwähnte Aufsichtspflicht („verlässliche Grundschule“) den Arbeitsschutz regelmäßig. Das mag Kommunen und Land zwar Investitionen ersparen, es verfestigt aber leider den Eindruck, den viele Eltern und Schülerinnen und Schüler haben: Wenn es um die Kinder geht, wird der Euro zweimal umgedreht, der andererseits für Prestigeprojekte immer noch häufig mit vollen Händen ausgegeben wird.</p>
<p>An der Weiherhof-Grundschule in Deutschlands wärmster Großstadt wurden schon viele Ideen ventiliert. Sonnensegel und Beschattung durch zusätzliche Bäume beispielsweise als niederschwellige Möglichkeiten. Das Wirkungsvollste bei den dünnen Wänden wären große Bäume mit dichtem Blätterdach, damit die Sonnenstrahlen erst gar nicht ans Gebäude kämen. Allein, das dauert sehr lange und die Feuerwehr hat ein Vetorecht, weil der Schulhof Aufstellfläche für Löschfahrzeuge ist. Fünf Bäume wurden es dann. Allerdings aus Kostengründen nicht allzu groß – bis zur schattenspendenden Wirkung werden circa 20 bis 30 Jahre vergehen.&nbsp;</p>
<p>Bis dahin wird sich aber wenigstens rumgesprochen haben: Die Klassenzimmer im Untergeschoss sind auch dann noch unschlagbar kühl … &nbsp;</p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>SiB, Schuljahr 2025/26, Nr 6, Juli 2026</category>
           <pubDate>Fri, 10 Jul 2026 10:00:30 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Die Zauberfrage</title>
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           <media:title type="plain">Die Zauberfrage</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<div class="h2">Wie die einfache Frage „Was brauchst du?“ zu Verständnis einerseits und Verstandenfühlen andererseits führt</div>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von&nbsp;Matthias Zeitler<b><br /></b>Lehrer an einer Werkrealschule</span></p>
<p><b>In meinen Vorträgen und Fortbildungen beginnt eine der häufigsten Fragen mit: „Matthias, wie würdest du das lösen, wenn …“ Meistens geht es dabei um Unterrichtsstörungen, herausforderndes Verhalten oder psychische Probleme von Schülerinnen und Schülern.</b></p>
<p>Das Problem an der Frage ist, dass alle geschilderten Situationen sehr individuell sind. Ich bin weder in der konkreten Situation dabei, kann also die Rahmenbedingungen nicht genau einschätzen, noch kenne ich die Kinder und Jugendlichen persönlich. Eine Ferndiagnose ist demnach extrem schwer. Das wäre so, als würde ich beim Arzt anrufen und er würde mir ungesehen einfach starke Medikamente verschreiben.</p>
<p>Weil die Situationen dermaßen individuell sind, kann es keine pauschale Antwort als Allheilmittel und endgültige Lösung geben. Außer die Frage: <b>„Was brauchst du gerade?“</b></p>
<h2 class="h4"><strong>Gesprächsangebote schaffen</strong></h2>
<p>Diese Frage hilft, weil sie nicht einfach nur eine Nachfrage ist. Sie zeigt ehrliches Interesse und Verständnis. Sie impliziert die Bereitschaft die Perspektive des anderen sehen und verstehen zu wollen. Diese Frage öffnet Räume und schafft Gesprächsangebote.</p>
<p>Abwandlungen der Frage könnten sein:</p>
<ul>
<li>„Wie fühlst du dich bei …?“</li>
<li>„Wovor hast du Angst/Was macht dir besonders Sorgen?“</li>
<li>„Was könnte schlimmstenfalls/bestenfalls passieren, wenn du …?“</li>
<li>„Wenn du etwas ändern könntest, was wäre das?“</li>
<li>„Was fällt dir gerade so schwer?“</li>
<li>„Was belastet dich?“</li>
<li>„Wobei brauchst du Hilfe?“</li>
<li>„Was gefällt dir (nicht) in der Situation?“</li>
<li>„Was brauchst du, damit die Situation für dich besser wird?“</li>
</ul>
<p>Mit dieser Frage löse ich fast alle meiner Probleme im Unterricht.&nbsp;</p>
<h2 class="h4"><strong>Einfach mal zuhören …</strong></h2>
<p>Eine wichtige Sache habe ich in dem Zusammenhang von einem ehemaligen Schüler gelernt, den ich gefragt habe, was er bräuchte, damit er sich Erwachsenen mehr öffnen würde. Seine Antwort: „Einfach nur mal zuhören und die Fresse halten!“ Viel zu schnell fühlte er sich überrollt und bevormundet von Ratschlägen von Erwachsenen. Das bedeutet, die beste und einfachste Methode, um Druckquellen abzufangen, ist es also, Gesprächsanlässe und zeitgleich einen Safe Space zu bieten und diesen ebenfalls zu kommunizieren. Jedes Gefühl, jeder Redeschwall, jedes Schweigen ist erlaubt und sogar erwünscht.</p>
<p>Wenn Schülerinnen und Schüler nicht in die Lernphase kommen und sich und andere ablenken, könnte ich natürlich böse werden oder schimpfen. Oder ich mache das einfach nicht und stelle die Zauberfrage.</p>
<h2 class="h4"><strong>Der störende Spiegel</strong></h2>
<p>Während meines Unterrichts sah ich, wie eine Schülerin ihren Schminkspiegel auspackte. Ich habe erstmal Verständnis, wenn das einigermaßen unauffällig passiert. Offensichtlich haben Teenagerinnen das Bedürfnis zu gucken, ob noch alles passt. Solange das binnen einer kurzen Zeit erledigt ist und der Spiegel wieder wegkommt, ist mir das ehrlich gesagt egal. Nun erkläre ich aber schon einige Minuten und immer wieder fällt mein Blick auf die Schülerin, die sehr konzentriert an ihrer Nase herumfummelt und besorgt wirkt. Ich merke, wie sie mich damit zunehmend aus dem Konzept bringt.&nbsp;</p>
<p>Anstatt sie nun anzuschreien, was das mit dem Spiegel in meinem Unterricht soll, sage ich: „Du, das irritiert mich gerade sehr. Was brauchst du denn gerade?“ Sie erklärte mir, sie war mit dem Ärmel an ihrem neuen Nasenpiercing hängen geblieben und hatte nun Sorge gehabt, ob noch alles okay sei. Ich schlug ihr vor kurz auf die Toilette gehen und dort das Ganze lösen.&nbsp;</p>
<p>Eine absolute Win-Win-Situation! Die Schülerin war sichtlich erleichtert, fühlte sich gesehen, ging aus dem Raum und kam kurze Zeit später wieder zufrieden zurück. Die Klasse und ich konnten ungestört weitermachen und sie sich danach wieder beruhigt auf den Unterricht einlassen.</p>
<h2 class="h4"><strong>Wertschätzung statt Vorwürfe</strong></h2>
<p>Wenn man Kinder wertschätzend und ohne Vorwürfe fragt, woran es denn liegt, dass zum Beispiel die Klassenarbeit nun besser oder schlechter ausgefallen ist, haben die meisten schon selbst eine gute Idee davon. Mögliche Faktoren, die auch schon Grundschulkinder gut benennen können, sind: der Grad der Ablenkung im Klassenzimmer, die Dauer der Konzentration, die Art der Vorbereitung, der Grad der Nervosität, Krankheit, Unwohlsein, Interesse am Fach oder Inhalt oder die Dauer der Vorbereitung. Wenn ihr gemeinsam diese Faktoren herausgefunden habt, ist die wichtigste Frage: „Was brauchst du, damit es nächstes Mal besser ist/genauso bleibt?“</p>
<p>Versetzen wir uns doch mal in die Lage der Kinder und Jugendlichen, die im schulischen Kontext unter Leistungsdruck und Stress leiden. Sie nehmen wahr, dass ständig irgendjemand etwas von ihnen will. Sie spüren jeden Tag, dass Schule zwar leistungsorientiert, aber gleichzeitig überhaupt nicht emotions- oder gesundheitsorientiert ist. Und das, obwohl wir wissen, dass qualitativ hochwertige Leistung nur durch Begeisterung in einem gesunden Menschen entsteht.&nbsp;</p>
<p>Es kommt mehr oder weniger unterbewusst bei ihnen an: „Ich soll Leistung für die Zukunft des Landes erbringen, aber wie es mir dabei geht, ist der Gesellschaft eigentlich egal, weil ich zu einer Minderheit gehöre.“</p>
<p>Die Frage: „Was brauchst du?“ ermöglicht den Kindern und Jugendlichen mitbestimmen zu können, wie sie besser lernen können. Letztendlich ist dies ein Schritt Richtung Selbstreguliertes Lernen.</p>
<h2 class="h4"><strong>Gemeinsam Lösungen erarbeiten</strong></h2>
<p>Wenn wir mit Kindern und Jugendlichen offene Gespräche über schulische Herausforderungen führen, zeigt das, dass sie mit ihren Sorgen gehört werden. Gemeinsam kann man nun Lösungen erarbeiten, ohne zusätzlichen Druck auszuüben. Fragen wie „Wie fühlst du dich dabei?“ oder „Wie könnte ich dir helfen?“ stärken das Vertrauen und fördern eine positive Beziehung.&nbsp;</p>
<p>Die Frage beinhaltet noch etwas anderes. Sie macht deutlich, dass die Erwachsenen ehrliches Intresse haben und dem Gegenüber nicht ihre Idee davon überstülpen wollen, wie sie beispielsweise besser zu lernen und sich besser zu konzentrieren zu haben. Letztendlich lernen sie sogar weniger, wenn wir sie ständig überwachen und sie nur unser Verhalten reproduzieren oder Erwartungen erfüllen. Wenn wir die Rolle des Unterstützers einnehmen, sind wir auf Augenhöhe und machen deutlich: „Wir gehen hier gemeinsam durch. Egal was passiert, ich bin an deiner Seite. Aber du gehst voran. Du bestimmst das Tempo und wohin du gehst.“ Wenn das Kind die Laufrichtung vorgeben darf, bedeutet das automatisch, dass es auch Irrwege gehen, in Sackgassen laufen oder komplizierte Umwege gehen darf. Auch Abkürzungen sind denkbar. Das alles steckt in „Was brauchst du gerade?“ Der Unterschied zur Kontrolle „Mach das jetzt so!“ ist, dass das Kind die Sicherheit hat, dass man es begleitet und ihm nichts passieren kann, es aber selbst herausfinden darf, welcher Weg für es selbst gut funktioniert. In der Rolle des Kontrolleurs wäre man gleichzeitig auch ein Korrektiv, das ständig ruft: „Nein, da nicht lang. Hast du schon daran gedacht, dass …“</p>
<p>In der Antwort auf die Zauberfrage sind alle Gefühle, Sorgen und Themen der Schülerinnen und Schüler willkommen. Zu oft haben wir als Ewachsene Angst davor, keine Antworten auf schwierige Situationen und Fragen zu haben. Aber genau das ist doch auch erlaubt. Unsicherheit schafft es nur, wenn wir anfangen, uns aus der Lage peinlich herausreden zu wollen, anstatt zu sagen: „Danke, dass du das mit mir teilst. Ich würde dir gerne eine kluge Antwort darauf geben. Momentan habe ich aber keine. Was brauchst du denn von mir, was dir guttun würde?“</p>
<h2 class="h4"><strong>Die Zauberfrage – auch ein Ausweg</strong></h2>
<p>Als eine Schülerin aufgelöst auf mich zukam und sich über eine andere Lehrkraft beschwerte, war ich in einem totalen Loyalitätskonflikt, zumal ich ja gerade nur eine Seite der Geschichte kannte. Ich fragte sie also: „Was brauchst du denn jetzt von mir?“ Und ihre Antwort erschien mir für uns beide sehr erleichternd: „Nichts! Ich wollte mich nur mal auskotzen.“ Kurze Zeit später kam sie wieder zu mir und berichtete, dass sie das Problem mit der Lehrkraft allein geregelt hatte.</p>
<p>Wenn wir also das nächste Mal spüren, dass Kinder und Jugendliche nicht weiterkommen oder auffällig werden, lasst uns die Zauberfrage: „Was brauchst du gerade?“ stellen und dann einfach mal zuhören. Und natürlich haben Grundschulkinder nicht immer eine tolle Antwort parat, aber dann können wir ja immer fragen, ob sie offen für Ideen und Angebote aus erwachsener Perspektive sind.</p>
<p class="alert-dark" style="padding: 20px;"><b>Zum Autor<br /></b>Moderator, Fortbildner und Lehrer: Matthias Zeitler ist alles drei und eigentlich liegen die Professionen ja sehr nah beieinander. Auf Instagram zählt er zu den Bildungsinfluencern aus dem (Insta-)Lehrerzimmer, einen Podcast hat er auch und das erste Buch ist geschrieben. Mit seiner Schwäche für Hüte und Kappen ist er immer leicht zu erkennen und von sich selbst sagt er: „Ich liebe Musik und Livekonzerte. Daher fühle ich mich im Schulsystem und auf der Bühne auch manchmal wie ein Punkrocker.“</p>]]></media:description>
                      <guid isPermaLink="true">https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2025-26/sib-schuljahr-2025-26-nr-6-juli-2026/1092-die-zauberfrage?format=html</guid>
           <description><![CDATA[<div class="h2">Wie die einfache Frage „Was brauchst du?“ zu Verständnis einerseits und Verstandenfühlen andererseits führt</div>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von&nbsp;Matthias Zeitler<b><br /></b>Lehrer an einer Werkrealschule</span></p>
<p><b>In meinen Vorträgen und Fortbildungen beginnt eine der häufigsten Fragen mit: „Matthias, wie würdest du das lösen, wenn …“ Meistens geht es dabei um Unterrichtsstörungen, herausforderndes Verhalten oder psychische Probleme von Schülerinnen und Schülern.</b></p>
<p>Das Problem an der Frage ist, dass alle geschilderten Situationen sehr individuell sind. Ich bin weder in der konkreten Situation dabei, kann also die Rahmenbedingungen nicht genau einschätzen, noch kenne ich die Kinder und Jugendlichen persönlich. Eine Ferndiagnose ist demnach extrem schwer. Das wäre so, als würde ich beim Arzt anrufen und er würde mir ungesehen einfach starke Medikamente verschreiben.</p>
<p>Weil die Situationen dermaßen individuell sind, kann es keine pauschale Antwort als Allheilmittel und endgültige Lösung geben. Außer die Frage: <b>„Was brauchst du gerade?“</b></p>
<h2 class="h4"><strong>Gesprächsangebote schaffen</strong></h2>
<p>Diese Frage hilft, weil sie nicht einfach nur eine Nachfrage ist. Sie zeigt ehrliches Interesse und Verständnis. Sie impliziert die Bereitschaft die Perspektive des anderen sehen und verstehen zu wollen. Diese Frage öffnet Räume und schafft Gesprächsangebote.</p>
<p>Abwandlungen der Frage könnten sein:</p>
<ul>
<li>„Wie fühlst du dich bei …?“</li>
<li>„Wovor hast du Angst/Was macht dir besonders Sorgen?“</li>
<li>„Was könnte schlimmstenfalls/bestenfalls passieren, wenn du …?“</li>
<li>„Wenn du etwas ändern könntest, was wäre das?“</li>
<li>„Was fällt dir gerade so schwer?“</li>
<li>„Was belastet dich?“</li>
<li>„Wobei brauchst du Hilfe?“</li>
<li>„Was gefällt dir (nicht) in der Situation?“</li>
<li>„Was brauchst du, damit die Situation für dich besser wird?“</li>
</ul>
<p>Mit dieser Frage löse ich fast alle meiner Probleme im Unterricht.&nbsp;</p>
<h2 class="h4"><strong>Einfach mal zuhören …</strong></h2>
<p>Eine wichtige Sache habe ich in dem Zusammenhang von einem ehemaligen Schüler gelernt, den ich gefragt habe, was er bräuchte, damit er sich Erwachsenen mehr öffnen würde. Seine Antwort: „Einfach nur mal zuhören und die Fresse halten!“ Viel zu schnell fühlte er sich überrollt und bevormundet von Ratschlägen von Erwachsenen. Das bedeutet, die beste und einfachste Methode, um Druckquellen abzufangen, ist es also, Gesprächsanlässe und zeitgleich einen Safe Space zu bieten und diesen ebenfalls zu kommunizieren. Jedes Gefühl, jeder Redeschwall, jedes Schweigen ist erlaubt und sogar erwünscht.</p>
<p>Wenn Schülerinnen und Schüler nicht in die Lernphase kommen und sich und andere ablenken, könnte ich natürlich böse werden oder schimpfen. Oder ich mache das einfach nicht und stelle die Zauberfrage.</p>
<h2 class="h4"><strong>Der störende Spiegel</strong></h2>
<p>Während meines Unterrichts sah ich, wie eine Schülerin ihren Schminkspiegel auspackte. Ich habe erstmal Verständnis, wenn das einigermaßen unauffällig passiert. Offensichtlich haben Teenagerinnen das Bedürfnis zu gucken, ob noch alles passt. Solange das binnen einer kurzen Zeit erledigt ist und der Spiegel wieder wegkommt, ist mir das ehrlich gesagt egal. Nun erkläre ich aber schon einige Minuten und immer wieder fällt mein Blick auf die Schülerin, die sehr konzentriert an ihrer Nase herumfummelt und besorgt wirkt. Ich merke, wie sie mich damit zunehmend aus dem Konzept bringt.&nbsp;</p>
<p>Anstatt sie nun anzuschreien, was das mit dem Spiegel in meinem Unterricht soll, sage ich: „Du, das irritiert mich gerade sehr. Was brauchst du denn gerade?“ Sie erklärte mir, sie war mit dem Ärmel an ihrem neuen Nasenpiercing hängen geblieben und hatte nun Sorge gehabt, ob noch alles okay sei. Ich schlug ihr vor kurz auf die Toilette gehen und dort das Ganze lösen.&nbsp;</p>
<p>Eine absolute Win-Win-Situation! Die Schülerin war sichtlich erleichtert, fühlte sich gesehen, ging aus dem Raum und kam kurze Zeit später wieder zufrieden zurück. Die Klasse und ich konnten ungestört weitermachen und sie sich danach wieder beruhigt auf den Unterricht einlassen.</p>
<h2 class="h4"><strong>Wertschätzung statt Vorwürfe</strong></h2>
<p>Wenn man Kinder wertschätzend und ohne Vorwürfe fragt, woran es denn liegt, dass zum Beispiel die Klassenarbeit nun besser oder schlechter ausgefallen ist, haben die meisten schon selbst eine gute Idee davon. Mögliche Faktoren, die auch schon Grundschulkinder gut benennen können, sind: der Grad der Ablenkung im Klassenzimmer, die Dauer der Konzentration, die Art der Vorbereitung, der Grad der Nervosität, Krankheit, Unwohlsein, Interesse am Fach oder Inhalt oder die Dauer der Vorbereitung. Wenn ihr gemeinsam diese Faktoren herausgefunden habt, ist die wichtigste Frage: „Was brauchst du, damit es nächstes Mal besser ist/genauso bleibt?“</p>
<p>Versetzen wir uns doch mal in die Lage der Kinder und Jugendlichen, die im schulischen Kontext unter Leistungsdruck und Stress leiden. Sie nehmen wahr, dass ständig irgendjemand etwas von ihnen will. Sie spüren jeden Tag, dass Schule zwar leistungsorientiert, aber gleichzeitig überhaupt nicht emotions- oder gesundheitsorientiert ist. Und das, obwohl wir wissen, dass qualitativ hochwertige Leistung nur durch Begeisterung in einem gesunden Menschen entsteht.&nbsp;</p>
<p>Es kommt mehr oder weniger unterbewusst bei ihnen an: „Ich soll Leistung für die Zukunft des Landes erbringen, aber wie es mir dabei geht, ist der Gesellschaft eigentlich egal, weil ich zu einer Minderheit gehöre.“</p>
<p>Die Frage: „Was brauchst du?“ ermöglicht den Kindern und Jugendlichen mitbestimmen zu können, wie sie besser lernen können. Letztendlich ist dies ein Schritt Richtung Selbstreguliertes Lernen.</p>
<h2 class="h4"><strong>Gemeinsam Lösungen erarbeiten</strong></h2>
<p>Wenn wir mit Kindern und Jugendlichen offene Gespräche über schulische Herausforderungen führen, zeigt das, dass sie mit ihren Sorgen gehört werden. Gemeinsam kann man nun Lösungen erarbeiten, ohne zusätzlichen Druck auszuüben. Fragen wie „Wie fühlst du dich dabei?“ oder „Wie könnte ich dir helfen?“ stärken das Vertrauen und fördern eine positive Beziehung.&nbsp;</p>
<p>Die Frage beinhaltet noch etwas anderes. Sie macht deutlich, dass die Erwachsenen ehrliches Intresse haben und dem Gegenüber nicht ihre Idee davon überstülpen wollen, wie sie beispielsweise besser zu lernen und sich besser zu konzentrieren zu haben. Letztendlich lernen sie sogar weniger, wenn wir sie ständig überwachen und sie nur unser Verhalten reproduzieren oder Erwartungen erfüllen. Wenn wir die Rolle des Unterstützers einnehmen, sind wir auf Augenhöhe und machen deutlich: „Wir gehen hier gemeinsam durch. Egal was passiert, ich bin an deiner Seite. Aber du gehst voran. Du bestimmst das Tempo und wohin du gehst.“ Wenn das Kind die Laufrichtung vorgeben darf, bedeutet das automatisch, dass es auch Irrwege gehen, in Sackgassen laufen oder komplizierte Umwege gehen darf. Auch Abkürzungen sind denkbar. Das alles steckt in „Was brauchst du gerade?“ Der Unterschied zur Kontrolle „Mach das jetzt so!“ ist, dass das Kind die Sicherheit hat, dass man es begleitet und ihm nichts passieren kann, es aber selbst herausfinden darf, welcher Weg für es selbst gut funktioniert. In der Rolle des Kontrolleurs wäre man gleichzeitig auch ein Korrektiv, das ständig ruft: „Nein, da nicht lang. Hast du schon daran gedacht, dass …“</p>
<p>In der Antwort auf die Zauberfrage sind alle Gefühle, Sorgen und Themen der Schülerinnen und Schüler willkommen. Zu oft haben wir als Ewachsene Angst davor, keine Antworten auf schwierige Situationen und Fragen zu haben. Aber genau das ist doch auch erlaubt. Unsicherheit schafft es nur, wenn wir anfangen, uns aus der Lage peinlich herausreden zu wollen, anstatt zu sagen: „Danke, dass du das mit mir teilst. Ich würde dir gerne eine kluge Antwort darauf geben. Momentan habe ich aber keine. Was brauchst du denn von mir, was dir guttun würde?“</p>
<h2 class="h4"><strong>Die Zauberfrage – auch ein Ausweg</strong></h2>
<p>Als eine Schülerin aufgelöst auf mich zukam und sich über eine andere Lehrkraft beschwerte, war ich in einem totalen Loyalitätskonflikt, zumal ich ja gerade nur eine Seite der Geschichte kannte. Ich fragte sie also: „Was brauchst du denn jetzt von mir?“ Und ihre Antwort erschien mir für uns beide sehr erleichternd: „Nichts! Ich wollte mich nur mal auskotzen.“ Kurze Zeit später kam sie wieder zu mir und berichtete, dass sie das Problem mit der Lehrkraft allein geregelt hatte.</p>
<p>Wenn wir also das nächste Mal spüren, dass Kinder und Jugendliche nicht weiterkommen oder auffällig werden, lasst uns die Zauberfrage: „Was brauchst du gerade?“ stellen und dann einfach mal zuhören. Und natürlich haben Grundschulkinder nicht immer eine tolle Antwort parat, aber dann können wir ja immer fragen, ob sie offen für Ideen und Angebote aus erwachsener Perspektive sind.</p>
<p class="alert-dark" style="padding: 20px;"><b>Zum Autor<br /></b>Moderator, Fortbildner und Lehrer: Matthias Zeitler ist alles drei und eigentlich liegen die Professionen ja sehr nah beieinander. Auf Instagram zählt er zu den Bildungsinfluencern aus dem (Insta-)Lehrerzimmer, einen Podcast hat er auch und das erste Buch ist geschrieben. Mit seiner Schwäche für Hüte und Kappen ist er immer leicht zu erkennen und von sich selbst sagt er: „Ich liebe Musik und Livekonzerte. Daher fühle ich mich im Schulsystem und auf der Bühne auch manchmal wie ein Punkrocker.“</p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>SiB, Schuljahr 2025/26, Nr 6, Juli 2026</category>
           <pubDate>Fri, 10 Jul 2026 09:58:01 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>... und Lernen macht Spaß</title>
           <link>https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2025-26/sib-schuljahr-2025-26-nr-6-juli-2026/1091-und-lernen-macht-spass?format=html</link>
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           <media:title type="plain">... und Lernen macht Spaß</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<div class="h2">So stärkt die Lernmethode DigitalSchoolStory unsere Kinder</div>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von Nina I. Mülhens<b><br /></b>Mitgründerin DigitalSchoolStory</span></p>
<p><b>Wir sehen es täglich: Die Kids schauen gebannt aufs Handy, doch wenn es um den Lernstoff geht, klinken sie sich aus. Lässt sich die Neugier, die wir online erleben, ins Klassenzimmer holen? Und wie können wir junge Menschen stark machen, zwischen Fakt und Fake zu unterscheiden?</b></p>
<p>Soziale Medien sind für viele Eltern und Lehrkräfte ein rotes Tuch, weil sie immer mehr Einfluss auf junge Menschen haben. Für einen mündigen Umgang mit den Plattformen setzt das gemeinnützige Bildungs-Start-up DigitalSchoolStory auf eine Methode, die die Begeisterung der Jugendlichen als Lernressource nutzt.</p>
<p>Lachen, laufende Kameras und ein „Lasst uns das probieren!“ In einer achten Klasse der Realschule ist der Spaß am Lernen spürbar. Die Jugendlichen entwickeln in selbstorganisierten Teams kurze Videos im Social-Media-Stil. Ein Kontrast zum Frontalunterricht. Und ein typisches Bild für die Arbeit mit der Lernmethode DigitalSchoolStory.</p>
<h2 class="h4"><strong>Sind unsere Kinder fit für eine unsichere Zukunft?</strong></h2>
<p>Draußen rasanter Wandel: KI, Communities, mediale Trends. In vielen Klassenzimmern dagegen: Arbeitsblätter, Einzelbenotung, Klausurmarathon. Frust und Zweifel kommen auf: „Hat das Gelernte überhaupt etwas mit meiner Zukunft zu tun?“</p>
<p>Gleichzeitig wächst der Druck auf Jugendliche, was die Zeit nach der Schule angeht: Berufsbilder ändern sich schneller als der Lehrplan. Unternehmen suchen kompetenten Nachwuchs, während Jugendliche oft orientierungslos sind, was ihre Zukunft angeht.</p>
<p>Wie kann Schule junge Menschen fit machen für eine unsichere Zukunft? Und das, ohne zu überfordern? Eine Antwort darauf liefert DigitalSchoolStory (DSS): eine Lernmethode, die Zukunftskompetenzen fördert und Spaß am Lernen weckt.</p>
<h2 class="h4"><strong>Raus aus der Konsumhaltung, rein ins Reflektieren und Ausprobieren!</strong></h2>
<p>DSS ist eine Lernmethode, bei der Jugendliche in selbstorganisierten Teams von vier bis sechs Schülerinnen und Schülern kurze Videos zu Unterrichtsthemen oder gesellschaftlichen Fragen produzieren. Die Videos erinnern an TikTok oder Instagram Reels, Formate, in die Jugendliche in ihrer Freizeit begeistert eintauchen. Das Entscheidende: Schülerinnen und Schüler gestalten selbst, statt zu konsumieren.</p>
<p>Sie überlegen im Team:</p>
<ul>
<li>Wie erzählen wir ein Thema spannend und verständlich?</li>
<li>Welche Informationen brauchen wir dazu?</li>
<li>Wie werden Fakten eine Geschichte, die andere interessiert?</li>
</ul>
<p>Dabei lernen sie nicht nur den Stoff selbst besser, sondern entwickeln nebenbei Fähigkeiten, die sie später dringend brauchen, die sogenannten 4K+Kompetenzen: Kreativität, Kollaboration, Kommunikation, kritisches Denken und Medienkompetenz. Wie wirksam die DSS-Methode diese Zukunftskompetenzen verankert, hat das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) wissenschaftlich bestätigt.</p>
<h2 class="h4"><strong>Warum ist das gerade jetzt wichtig?</strong></h2>
<p><b>1. Jugendliche verbringen viel Zeit im Netz – aber oft passiv</b></p>
<p>Studien zeigen: Jugendliche nutzen soziale Medien überwiegend konsumierend. Der nächste Clip kommt automatisch, die nächste Meinung gleich dazu. DSS dreht dieses Muster um: Jugendliche lernen, zu hinterfragen, selbst zu gestalten, Verantwortung zu übernehmen. Das sind Fähigkeiten, die im digitalen Alltag zählen.</p>
<p><b>2. Schule braucht neue Wege, die zum Lernen motivieren</b><br />Viele Jugendliche erleben den Unterricht als fern von ihrer Lebenswelt. DSS schlägt eine Brücke und zeigt ihnen, dass sie mit ihrer Sicht etwas Wertvolles beitragen. Lernen wird zu einem Prozess, der Spaß macht und Raum für Persönlichkeit und Teamentwicklung lässt.</p>
<p><b>3. Kreativität und kritisches Denken als Schlüssel im KI-Zeitalter</b><br />In einer Arbeitswelt, die sich durch KI rasant verändert, werden Fähigkeiten wie Innovations­fähigkeit, Problemlösen, kritisches Hinterfragen und Perspektivwechsel immer wichtiger. DSS trainiert diese Kompetenzen, unabhängig vom Thema.</p>
<p><b>4. Demokratiebildung und digitale Verantwortung für eine starke Gesellschaft</b><br />Hass im Netz, Fake News, Polarisierung. Wie können wir Jugendliche darauf vorbereiten, im Internet sicher und verantwortungsvoll unterwegs zu sein? Bei DSS lernen Jugendliche, wie sie Fakten prüfen, respektvoll und konstruktives Feedback geben und für ihre Sicht eintreten.</p>
<h2 class="h4"><strong>Wie läuft ein Projekt mit DigitalSchoolStory ab?</strong></h2>
<p>In kleinen Teams entwickeln Jugendliche über mehrere Wochen kurze Videos, von der Recherche über die Produktion bis zur Nachbearbeitung.</p>
<p>Entwickelt wurde die Methode für Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 – 13. Sie kann in jedem Fach eingesetzt werden sowie in der Berufsorientierung, der Demokratie- und Wertebildung. Inzwischen haben auch Hoch- und Berufsschulen die Methode in ihren Lehrplan integriert.</p>
<p>Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung führt durch die Umsetzung in drei Phasen.</p>
<p><strong>Phase 1</strong> („Connect &amp; Condensate“): <br />Jedes Team bestimmt ein Thema, recherchiert eigenständig und entwirft den roten Faden.</p>
<p><strong>Phase 2</strong> („Collaborate &amp; Co-Create“): <br />Das Team produziert mit einfachen Mitteln ein Kurzvideo. Dabei lernen die Jugendlichen, sich selbst zu organisieren und Feedback umzusetzen. Ein Highlight ist für viele, dass erfahrene Video-Stars (Creator) Tipps geben und Einblicke in die Mechanismen sozialer Netzwerke teilen.</p>
<p><strong>Phase 3</strong> („Consolidate &amp; Communicate“): <br />Mit den Tipps im Blick verfeinern die Jugendlichen ihr Video, bevor sie das Ergebnis in der Klasse präsentieren.</p>
<h2 class="h4"><strong>Jetzt auch noch Videos im Klassenzimmer?</strong></h2>
<p>Verständlich, dass Eltern erst einmal fragen: „Ist das wirklich Lernen?“ Die Erfahrung zeigt: Jugendliche lernen auf diese Weise intensiver, nachhaltiger und mit mehr Freude.</p>
<p>Sie erleben:</p>
<ul>
<li>Selbstwirksamkeit, Teamgeist und Eigenverantwortung</li>
<li>Medienkompetenz statt Medienkonsum</li>
<li>Respektvollen Umgang im Miteinander</li>
<li>Mut und Experimentierfreude</li>
</ul>
<p>Eltern stellen fest, dass Jugendliche plötzlich begeistert über den Unterricht sprechen und stolz auf die eigene Arbeit sind. Schulen erleben, dass Motivation und Lernatmosphäre sich durch DSS verbessern und die Klassengemeinschaft gestärkt wird.</p>
<p>Gerade in Zeiten von politischen Unsicherheiten, technologischem Wandel und neuen Anforderungen in der Arbeitswelt brauchen Schulen Methoden, die junge Menschen stark machen, mitzugestalten. DigitalSchoolStory ist eine davon.</p>
<h2 class="h4"><strong>Lernen neu erleben und selbst gestalten</strong></h2>
<p>Die Methode verändert, wie Jugendliche Lernen erleben: als etwas, das sie selbst gestalten, das ihre Welt einbezieht, und das ihnen zeigt: „Ich kann etwas. Ich habe eine Stimme. Und meine Ideen zählen.“ Für viele Jugendliche ist das der wichtigste Lernschritt überhaupt.</p>
<p>Entwickelt wurde die Methode in einem Hackathon 2020. Seitdem macht der Ansatz Schule: Über 16.000 Jugendliche in allen Bundesländern haben bereits mit DSS ihre Kompetenzen gestärkt. Für ihr Wirken wurde die Organisation 2023 mit dem Corporate Digital Responsibility Award ausgezeichnet.</p>
<h2 class="h4"><strong>DigitalSchoolStory an die eigene Schule holen</strong></h2>
<p>Für Eltern, Schulen und Arbeitgeber in der Region bietet die Methode eine Chance, den Wandel des Lernens gemeinsam zu gestalten. Die Finanzierung erfolgt oft über die Fördervereine oder über Unternehmen in der Region. Als gemeinnütziges Start-up kooperiert DigitalSchoolStory zudem mit Stiftungen und Förderpartnern aus der Wirtschaft, die Projekte themenbezogen oder regional fördern, zum Beispiel in der Demokratiebildung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="alert-info" style="padding: 20px;"><b>Weiterlesen</b><br />DigitalSchoolStory macht junge Menschen von reinen Social Media-Konsumenten zu aktiven Gestaltern im Netz. Mit Themenideen von Grundgesetzwissen und Faktenchecking über digitale Kompetenzen bis hin zu Sprachförderung oder Berufsorientierung: Neben der Idee, die Schülerinnen und Schüler ins Gestalten zu bringen, fördert ein Projekt mit DigitalSchoolStory auch „klassische“ Wissensvermittlung. <br />Auf der Website gibt es Praxisbesipiele und alle Infos, wie man an der eigenen Schule loslegt:<br /><strong><a href="https://t1p.de/digitalschool" target="_blank" rel="noopener">t1p.de/digitalschool</a></strong></p>
<p class="alert-dark" style="padding: 20px;"><b>Zur Autorin<br /></b>Nina Mülhens ist Geschäftsführerin und Mitgründerin der DigitalSchoolStory gGmbH. Mit ihrer Arbeit setzt sie sich dafür ein, Bildung zeitgemäß zu gestalten und Schülerinnen und Schülern eine starke Stimme in der digitalen Welt zu geben. Ihr Fokus liegt auf innovativen Lernformaten, die Kreativität, Medienkompetenz und unternehmerisches Denken fördern. Mit DigitalSchoolStory im hessischen Bad Homburg zeigt sie außerdem, dass Innovation auch außerhalb Berlins stattfindet …</p>]]></media:description>
                      <guid isPermaLink="true">https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2025-26/sib-schuljahr-2025-26-nr-6-juli-2026/1091-und-lernen-macht-spass?format=html</guid>
           <description><![CDATA[<div class="h2">So stärkt die Lernmethode DigitalSchoolStory unsere Kinder</div>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von Nina I. Mülhens<b><br /></b>Mitgründerin DigitalSchoolStory</span></p>
<p><b>Wir sehen es täglich: Die Kids schauen gebannt aufs Handy, doch wenn es um den Lernstoff geht, klinken sie sich aus. Lässt sich die Neugier, die wir online erleben, ins Klassenzimmer holen? Und wie können wir junge Menschen stark machen, zwischen Fakt und Fake zu unterscheiden?</b></p>
<p>Soziale Medien sind für viele Eltern und Lehrkräfte ein rotes Tuch, weil sie immer mehr Einfluss auf junge Menschen haben. Für einen mündigen Umgang mit den Plattformen setzt das gemeinnützige Bildungs-Start-up DigitalSchoolStory auf eine Methode, die die Begeisterung der Jugendlichen als Lernressource nutzt.</p>
<p>Lachen, laufende Kameras und ein „Lasst uns das probieren!“ In einer achten Klasse der Realschule ist der Spaß am Lernen spürbar. Die Jugendlichen entwickeln in selbstorganisierten Teams kurze Videos im Social-Media-Stil. Ein Kontrast zum Frontalunterricht. Und ein typisches Bild für die Arbeit mit der Lernmethode DigitalSchoolStory.</p>
<h2 class="h4"><strong>Sind unsere Kinder fit für eine unsichere Zukunft?</strong></h2>
<p>Draußen rasanter Wandel: KI, Communities, mediale Trends. In vielen Klassenzimmern dagegen: Arbeitsblätter, Einzelbenotung, Klausurmarathon. Frust und Zweifel kommen auf: „Hat das Gelernte überhaupt etwas mit meiner Zukunft zu tun?“</p>
<p>Gleichzeitig wächst der Druck auf Jugendliche, was die Zeit nach der Schule angeht: Berufsbilder ändern sich schneller als der Lehrplan. Unternehmen suchen kompetenten Nachwuchs, während Jugendliche oft orientierungslos sind, was ihre Zukunft angeht.</p>
<p>Wie kann Schule junge Menschen fit machen für eine unsichere Zukunft? Und das, ohne zu überfordern? Eine Antwort darauf liefert DigitalSchoolStory (DSS): eine Lernmethode, die Zukunftskompetenzen fördert und Spaß am Lernen weckt.</p>
<h2 class="h4"><strong>Raus aus der Konsumhaltung, rein ins Reflektieren und Ausprobieren!</strong></h2>
<p>DSS ist eine Lernmethode, bei der Jugendliche in selbstorganisierten Teams von vier bis sechs Schülerinnen und Schülern kurze Videos zu Unterrichtsthemen oder gesellschaftlichen Fragen produzieren. Die Videos erinnern an TikTok oder Instagram Reels, Formate, in die Jugendliche in ihrer Freizeit begeistert eintauchen. Das Entscheidende: Schülerinnen und Schüler gestalten selbst, statt zu konsumieren.</p>
<p>Sie überlegen im Team:</p>
<ul>
<li>Wie erzählen wir ein Thema spannend und verständlich?</li>
<li>Welche Informationen brauchen wir dazu?</li>
<li>Wie werden Fakten eine Geschichte, die andere interessiert?</li>
</ul>
<p>Dabei lernen sie nicht nur den Stoff selbst besser, sondern entwickeln nebenbei Fähigkeiten, die sie später dringend brauchen, die sogenannten 4K+Kompetenzen: Kreativität, Kollaboration, Kommunikation, kritisches Denken und Medienkompetenz. Wie wirksam die DSS-Methode diese Zukunftskompetenzen verankert, hat das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) wissenschaftlich bestätigt.</p>
<h2 class="h4"><strong>Warum ist das gerade jetzt wichtig?</strong></h2>
<p><b>1. Jugendliche verbringen viel Zeit im Netz – aber oft passiv</b></p>
<p>Studien zeigen: Jugendliche nutzen soziale Medien überwiegend konsumierend. Der nächste Clip kommt automatisch, die nächste Meinung gleich dazu. DSS dreht dieses Muster um: Jugendliche lernen, zu hinterfragen, selbst zu gestalten, Verantwortung zu übernehmen. Das sind Fähigkeiten, die im digitalen Alltag zählen.</p>
<p><b>2. Schule braucht neue Wege, die zum Lernen motivieren</b><br />Viele Jugendliche erleben den Unterricht als fern von ihrer Lebenswelt. DSS schlägt eine Brücke und zeigt ihnen, dass sie mit ihrer Sicht etwas Wertvolles beitragen. Lernen wird zu einem Prozess, der Spaß macht und Raum für Persönlichkeit und Teamentwicklung lässt.</p>
<p><b>3. Kreativität und kritisches Denken als Schlüssel im KI-Zeitalter</b><br />In einer Arbeitswelt, die sich durch KI rasant verändert, werden Fähigkeiten wie Innovations­fähigkeit, Problemlösen, kritisches Hinterfragen und Perspektivwechsel immer wichtiger. DSS trainiert diese Kompetenzen, unabhängig vom Thema.</p>
<p><b>4. Demokratiebildung und digitale Verantwortung für eine starke Gesellschaft</b><br />Hass im Netz, Fake News, Polarisierung. Wie können wir Jugendliche darauf vorbereiten, im Internet sicher und verantwortungsvoll unterwegs zu sein? Bei DSS lernen Jugendliche, wie sie Fakten prüfen, respektvoll und konstruktives Feedback geben und für ihre Sicht eintreten.</p>
<h2 class="h4"><strong>Wie läuft ein Projekt mit DigitalSchoolStory ab?</strong></h2>
<p>In kleinen Teams entwickeln Jugendliche über mehrere Wochen kurze Videos, von der Recherche über die Produktion bis zur Nachbearbeitung.</p>
<p>Entwickelt wurde die Methode für Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 – 13. Sie kann in jedem Fach eingesetzt werden sowie in der Berufsorientierung, der Demokratie- und Wertebildung. Inzwischen haben auch Hoch- und Berufsschulen die Methode in ihren Lehrplan integriert.</p>
<p>Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung führt durch die Umsetzung in drei Phasen.</p>
<p><strong>Phase 1</strong> („Connect &amp; Condensate“): <br />Jedes Team bestimmt ein Thema, recherchiert eigenständig und entwirft den roten Faden.</p>
<p><strong>Phase 2</strong> („Collaborate &amp; Co-Create“): <br />Das Team produziert mit einfachen Mitteln ein Kurzvideo. Dabei lernen die Jugendlichen, sich selbst zu organisieren und Feedback umzusetzen. Ein Highlight ist für viele, dass erfahrene Video-Stars (Creator) Tipps geben und Einblicke in die Mechanismen sozialer Netzwerke teilen.</p>
<p><strong>Phase 3</strong> („Consolidate &amp; Communicate“): <br />Mit den Tipps im Blick verfeinern die Jugendlichen ihr Video, bevor sie das Ergebnis in der Klasse präsentieren.</p>
<h2 class="h4"><strong>Jetzt auch noch Videos im Klassenzimmer?</strong></h2>
<p>Verständlich, dass Eltern erst einmal fragen: „Ist das wirklich Lernen?“ Die Erfahrung zeigt: Jugendliche lernen auf diese Weise intensiver, nachhaltiger und mit mehr Freude.</p>
<p>Sie erleben:</p>
<ul>
<li>Selbstwirksamkeit, Teamgeist und Eigenverantwortung</li>
<li>Medienkompetenz statt Medienkonsum</li>
<li>Respektvollen Umgang im Miteinander</li>
<li>Mut und Experimentierfreude</li>
</ul>
<p>Eltern stellen fest, dass Jugendliche plötzlich begeistert über den Unterricht sprechen und stolz auf die eigene Arbeit sind. Schulen erleben, dass Motivation und Lernatmosphäre sich durch DSS verbessern und die Klassengemeinschaft gestärkt wird.</p>
<p>Gerade in Zeiten von politischen Unsicherheiten, technologischem Wandel und neuen Anforderungen in der Arbeitswelt brauchen Schulen Methoden, die junge Menschen stark machen, mitzugestalten. DigitalSchoolStory ist eine davon.</p>
<h2 class="h4"><strong>Lernen neu erleben und selbst gestalten</strong></h2>
<p>Die Methode verändert, wie Jugendliche Lernen erleben: als etwas, das sie selbst gestalten, das ihre Welt einbezieht, und das ihnen zeigt: „Ich kann etwas. Ich habe eine Stimme. Und meine Ideen zählen.“ Für viele Jugendliche ist das der wichtigste Lernschritt überhaupt.</p>
<p>Entwickelt wurde die Methode in einem Hackathon 2020. Seitdem macht der Ansatz Schule: Über 16.000 Jugendliche in allen Bundesländern haben bereits mit DSS ihre Kompetenzen gestärkt. Für ihr Wirken wurde die Organisation 2023 mit dem Corporate Digital Responsibility Award ausgezeichnet.</p>
<h2 class="h4"><strong>DigitalSchoolStory an die eigene Schule holen</strong></h2>
<p>Für Eltern, Schulen und Arbeitgeber in der Region bietet die Methode eine Chance, den Wandel des Lernens gemeinsam zu gestalten. Die Finanzierung erfolgt oft über die Fördervereine oder über Unternehmen in der Region. Als gemeinnütziges Start-up kooperiert DigitalSchoolStory zudem mit Stiftungen und Förderpartnern aus der Wirtschaft, die Projekte themenbezogen oder regional fördern, zum Beispiel in der Demokratiebildung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="alert-info" style="padding: 20px;"><b>Weiterlesen</b><br />DigitalSchoolStory macht junge Menschen von reinen Social Media-Konsumenten zu aktiven Gestaltern im Netz. Mit Themenideen von Grundgesetzwissen und Faktenchecking über digitale Kompetenzen bis hin zu Sprachförderung oder Berufsorientierung: Neben der Idee, die Schülerinnen und Schüler ins Gestalten zu bringen, fördert ein Projekt mit DigitalSchoolStory auch „klassische“ Wissensvermittlung. <br />Auf der Website gibt es Praxisbesipiele und alle Infos, wie man an der eigenen Schule loslegt:<br /><strong><a href="https://t1p.de/digitalschool" target="_blank" rel="noopener">t1p.de/digitalschool</a></strong></p>
<p class="alert-dark" style="padding: 20px;"><b>Zur Autorin<br /></b>Nina Mülhens ist Geschäftsführerin und Mitgründerin der DigitalSchoolStory gGmbH. Mit ihrer Arbeit setzt sie sich dafür ein, Bildung zeitgemäß zu gestalten und Schülerinnen und Schülern eine starke Stimme in der digitalen Welt zu geben. Ihr Fokus liegt auf innovativen Lernformaten, die Kreativität, Medienkompetenz und unternehmerisches Denken fördern. Mit DigitalSchoolStory im hessischen Bad Homburg zeigt sie außerdem, dass Innovation auch außerhalb Berlins stattfindet …</p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>SiB, Schuljahr 2025/26, Nr 6, Juli 2026</category>
           <pubDate>Fri, 10 Jul 2026 09:53:36 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Nachteilsausgleiche neben Legasthenie</title>
           <link>https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2025-26/sib-schuljahr-2025-26-nr-6-juli-2026/1090-nachteilsausgleiche-neben-legasthenie?format=html</link>
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           <media:title type="plain">Nachteilsausgleiche neben Legasthenie</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<p class="h3">Schulrecht erklärt</p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von Andreas Zoller</span><br /><span style="font-size: 10pt;">Rechtsanwalt</span></p>
<p><b>Neben Legasthenie gibt es noch zahlreiche andere Teilbereiche, bei denen Nachteilsausgleiche grundsätzlich denkbar sind.</b></p>
<p>Die KMK hat von diesen Themenbereichen bisher nur Dyskalkulie halbherzig aufgegriffen, es allerdings (auch aus der praktischen Erwägung heraus, dass bei Nachteilsausgleichen potenziell wenig von Mathematik übrig bleiben könnte) den Ländern überlassen, ob und wenn ja, wie sie es regeln.</p>
<p>Allgemeine Regelungen wie § 38 Abs. 6 SchG</p>
<blockquote class="h5" style="padding-left: 15px; margin-top: 0; border-left: 8px solid #fef8e3;">Die Lehrkräfte tragen im Rahmen der in Grundgesetz, Verfassung des Landes Baden-Württemberg und § 1 dieses Gesetzes niedergelegten Erziehungsziele und der Bildungspläne sowie der übrigen für sie geltenden Vorschriften und Anordnungen die unmittelbare pädagogische Verantwortung für die Erziehung und Bildung der Schüler. Sie setzen im Rahmen der vorhandenen Ausstattung der Schule zur Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrags auch informationstechnisch gestützte Systeme ein.</blockquote>
<p>und § 7 Abs. 2 NVO</p>
<blockquote class="h5" style="padding-left: 15px; margin-top: 0; border-left: 8px solid #fef8e3;">(2) Die Bildung der Note in einem Unterrichtsfach ist eine pädagogisch-fachliche Gesamtwertung der von der Schülerin oder dem Schüler im Beurteilungszeitraum erbrachten Leistungen. § 6 Absatz 3 Satz 2 der Verordnung des Kultusministeriums über digitale Lehr- und Lernformen (Digitalunterrichtsverordnung – DUVO) in der jeweils geltenden Fassung ist entsprechend anzuwenden.</blockquote>
<p>helfen nicht weiter, da diese nicht festlegen, welcher Nachteil konkret auszugleichen ist.</p>
<p>Hilfreicher sind die Verwaltungsvorschriften für Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf und Behinderungen.</p>
<p>In Ziffer 1 werden zahlreiche praktisch relevante Bereiche für Fördermaßnahmen aufgezählt, die dann natürlich auch Nachteilsausgleiche nach sich ziehen können:</p>
<blockquote class="h5" style="padding-left: 15px; margin-top: 0; border-left: 8px solid #fef8e3;">Besondere Förderbedürfnisse können sich insbesondere ergeben bei Schwierigkeiten im Lesen oder Rechtschreiben, in Mathematik, bei mangelnden Kenntnissen in der deutschen Sprache (vgl. hierzu Verwaltungsvorschrift zur Sprachförderung vom 1. August 2008, K.u.U. S. 57), bei besonderen Problemen im Verhalten und in der Aufmerksamkeit, bei chronischen Erkrankungen, bei Behinderungen oder bei einer Hochbegabung.</blockquote>
<p>D.h. grundsätzlich kann man hierunter</p>
<ul>
<li>Dyskalkulie</li>
<li>Schüler mit Problemen in der deutschen Sprache</li>
<li>ADHS, ADS, Hypersensibilität, Autismus, AVWS (Verhalten und Aufmerksamkeit),</li>
<li>chronischen Erkrankungen</li>
<li>sonderpädagogischem Bildungsangebot (Behinderungen)</li>
<li>Hochbegabung</li>
</ul>
<p>fassen, aber auch andere verwandte Themenbereiche, da ein „insbesondere“ vorangestellt wurde.</p>
<p>Für diese Bereiche gibt es unter Ziffer 2.3.1 konkrete Ansätze für Nachteilsausgleiche:</p>
<blockquote class="h5" style="padding-left: 15px; margin-top: 0; border-left: 8px solid #fef8e3;">&gt;Daneben sind auch besondere, nur auf einzelne Schüler bezogene Maßnahmen des Nachteilsausgleichs möglich, insbesondere durch eine Anpassung der Arbeitszeit oder durch die Nutzung von besonderen technischen oder didaktisch-methodischen Hilfen. Auch ist es möglich, die Gewichtung der schriftlichen, mündlichen und praktischen Leistungen im Einzelfall anzupassen; allerdings muss jede dieser Leistungsarten eine hinreichende Gewichtung behalten.</blockquote>
<p>Im Ergebnis heißt dies, denkbar sind</p>
<ul>
<li>Schreibzeitverlängerungen,</li>
<li>Hilfsmittel</li>
<li>aber auch andere Nachteilsausgleiche bei der Leistungserfassung („insbesondere“ heißt nicht enumerativ).</li>
</ul>
<p>D.h. auf formaler Ebene kann man vor allem geltend machen,</p>
<ul>
<li>Schreibzeitverlängerungen,</li>
<li>Hilfsmittel</li>
<li>und ggf. auch andere Aufgabenstellungen.</li>
</ul>
<p>Der „Notenschutz“ ist beschränkt auf eine andere Gewichtung, d.h. man könnte ggf. mündlich auf 2/3 erhöhen, was natürlich nur dann etwas bringt, wenn die Lehrkraft dem Kind dann die individuelle Möglichkeit gibt, sich mündlich zu präsentieren und dies dann unter Berücksichtigung der Teilleistungsstörung bewertet wird. Grundsätzlich ist dies eine einfachere Variante als die Nachteilsausgleiche, da im mündlichen Bereich mehr Spielräume bestehen, Besonderheiten konstruktiv in die Notenbildung einzubeziehen. Das heißt aber auch, dass man auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Lehrkraft angewiesen ist, dass diese wirklich die Chance auf eine bessere mündliche Note gewährleistet.</p>
<p>Jetzt kommt aber der Knackpunkt – Nachteilsausgleiche sind in der Praxis immer schwierig zu erreichen, da es nicht „den Nachteilsausgleich“ gibt, sondern nur der individuelle Nachteil ausgeglichen werden soll. Hauptproblem ist immer, den konkreten Nachteil festzulegen, da nur dieser ausgeglichen wird, wie der Begriff „Nachteilsausgleich“ per Definition festlegt:</p>
<ul>
<li>Es müssen in dem Gutachten die konkreten Nachteile jeweils exakt definiert werden, denn nur auf der Basis, kann man auch verlangen, dass diese konkreten Nachteile ausgeglichen werden.</li>
<li>Definiert man den Nachteil konkret, sollte in dem Gutachten auch dargestellt werden, welche Nachteilsausgleiche das Kind konkret benötigt. Bleibt es bei Aufzählungen oder vagen Umschreibungen, endet es in endlosen Diskussionen.</li>
</ul>
<p>Meist beinhalten Gutachten nur allgemeine Aussagen zu einer allgemeinen Diagnose, aber keine konkreten Festlegungen. Und meist werden in Gutachten nur mögliche Nachteilsausgleiche allgemein aufgezählt.</p>
<p>Es ist also Aufgabe der Gutachten, dies genauer herauszuarbeiten, was natürlich auch unter dem Aspekt problematisch ist, dass viele Probleme dynamisch sind (vor allem Dyskalkulie und Hochbegabung), d.h. Probleme und Bedürfnisse sich rasch ändern können.</p>
<p>Ein weiteres Problem stellt dar, inwiefern solche Gutachten von Schulen überhaupt anerkannt werden, selbst bei privaten Instituten gibt es immer häufiger Probleme. Man kann dann versuchen, Schulpsychologen als Vermittler einzubeziehen, d.h. diese sollen die Inhalte des Gutachtens fachlich einschätzen. Dies beinhaltet die Gefahr, dass dann weniger übrig bleibt, als man sich erwünschte. Alternativ kann man versuchen, Fachgutachten von Psychologen, Psychiatern oder einem SPZ zu erhalten.</p>
<p class="alert-dark" style="padding: 20px;"><b>Zum Autor<br /></b>Rechtsanwalt Andreas Zoller ist seit 2007 einer der führenden Experten im Schulrecht. Durch seine umfangreichen Online-Ressourcen macht er schulrechtliche Themen für ein breites Publikum zugänglich. Neben seiner anwaltlichen Tätigkeit ist er als Dozent an der Kommunalakademie Deutschland und als Autor aktiv. Seine Schwerpunkte umfassen Schulwahl, Ordnungsmaßnahmen, Mobbing, Nichtversetzung und Inklusion.</p>]]></media:description>
                      <guid isPermaLink="true">https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2025-26/sib-schuljahr-2025-26-nr-6-juli-2026/1090-nachteilsausgleiche-neben-legasthenie?format=html</guid>
           <description><![CDATA[<p class="h3">Schulrecht erklärt</p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von Andreas Zoller</span><br /><span style="font-size: 10pt;">Rechtsanwalt</span></p>
<p><b>Neben Legasthenie gibt es noch zahlreiche andere Teilbereiche, bei denen Nachteilsausgleiche grundsätzlich denkbar sind.</b></p>
<p>Die KMK hat von diesen Themenbereichen bisher nur Dyskalkulie halbherzig aufgegriffen, es allerdings (auch aus der praktischen Erwägung heraus, dass bei Nachteilsausgleichen potenziell wenig von Mathematik übrig bleiben könnte) den Ländern überlassen, ob und wenn ja, wie sie es regeln.</p>
<p>Allgemeine Regelungen wie § 38 Abs. 6 SchG</p>
<blockquote class="h5" style="padding-left: 15px; margin-top: 0; border-left: 8px solid #fef8e3;">Die Lehrkräfte tragen im Rahmen der in Grundgesetz, Verfassung des Landes Baden-Württemberg und § 1 dieses Gesetzes niedergelegten Erziehungsziele und der Bildungspläne sowie der übrigen für sie geltenden Vorschriften und Anordnungen die unmittelbare pädagogische Verantwortung für die Erziehung und Bildung der Schüler. Sie setzen im Rahmen der vorhandenen Ausstattung der Schule zur Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrags auch informationstechnisch gestützte Systeme ein.</blockquote>
<p>und § 7 Abs. 2 NVO</p>
<blockquote class="h5" style="padding-left: 15px; margin-top: 0; border-left: 8px solid #fef8e3;">(2) Die Bildung der Note in einem Unterrichtsfach ist eine pädagogisch-fachliche Gesamtwertung der von der Schülerin oder dem Schüler im Beurteilungszeitraum erbrachten Leistungen. § 6 Absatz 3 Satz 2 der Verordnung des Kultusministeriums über digitale Lehr- und Lernformen (Digitalunterrichtsverordnung – DUVO) in der jeweils geltenden Fassung ist entsprechend anzuwenden.</blockquote>
<p>helfen nicht weiter, da diese nicht festlegen, welcher Nachteil konkret auszugleichen ist.</p>
<p>Hilfreicher sind die Verwaltungsvorschriften für Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf und Behinderungen.</p>
<p>In Ziffer 1 werden zahlreiche praktisch relevante Bereiche für Fördermaßnahmen aufgezählt, die dann natürlich auch Nachteilsausgleiche nach sich ziehen können:</p>
<blockquote class="h5" style="padding-left: 15px; margin-top: 0; border-left: 8px solid #fef8e3;">Besondere Förderbedürfnisse können sich insbesondere ergeben bei Schwierigkeiten im Lesen oder Rechtschreiben, in Mathematik, bei mangelnden Kenntnissen in der deutschen Sprache (vgl. hierzu Verwaltungsvorschrift zur Sprachförderung vom 1. August 2008, K.u.U. S. 57), bei besonderen Problemen im Verhalten und in der Aufmerksamkeit, bei chronischen Erkrankungen, bei Behinderungen oder bei einer Hochbegabung.</blockquote>
<p>D.h. grundsätzlich kann man hierunter</p>
<ul>
<li>Dyskalkulie</li>
<li>Schüler mit Problemen in der deutschen Sprache</li>
<li>ADHS, ADS, Hypersensibilität, Autismus, AVWS (Verhalten und Aufmerksamkeit),</li>
<li>chronischen Erkrankungen</li>
<li>sonderpädagogischem Bildungsangebot (Behinderungen)</li>
<li>Hochbegabung</li>
</ul>
<p>fassen, aber auch andere verwandte Themenbereiche, da ein „insbesondere“ vorangestellt wurde.</p>
<p>Für diese Bereiche gibt es unter Ziffer 2.3.1 konkrete Ansätze für Nachteilsausgleiche:</p>
<blockquote class="h5" style="padding-left: 15px; margin-top: 0; border-left: 8px solid #fef8e3;">&gt;Daneben sind auch besondere, nur auf einzelne Schüler bezogene Maßnahmen des Nachteilsausgleichs möglich, insbesondere durch eine Anpassung der Arbeitszeit oder durch die Nutzung von besonderen technischen oder didaktisch-methodischen Hilfen. Auch ist es möglich, die Gewichtung der schriftlichen, mündlichen und praktischen Leistungen im Einzelfall anzupassen; allerdings muss jede dieser Leistungsarten eine hinreichende Gewichtung behalten.</blockquote>
<p>Im Ergebnis heißt dies, denkbar sind</p>
<ul>
<li>Schreibzeitverlängerungen,</li>
<li>Hilfsmittel</li>
<li>aber auch andere Nachteilsausgleiche bei der Leistungserfassung („insbesondere“ heißt nicht enumerativ).</li>
</ul>
<p>D.h. auf formaler Ebene kann man vor allem geltend machen,</p>
<ul>
<li>Schreibzeitverlängerungen,</li>
<li>Hilfsmittel</li>
<li>und ggf. auch andere Aufgabenstellungen.</li>
</ul>
<p>Der „Notenschutz“ ist beschränkt auf eine andere Gewichtung, d.h. man könnte ggf. mündlich auf 2/3 erhöhen, was natürlich nur dann etwas bringt, wenn die Lehrkraft dem Kind dann die individuelle Möglichkeit gibt, sich mündlich zu präsentieren und dies dann unter Berücksichtigung der Teilleistungsstörung bewertet wird. Grundsätzlich ist dies eine einfachere Variante als die Nachteilsausgleiche, da im mündlichen Bereich mehr Spielräume bestehen, Besonderheiten konstruktiv in die Notenbildung einzubeziehen. Das heißt aber auch, dass man auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Lehrkraft angewiesen ist, dass diese wirklich die Chance auf eine bessere mündliche Note gewährleistet.</p>
<p>Jetzt kommt aber der Knackpunkt – Nachteilsausgleiche sind in der Praxis immer schwierig zu erreichen, da es nicht „den Nachteilsausgleich“ gibt, sondern nur der individuelle Nachteil ausgeglichen werden soll. Hauptproblem ist immer, den konkreten Nachteil festzulegen, da nur dieser ausgeglichen wird, wie der Begriff „Nachteilsausgleich“ per Definition festlegt:</p>
<ul>
<li>Es müssen in dem Gutachten die konkreten Nachteile jeweils exakt definiert werden, denn nur auf der Basis, kann man auch verlangen, dass diese konkreten Nachteile ausgeglichen werden.</li>
<li>Definiert man den Nachteil konkret, sollte in dem Gutachten auch dargestellt werden, welche Nachteilsausgleiche das Kind konkret benötigt. Bleibt es bei Aufzählungen oder vagen Umschreibungen, endet es in endlosen Diskussionen.</li>
</ul>
<p>Meist beinhalten Gutachten nur allgemeine Aussagen zu einer allgemeinen Diagnose, aber keine konkreten Festlegungen. Und meist werden in Gutachten nur mögliche Nachteilsausgleiche allgemein aufgezählt.</p>
<p>Es ist also Aufgabe der Gutachten, dies genauer herauszuarbeiten, was natürlich auch unter dem Aspekt problematisch ist, dass viele Probleme dynamisch sind (vor allem Dyskalkulie und Hochbegabung), d.h. Probleme und Bedürfnisse sich rasch ändern können.</p>
<p>Ein weiteres Problem stellt dar, inwiefern solche Gutachten von Schulen überhaupt anerkannt werden, selbst bei privaten Instituten gibt es immer häufiger Probleme. Man kann dann versuchen, Schulpsychologen als Vermittler einzubeziehen, d.h. diese sollen die Inhalte des Gutachtens fachlich einschätzen. Dies beinhaltet die Gefahr, dass dann weniger übrig bleibt, als man sich erwünschte. Alternativ kann man versuchen, Fachgutachten von Psychologen, Psychiatern oder einem SPZ zu erhalten.</p>
<p class="alert-dark" style="padding: 20px;"><b>Zum Autor<br /></b>Rechtsanwalt Andreas Zoller ist seit 2007 einer der führenden Experten im Schulrecht. Durch seine umfangreichen Online-Ressourcen macht er schulrechtliche Themen für ein breites Publikum zugänglich. Neben seiner anwaltlichen Tätigkeit ist er als Dozent an der Kommunalakademie Deutschland und als Autor aktiv. Seine Schwerpunkte umfassen Schulwahl, Ordnungsmaßnahmen, Mobbing, Nichtversetzung und Inklusion.</p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>SiB, Schuljahr 2025/26, Nr 6, Juli 2026</category>
           <pubDate>Fri, 10 Jul 2026 09:39:43 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Landeselternbeirat begrüßt angekündigtes Ende der Sommerferien-Arbeitslosigkeit von Referendarinnen und Referendaren</title>
           <link>https://leb-bw.de/infos-downloads/presse/1089-landeselternbeirat-begruesst-angekuendigtes-ende-der-sommerferien-arbeitslosigkeit-von-referendarinnen-und-referendaren?format=html</link>
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           <media:title type="plain">Landeselternbeirat begrüßt angekündigtes Ende der Sommerferien-Arbeitslosigkeit von Referendarinnen und Referendaren</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<p><em>Pressemeldung vom 12. Juni 2026</em></p>
<p>Der Landeselternbeirat Baden -Württemberg begrüßt die Ankündigung von Kultusminister Andreas Jung zum Start der neuen Landesregierung, angehende Lehrkräfte künftig auch über die Sommerferien hinweg zu bezahlen und das Referendariat entsprechend anzupassen. Damit wird ein seit Jahren kritisierter Zustand beendet, bei dem tausende junge Lehrkräfte trotz akuten Lehrkräftemangels in den Sommerferien ohne Beschäftigung und Einkommen waren.<br /><br />„Dass die neue Landesregierung dieses Thema direkt zu Beginn ihrer Amtszeit aufgreift, ist ein wichtiges Signal für Verlässlichkeit und eine zukunftsorientierte Bildungspolitik“, erklärt Vanessa Scholz, Vorsitzende des Landeselternbeirats Baden-Württemberg. „Wer gute Bildung möchte, muss auch für faire Bedingungen in der Lehrkräfteausbildung sorgen.“<br /><br />Aus Sicht des Landeselternbeirats ist die geplante Änderung nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber angehenden Lehrkräften, sondern auch ein wichtiger Schritt zur langfristigen Sicherung der Unterrichtsversorgung im Land. Diese wird vom Landeselternbeirat seit Jahren gefordert. Gerade in Zeiten zunehmenden Lehrkräftemangels brauch t Baden -Württemberg attraktive Rahmenbedingungen für junge Menschen, die sich für den Lehrerberuf entscheiden.<br /><br />Der Landeselternbeirat unterstützt daher ausdrücklich die angekündigte Maßnahme und erwartet nun eine schnelle und verbindliche Umsetzung. Schulen, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler s ind auf motivierte und gut ausgebildete Lehrkräfte angewiesen. Dazu gehör t auch, dass der Einstieg in den Beruf ohne unnötige finanzielle Unsicherheit möglich ist .</p>]]></media:description>
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           <description><![CDATA[<p><em>Pressemeldung vom 12. Juni 2026</em></p>
<p>Der Landeselternbeirat Baden -Württemberg begrüßt die Ankündigung von Kultusminister Andreas Jung zum Start der neuen Landesregierung, angehende Lehrkräfte künftig auch über die Sommerferien hinweg zu bezahlen und das Referendariat entsprechend anzupassen. Damit wird ein seit Jahren kritisierter Zustand beendet, bei dem tausende junge Lehrkräfte trotz akuten Lehrkräftemangels in den Sommerferien ohne Beschäftigung und Einkommen waren.<br /><br />„Dass die neue Landesregierung dieses Thema direkt zu Beginn ihrer Amtszeit aufgreift, ist ein wichtiges Signal für Verlässlichkeit und eine zukunftsorientierte Bildungspolitik“, erklärt Vanessa Scholz, Vorsitzende des Landeselternbeirats Baden-Württemberg. „Wer gute Bildung möchte, muss auch für faire Bedingungen in der Lehrkräfteausbildung sorgen.“<br /><br />Aus Sicht des Landeselternbeirats ist die geplante Änderung nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber angehenden Lehrkräften, sondern auch ein wichtiger Schritt zur langfristigen Sicherung der Unterrichtsversorgung im Land. Diese wird vom Landeselternbeirat seit Jahren gefordert. Gerade in Zeiten zunehmenden Lehrkräftemangels brauch t Baden -Württemberg attraktive Rahmenbedingungen für junge Menschen, die sich für den Lehrerberuf entscheiden.<br /><br />Der Landeselternbeirat unterstützt daher ausdrücklich die angekündigte Maßnahme und erwartet nun eine schnelle und verbindliche Umsetzung. Schulen, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler s ind auf motivierte und gut ausgebildete Lehrkräfte angewiesen. Dazu gehör t auch, dass der Einstieg in den Beruf ohne unnötige finanzielle Unsicherheit möglich ist .</p>]]></description>
           <author>j.langer@ccml.de (Jürgen Langer)</author>
           <category>Presse</category>
           <pubDate>Fri, 12 Jun 2026 17:07:45 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Tagesordnung 17.06.2026</title>
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           <media:title type="plain">Tagesordnung 17.06.2026</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<p>3. Sitzung des 21. Landeselternbeirats</p>]]></media:description>
                      <guid isPermaLink="true">https://leb-bw.de/infos-downloads/tagesordnungen/tagesordnungen-2026/1088-tagesordnung-17-06-2026?format=html</guid>
           <description><![CDATA[<p>3. Sitzung des 21. Landeselternbeirats</p>]]></description>
           <author>j.langer@ccml.de (Jürgen Langer)</author>
           <category>Tagesordnungen 2026</category>
           <pubDate>Fri, 12 Jun 2026 17:01:05 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Die Eltern sind die Guten</title>
           <link>https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2025-26/sib-schuljahr-2025-26-nr-5-juni-2026/1084-die-eltern-sind-die-guten?format=html</link>
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           />
           <media:title type="plain">Die Eltern sind die Guten</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<div class="h2">Warum eine Verbindlichkeit für die Schulartempfehlung an der Realität vorbeigeht</div>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von Sebastian Kölsch</span></p>
<p><b>Im Dezember 2023 waren die Würfel für eine Rückkehr zu G9 de facto gefallen. Bevor die politische Diskussion öffentlich losging, positionierte sich der Landeselternbeirat mit neun „Impulsen an die politisch Handelnden“ für das neue G9.</b></p>
<p>Im Impuls „Grundschulempfehlung“ stand da zu lesen:&nbsp;</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Das Verfahren der Grundschulempfehlung sollte verändert werden, um Fehl-Empfehlungen der Lehrkräfte und Fehlentscheidungen der Eltern zu verringern.<br />50% Gymnasialempfehlungen wie aktuell können nicht das Ziel sein.<br />Mögliche Änderungen könnten zum Beispiel sein: eine Anhebung des Notenschnitts in Deutsch und Mathematik und die Einführung eines einheitlichen schulartbezogenen Tests ohne verbindlichen Charakter bei Anmeldung an einer Schule ohne entsprechende Empfehlung. Das Ergebnis des Tests wird in einem Informationsgespräch an der Zielschule mit den Eltern besprochen.“</p>
<h2 class="h4"><b>Information und Aufklärung</b></h2>
<p>Gebetsmühlenartig wurde seither vom LEB gepredigt, dass Information und Aufklärung immer Vorrang haben müssten vor Beschränkung und Lenkung. Denn Eltern, so die Idee des Gremiums, möchten einfach nur grundsätzlich das Beste für ihr Kind. Wenn man ihnen also die negativen Auswirkungen einer das Kind überfordernden Schulartwahl nur ausreichend erklärte, wenn sie transparente, objektive und nachvollziehbare Instrumente an die Hand bekämen, könnte die drohende „Gymnasial-Flut“ durch die Rückkehr zu G9 verhindert werden.</p>
<p>Parallel war es dem Elterngremium ein Anliegen, auf die Basis der elterlichen Entscheidung hinzuweisen, die Grundschulempfehlung. Sie, so der Eindruck, sei über Jahre inflationär gymnasial-lastig geworden. Sprach man mit Schulleitungen an Real- und Gemeinschaftsschulen, so wurde schnell klar, dass nicht wenige der in der Mittelstufe „abgeschulten“ Gymnasialkinder dort ursprünglich mit einer gymnasialen Empfehlung hingekommen waren. Mitnichten waren nur elterliche Fehlentscheidungen ursächlich für die Kinder-Überforderung. Allein, es fehlte die statistische Nachprüfbarkeit, die erst in einigen Jahren mit der Einführung der Schüler-ID vergangenes Schuljahr zur Verfügung stehen wird.</p>
<h2 class="h4"><strong>Ein Blick auf die Zahlen</strong></h2>
<p>Schaut man sich die nackten Zahlen an, bestätigt sich dieser Eindruck des Landeselternbeirats. Der Trend aufs Gymnasium war keine Folge der unverbindlichen Grundschulempfehlung, die Grün-Rot einführte. Ganz im Gegenteil: Bis zur Aufhebung der Verbindlichkeit stiegen die Übergänge auf Realschule und aufs Gymnasium kontinuierlich an. Bei beiden Schularten stagnierten die Übergangszahlen während der Übergänge ohne Verbindlichkeit ungefähr auf dem prozentualen Niveau, das sie bis zum Schuljahr 2011/2012 erreicht hatten.&nbsp;</p>
<p>Auch der oft beklagte „Niedergang“ der Haupt-/Werkrealschule, der häufig der elterlichen Schulartentscheidung angelastet wird, war ein bereits langanhaltender Trend. In den 30 Jahren vor Aufhebung der Verbindlichkeit ging die Übergangsquote auf diese Schulart von 45% auf 24% zurück – bei verbindlicher Empfehlung durch die Grundschul-Lehrkräfte. Parallel zur wegfallenden Verbindlichkeit wurde dann die Gemeinschaftsschule als Alternative eingeführt.</p>
<p><img src="images/bilder/SiB-Artikel/2526-05-Uebergang/schulartgrafik-uebergaenge-grundschule-weiterfuehrend-baden-wuerttemberg.png" alt="Übergang auf weiterführende Schulen: Anteil der gewählten Schularten ohne Schulen besonderer Art, Waldorfschulen, SBBZ und Klassenwiederholungen zwischen 1981/82 und 2025/26. Eigene Darstellung mit Trendlinien und Kenntlichmachung des Zeitraums der Unverbindlichkeit der Grundschulempfehlung. Datenquelle: Statistisches Landesamt." width="2137" height="1274" style="border: 1px solid #d6d6d6;" title="Übergang auf weiterführende Schulen" longdesc="Übergang auf weiterführende Schulen: Anteil der gewählten Schularten ohne Schulen besonderer Art, Waldorfschulen, SBBZ und Klassenwiederholungen zwischen 1981/82 und 2025/26. Eigene Darstellung mit Trendlinien und Kenntlichmachung des Zeitraums der Unverbindlichkeit der Grundschulempfehlung. Datenquelle: Statistisches Landesamt." /></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Übergang auf weiterführende Schulen: Anteil der gewählten Schularten ohne Schulen besonderer Art, Waldorfschulen, SBBZ und Klassenwiederholungen zwischen 1981/82 und 2025/26. Eigene Darstellung mit Trendlinien und Kenntlichmachung des Zeitraums der Unverbindlichkeit der Grundschulempfehlung. Datenquelle: Statistisches Landesamt.</span></p>
<h2 class="h4"><b>Eltern entscheiden vernünftig</b></h2>
<p>Neben dieser Betrachtung der reinen Übergangsanteile ist auch ein Blick auf die dabei zugrundeliegende Empfehlung hilfreich, um das ganze Bild sichtbar zu machen. Denn wenn die Verbindlichkeit der Gymnasialempfehlung notwendig wäre, hätten ja vor ihrer Einführung unglaublich viele Eltern die empfohlene Schulart ignorieren müssen – oder?</p>
<p>Es waren im letzten unverbindlichen Jahr genau 4.434 von knapp 91.000 Viertklasskindern, die ohne Gymnasialempfehlung am Gymnasium angemeldet wurden, ganze 4,87%. Andersherum jedoch kamen 9.300 gymnasial empfohlene Kinder (oder 10,2%) auf andere Schularten. Es waren also die Eltern, die das System während der Unverbindlichkeit vor dem Kollaps retteten, indem sie wohlwollende Empfehlungen der Grundschullehrkräfte vorsichtig einschätzten und ihre Kinder auf Schularten schickten, die sie für geeigneter hielten.</p>
<h2 class="h4"><b>Trotz G9 das gleiche Bild</b></h2>
<p>Diese Vernunft-Entscheidungen setzten sich im ersten Jahr der Verbindlichkeit genauso fort. Die Grundschulempfehlung heißt zwar nun „Empfehlung für den weiteren Bildungsweg“ und die Empfehlung fürs Gymnasium heißt nun Empfehlung fürs „E-Niveau“. Aber trotzdem wurden lediglich 79,1% der Kinder mit E-Empfehlung am Gymnasium angemeldet (Vorjahr: 79,5%). 16,8% der Kinder mit E-Empfehlung wurden an Realschulen angemeldet (Vorjahr: 16,7%) und 3,9% an Gemeinschaftsschulen (Vorjahr: 3,7%). Was die Anmeldezahlen am Gymnasium seit der Einführung der Verbindlichkeit drückt, sind die zurückgehenden Zahlen der Kinder ohne E-Empfehlung. Durch den Potenzialtest bleiben sie aber nicht komplett weg. Waren es zum Schuljahr 24/25 noch die oben erwähnten 4,87% aller Schulübergänge, waren es zum Schuljahr 25/26 noch 0,93%.</p>
<h2 class="h4"><b>Was bleibt?</b></h2>
<p>Am Ende des Tages stellen sich fünf Fragen:</p>
<ol>
<li>Waren es die 4% der Kinder wert, einen solchen Sturm im Wasserglas zu veranstalten? Verbindlichkeit, Kompass-Panne, grundsätzliche Zweifel am neuen Verfahren, Stress der Kinder: Hätte man nicht eher die Zahlen betrachten und bei Empfehlung, Information und Aufklärung ansetzen sollen?</li>
<li>Können sich bitte alle ehrlich machen und den Rückgang der Zahlen der Werkrealschülerinnen und -schüler nicht mehr der unverbindlichen Grundschulempfehlung oder den Eltern anlasten? Es waren die Schulträger, die zu oft Werkrealschulen in Gemeinschaftsschulen umgeformt haben und damit den Rückgang der Übergänge auf diese Schulart befeuert haben.</li>
<li>Wie kommt man auf die Idee, dass eine Ausweitung der Verbindlichkeit auf die Realschulen (im gerade unterzeichneten Koalitionsvertrag nicht berücksichtigt) diese Schulart stärken würde? Die Realschulen wurden nach den oben gezeigten Zahlen von Eltern sehr goutiert, hatten stagnierende Zahlen an Schülerinnen und Schülern und würden durch eine Verbindlichkeit eher geschwächt, da ihnen zum aktuellen Schuljahr z.B. 23% der Fünftklasskinder gefehlt hätten.</li>
<li>Wie transparent, objektiv und belastbar sind die Kriterien, anhand derer Grundschullehrkräfte ihre pädagogische Gesamtwürdigung festmachen? Und sind sie noch zeitgemäß, wenn nach wie vor mehr als 50% der Kinder eine E-Niveau-Reife bescheinigt wird?</li>
<li>Wann fangen die Verantwortlichen damit an, der einzigen potenziell objektiven Komponente des Verfahrens – Kompass 4 – ihre echte Objektivität zu verleihen? Entweder, indem wieder verbindliche Curricula in Klasse 3 und 4 eingeführt werden, sodass zum Zeitpunkt der Testung alle Kinder auf dem gleichen Stand sind. Oder indem die Testung kurz vor das Halbjahr verlegt wird, sodass wenigstens noch ein paar Wochen zusätzlicher Unterricht die Grundlage bilden können.</li>
</ol>
<p>Für den neuen Kultusminister und die neue Regierung gibt es also durchaus einiges zu tun. Dabei sollte gelten, eher Zahlen als Gefühl zur Maxime des Handelns zu machen – und vielleicht auch das ein oder andere Mal auf die eigenen Beratungsgremien zu hören. Denn so falsch lagen diese zwischen Dezember 2023 und heute nicht.&nbsp;</p>
<p>Die <a href="infos-downloads/stellungnahmen/stellungnahmen-2026/1075-offener-brief-bildungsgerechtigkeit-und-gleichberechtigte-beteiligung-aller-akteure-muessen-oberstes-ziel-sein">Abschlussresolution des 20. Landeselternbeirats</a> enthält übrigens eine Idee zu einer kleinen Änderung des Übergangsverfahrens „Navi4BW“ im bestehenden rechtlichen Rahmen. Ein Blick hinein könnte sich lohnen.</p>]]></media:description>
                      <guid isPermaLink="true">https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2025-26/sib-schuljahr-2025-26-nr-5-juni-2026/1084-die-eltern-sind-die-guten?format=html</guid>
           <description><![CDATA[<div class="h2">Warum eine Verbindlichkeit für die Schulartempfehlung an der Realität vorbeigeht</div>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von Sebastian Kölsch</span></p>
<p><b>Im Dezember 2023 waren die Würfel für eine Rückkehr zu G9 de facto gefallen. Bevor die politische Diskussion öffentlich losging, positionierte sich der Landeselternbeirat mit neun „Impulsen an die politisch Handelnden“ für das neue G9.</b></p>
<p>Im Impuls „Grundschulempfehlung“ stand da zu lesen:&nbsp;</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Das Verfahren der Grundschulempfehlung sollte verändert werden, um Fehl-Empfehlungen der Lehrkräfte und Fehlentscheidungen der Eltern zu verringern.<br />50% Gymnasialempfehlungen wie aktuell können nicht das Ziel sein.<br />Mögliche Änderungen könnten zum Beispiel sein: eine Anhebung des Notenschnitts in Deutsch und Mathematik und die Einführung eines einheitlichen schulartbezogenen Tests ohne verbindlichen Charakter bei Anmeldung an einer Schule ohne entsprechende Empfehlung. Das Ergebnis des Tests wird in einem Informationsgespräch an der Zielschule mit den Eltern besprochen.“</p>
<h2 class="h4"><b>Information und Aufklärung</b></h2>
<p>Gebetsmühlenartig wurde seither vom LEB gepredigt, dass Information und Aufklärung immer Vorrang haben müssten vor Beschränkung und Lenkung. Denn Eltern, so die Idee des Gremiums, möchten einfach nur grundsätzlich das Beste für ihr Kind. Wenn man ihnen also die negativen Auswirkungen einer das Kind überfordernden Schulartwahl nur ausreichend erklärte, wenn sie transparente, objektive und nachvollziehbare Instrumente an die Hand bekämen, könnte die drohende „Gymnasial-Flut“ durch die Rückkehr zu G9 verhindert werden.</p>
<p>Parallel war es dem Elterngremium ein Anliegen, auf die Basis der elterlichen Entscheidung hinzuweisen, die Grundschulempfehlung. Sie, so der Eindruck, sei über Jahre inflationär gymnasial-lastig geworden. Sprach man mit Schulleitungen an Real- und Gemeinschaftsschulen, so wurde schnell klar, dass nicht wenige der in der Mittelstufe „abgeschulten“ Gymnasialkinder dort ursprünglich mit einer gymnasialen Empfehlung hingekommen waren. Mitnichten waren nur elterliche Fehlentscheidungen ursächlich für die Kinder-Überforderung. Allein, es fehlte die statistische Nachprüfbarkeit, die erst in einigen Jahren mit der Einführung der Schüler-ID vergangenes Schuljahr zur Verfügung stehen wird.</p>
<h2 class="h4"><strong>Ein Blick auf die Zahlen</strong></h2>
<p>Schaut man sich die nackten Zahlen an, bestätigt sich dieser Eindruck des Landeselternbeirats. Der Trend aufs Gymnasium war keine Folge der unverbindlichen Grundschulempfehlung, die Grün-Rot einführte. Ganz im Gegenteil: Bis zur Aufhebung der Verbindlichkeit stiegen die Übergänge auf Realschule und aufs Gymnasium kontinuierlich an. Bei beiden Schularten stagnierten die Übergangszahlen während der Übergänge ohne Verbindlichkeit ungefähr auf dem prozentualen Niveau, das sie bis zum Schuljahr 2011/2012 erreicht hatten.&nbsp;</p>
<p>Auch der oft beklagte „Niedergang“ der Haupt-/Werkrealschule, der häufig der elterlichen Schulartentscheidung angelastet wird, war ein bereits langanhaltender Trend. In den 30 Jahren vor Aufhebung der Verbindlichkeit ging die Übergangsquote auf diese Schulart von 45% auf 24% zurück – bei verbindlicher Empfehlung durch die Grundschul-Lehrkräfte. Parallel zur wegfallenden Verbindlichkeit wurde dann die Gemeinschaftsschule als Alternative eingeführt.</p>
<p><img src="images/bilder/SiB-Artikel/2526-05-Uebergang/schulartgrafik-uebergaenge-grundschule-weiterfuehrend-baden-wuerttemberg.png" alt="Übergang auf weiterführende Schulen: Anteil der gewählten Schularten ohne Schulen besonderer Art, Waldorfschulen, SBBZ und Klassenwiederholungen zwischen 1981/82 und 2025/26. Eigene Darstellung mit Trendlinien und Kenntlichmachung des Zeitraums der Unverbindlichkeit der Grundschulempfehlung. Datenquelle: Statistisches Landesamt." width="2137" height="1274" style="border: 1px solid #d6d6d6;" title="Übergang auf weiterführende Schulen" longdesc="Übergang auf weiterführende Schulen: Anteil der gewählten Schularten ohne Schulen besonderer Art, Waldorfschulen, SBBZ und Klassenwiederholungen zwischen 1981/82 und 2025/26. Eigene Darstellung mit Trendlinien und Kenntlichmachung des Zeitraums der Unverbindlichkeit der Grundschulempfehlung. Datenquelle: Statistisches Landesamt." /></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Übergang auf weiterführende Schulen: Anteil der gewählten Schularten ohne Schulen besonderer Art, Waldorfschulen, SBBZ und Klassenwiederholungen zwischen 1981/82 und 2025/26. Eigene Darstellung mit Trendlinien und Kenntlichmachung des Zeitraums der Unverbindlichkeit der Grundschulempfehlung. Datenquelle: Statistisches Landesamt.</span></p>
<h2 class="h4"><b>Eltern entscheiden vernünftig</b></h2>
<p>Neben dieser Betrachtung der reinen Übergangsanteile ist auch ein Blick auf die dabei zugrundeliegende Empfehlung hilfreich, um das ganze Bild sichtbar zu machen. Denn wenn die Verbindlichkeit der Gymnasialempfehlung notwendig wäre, hätten ja vor ihrer Einführung unglaublich viele Eltern die empfohlene Schulart ignorieren müssen – oder?</p>
<p>Es waren im letzten unverbindlichen Jahr genau 4.434 von knapp 91.000 Viertklasskindern, die ohne Gymnasialempfehlung am Gymnasium angemeldet wurden, ganze 4,87%. Andersherum jedoch kamen 9.300 gymnasial empfohlene Kinder (oder 10,2%) auf andere Schularten. Es waren also die Eltern, die das System während der Unverbindlichkeit vor dem Kollaps retteten, indem sie wohlwollende Empfehlungen der Grundschullehrkräfte vorsichtig einschätzten und ihre Kinder auf Schularten schickten, die sie für geeigneter hielten.</p>
<h2 class="h4"><b>Trotz G9 das gleiche Bild</b></h2>
<p>Diese Vernunft-Entscheidungen setzten sich im ersten Jahr der Verbindlichkeit genauso fort. Die Grundschulempfehlung heißt zwar nun „Empfehlung für den weiteren Bildungsweg“ und die Empfehlung fürs Gymnasium heißt nun Empfehlung fürs „E-Niveau“. Aber trotzdem wurden lediglich 79,1% der Kinder mit E-Empfehlung am Gymnasium angemeldet (Vorjahr: 79,5%). 16,8% der Kinder mit E-Empfehlung wurden an Realschulen angemeldet (Vorjahr: 16,7%) und 3,9% an Gemeinschaftsschulen (Vorjahr: 3,7%). Was die Anmeldezahlen am Gymnasium seit der Einführung der Verbindlichkeit drückt, sind die zurückgehenden Zahlen der Kinder ohne E-Empfehlung. Durch den Potenzialtest bleiben sie aber nicht komplett weg. Waren es zum Schuljahr 24/25 noch die oben erwähnten 4,87% aller Schulübergänge, waren es zum Schuljahr 25/26 noch 0,93%.</p>
<h2 class="h4"><b>Was bleibt?</b></h2>
<p>Am Ende des Tages stellen sich fünf Fragen:</p>
<ol>
<li>Waren es die 4% der Kinder wert, einen solchen Sturm im Wasserglas zu veranstalten? Verbindlichkeit, Kompass-Panne, grundsätzliche Zweifel am neuen Verfahren, Stress der Kinder: Hätte man nicht eher die Zahlen betrachten und bei Empfehlung, Information und Aufklärung ansetzen sollen?</li>
<li>Können sich bitte alle ehrlich machen und den Rückgang der Zahlen der Werkrealschülerinnen und -schüler nicht mehr der unverbindlichen Grundschulempfehlung oder den Eltern anlasten? Es waren die Schulträger, die zu oft Werkrealschulen in Gemeinschaftsschulen umgeformt haben und damit den Rückgang der Übergänge auf diese Schulart befeuert haben.</li>
<li>Wie kommt man auf die Idee, dass eine Ausweitung der Verbindlichkeit auf die Realschulen (im gerade unterzeichneten Koalitionsvertrag nicht berücksichtigt) diese Schulart stärken würde? Die Realschulen wurden nach den oben gezeigten Zahlen von Eltern sehr goutiert, hatten stagnierende Zahlen an Schülerinnen und Schülern und würden durch eine Verbindlichkeit eher geschwächt, da ihnen zum aktuellen Schuljahr z.B. 23% der Fünftklasskinder gefehlt hätten.</li>
<li>Wie transparent, objektiv und belastbar sind die Kriterien, anhand derer Grundschullehrkräfte ihre pädagogische Gesamtwürdigung festmachen? Und sind sie noch zeitgemäß, wenn nach wie vor mehr als 50% der Kinder eine E-Niveau-Reife bescheinigt wird?</li>
<li>Wann fangen die Verantwortlichen damit an, der einzigen potenziell objektiven Komponente des Verfahrens – Kompass 4 – ihre echte Objektivität zu verleihen? Entweder, indem wieder verbindliche Curricula in Klasse 3 und 4 eingeführt werden, sodass zum Zeitpunkt der Testung alle Kinder auf dem gleichen Stand sind. Oder indem die Testung kurz vor das Halbjahr verlegt wird, sodass wenigstens noch ein paar Wochen zusätzlicher Unterricht die Grundlage bilden können.</li>
</ol>
<p>Für den neuen Kultusminister und die neue Regierung gibt es also durchaus einiges zu tun. Dabei sollte gelten, eher Zahlen als Gefühl zur Maxime des Handelns zu machen – und vielleicht auch das ein oder andere Mal auf die eigenen Beratungsgremien zu hören. Denn so falsch lagen diese zwischen Dezember 2023 und heute nicht.&nbsp;</p>
<p>Die <a href="infos-downloads/stellungnahmen/stellungnahmen-2026/1075-offener-brief-bildungsgerechtigkeit-und-gleichberechtigte-beteiligung-aller-akteure-muessen-oberstes-ziel-sein">Abschlussresolution des 20. Landeselternbeirats</a> enthält übrigens eine Idee zu einer kleinen Änderung des Übergangsverfahrens „Navi4BW“ im bestehenden rechtlichen Rahmen. Ein Blick hinein könnte sich lohnen.</p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>SiB, Schuljahr 2025/26, Nr 5, Juni 2026</category>
           <pubDate>Fri, 12 Jun 2026 16:37:50 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Selbstvertrauen stärken durch Partizipation</title>
           <link>https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2025-26/sib-schuljahr-2025-26-nr-5-juni-2026/1087-selbstvertrauen-staerken-durch-partizipation?format=html</link>
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           <media:title type="plain">Selbstvertrauen stärken durch Partizipation</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von&nbsp;Matthias Zeitler,<b><br /></b>Lehrer an einer Werkrealschule</span></p>
<h2 class="h4"><b>„Ich kann das einfach nicht!“&nbsp;</b></h2>
<p>Diesen Satz haben wohl alle Lehrkräfte und Eltern schon von Kindern gehört. Dahinter steckt aus meiner Erfahrung nicht nur der Unglaube an die eigene Fähigkeit, sondern ein nicht vorhandener Glaube an sich selbst. Man könnte auch sagen, dass der Satz nicht von hohem Selbstbewusstsein zeugt. Aber ist es wirklich Selbstbewusstsein? Wir meinen meisten das Richtige, verwechseln aber den Begriff Selbstbewusstsein oft mit Selbstvertrauen oder Selbstsicherheit. All das ist wichtig.&nbsp;</p>
<h2 class="h4"><b>Selbstbewusstein</b></h2>
<p>Selbstbewusstsein heißt, sich seiner selbst bewusst zu sein, sich zu beobachten und zu reflektieren. Durch diese Erkenntnisse kann man die Veränderung gehen. Deshalb wäre es falsch einfach zu sagen: „Na klar kannst du das.“ und dem Kind die eigene Selbstwahrnehmung so abzusprechen. Viel wichtiger sind nun andere Sätze von Erwachsenen, um das kindliche Selbstbewusstsein zu stärken: Wie fühlst du dich? Welches Bedürfnis steckt dahinter? Was muss passieren, damit es dem Kind besser geht?</p>
<h2 class="h4"><b>Selbstvertrauen</b></h2>
<p>Selbstvertrauen oder Selbstsicherheit bedeuten, sich etwas zuzutrauen und an seine Fähigkeiten zu glauben. Es geht also darum die Komfortzone verlassen. Im Selbstbewusstsein ist der Satz „Ich kann das einfach nicht!“ demnach absolut wahr. Im Selbstvertrauen geht es nun darum, an die Fähigkeit zu glauben, es lernen zu können. „Ich kann das einfach NOCH nicht!“ ist eine völlig andere Dimension.</p>
<p>Dieses Wort verändert den Satz in seiner kompletten Aussagekraft und Haltung. In der ersten Aussage ist zwischen den Zeilen eine Frustration und endgültige Aufgabe zu lesen. Im zweiten Satz ist die Erkenntnis enthalten, dass man etwas zum jetzigen Zeitpunkt nicht kann. Gleichzeitig steckt aber der Wille darin, es lernen zu wollen und damit die Option, es in einem noch zu definierenden Zeitabschnitt zu können.</p>
<p>Vielleicht ist deshalb die Steigerung des Selbstvertrauens schwieriger als die des Selbstbewusstseins. Damit man aus der Komfortzone heraus in die Wachstumszone kommt, braucht es kleine Erfolgserlebnisse, denn mit jedem Erfolgserlebnis wächst das Selbstvertrauen. Dabei hilft es, den Lernprozess und nicht das Ergebnis in den Blick zu nehmen, wenn wir also die Anstrengung loben und dabei realistische und kleine Etappenziele setzen. Dabei helfen kann ein Erfolgstagebuch oder alte Marmeladengläser, in denen die Kinder regelmäßig sammeln, was gut gelaufen ist oder was sie gelernt haben. Besonders wirksam sind diese Methoden, wenn sie regelmäßig ausgeführt werden. Aber auch hier wollen wir den Druck rausnehmen und realistisch sein. Es ist auch völlig in Ordnung, wenn an einem Tag mal nichts im Glas oder Tagebuch landet. Dann ist das so!</p>
<h2 class="h4"><b>Noten bestimmen keinen Selbstwert</b></h2>
<p>Kinder dürfen lernen, dass ihr (Selbst)Wert nicht von schulischen Leistungen abhängt. Der Prozess ist wichtiger als die Note. Auch in der Schule ist das ganz einfach möglich, indem wir Kindern und Jugendlichen etwas zutrauen und ihnen zugestehen, lustvoll Fehler machen zu dürfen oder sogar zu scheitern.</p>
<h2 class="h4"><b>Einfach mal machen lassen!</b></h2>
<p>Ein Beispiel aus meinem Schulalltag: Um Geld für die Klassenkasse zu sammeln, organisierten Teenies einen Wassereisverkauf in der Pause. Ich habe sie alles allein machen lassen. Entweder sie schaffen es oder sie scheitern und lernen daraus. Vor allem Teenies, die vorher kaum Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen hatten, sind über sich hinausgewachsen. Sie haben Plakate gestaltet, Eis organisiert und eine Durchsage gemacht. Am Tag des Verkaufs fiel ihnen auf, sie hatten keine Kasse und keinen Verkaufstisch. Beides konnten sie sich über mich beschaffen. In der ersten Pause lief der Verkauf. Eine lange Schlange bildete sich über den gesamten Schulhof. Nach der Pause hörte ich eine Durchsage: „Wir kaufen jetzt nochmal Eis nach und machen in der zweiten Pause weiter. Aber es darf sich dann keiner mehr eine Farbe aussuchen, weil es zu stressig ist. Außerdem bitten wir euch, nicht mehr so zu drängeln, sonst können wir das nicht mehr machen.“ Ich war tief beeindruckt, denn das Sekretariat war nicht besetzt. Sie mussten sich also erneut Hilfe holen. Zudem war die Durchsage frei gesprochen. Kurze Zeit später kamen sie zu mir: „Herr Zeitler, wir wollen das in der nächsten Pause besser koordinieren. Sie hatten doch mal diesen Lautsprecher mit Mikrofon. Bekommen wir den?“ Das war der Moment, als mir Tränen der Freude in die Augen schossen.&nbsp;</p>
<p>Diese sonst sehr zurückhaltenden Teenies haben ein Projekt auf die Beine gestellt, sind auf Herausforderungen gestoßen und haben diese selbstorganisiert und kreativ noch im Prozess gelöst. Ich war beeindruckt. Später stellte sich heraus, dass das nachgekaufte Eis nicht mehr rechtzeitig gefroren war. Sie verkauften es trotzdem mit dem Satz: „Müsst ihr halt zu Hause nochmal reinlegen.“&nbsp;</p>
<p>Auch wenn der Verkauf nicht perfekt lief, nicht jeder ein Eis bekam und lange Warteschlangen entstanden sind, habe ich bewusst nicht eingegriffen. Ich war enorm stolz, denn die Beteiligten haben an Selbstbewusstsein und Problemlösefähigkeit enorm zugelegt und haben dabei noch lustvoll Fehler gemacht. Ein weiterer toller Effekt zeigte sich ein paar Tage später. Eine andere Klasse organisierte ebenfalls einen Eisverkauf. Sie lernte aus den Erfahrungen der ersten Klasse und kündigte an: „Diesmal wird es eine Schlange für die Grundschule und eine für die Werkrealschule geben.“</p>
<h2 class="h4"><b>Perfektion verhindert Lernen</b></h2>
<p>Dieser Entwicklungsprozess wäre nicht denkbar gewesen, wenn der erste Verkauf sofort von Lehrkräften in die Perfektion gelenkt worden wäre. Ein paar Monate später ließen sich die die Teenies bei der Klassensprecherwahl aufstellen und begründeten ihre Entscheidung damit, ihnen sei bewusst geworden, dass sie etwas bewirken können.</p>
<p>Teilhabe und Partizipation bedeutet also nicht, dass Kinder und Jugendliche ab jetzt alles selbst bestimmen, dass sie machen, was sie wollen oder gar wir nur noch das machen, was sie wollen. Es bedeutet Selbstwirksamkeit innerhalb eines vorgegebenen, schützenden Rahmens zu erfahren, um somit letztlich das Selbstbewusstsein zu stärken und so wiederum Selbstvertrauen zu erlangen. &nbsp;&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="alert-dark" style="padding: 20px;"><b>Zum Autor<br /></b>Moderator, Fortbildner und Lehrer: Matthias Zeitler ist alles drei und eigentlich liegen die Professionen ja sehr nah beieinander. Auf Instagram zählt er zu den Bildungsinfluencern aus dem (Insta-)Lehrerzimmer, einen Podcast hat er auch und das erste Buch ist geschrieben. Mit seiner Schwäche für Hüte und Kappen ist er immer leicht zu erkennen und von sich selbst sagt er: „Ich liebe Musik und Livekonzerte. Daher fühle ich mich im Schulsystem und auf der Bühne auch manchmal wie ein Punkrocker.“</p>]]></media:description>
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           <description><![CDATA[<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von&nbsp;Matthias Zeitler,<b><br /></b>Lehrer an einer Werkrealschule</span></p>
<h2 class="h4"><b>„Ich kann das einfach nicht!“&nbsp;</b></h2>
<p>Diesen Satz haben wohl alle Lehrkräfte und Eltern schon von Kindern gehört. Dahinter steckt aus meiner Erfahrung nicht nur der Unglaube an die eigene Fähigkeit, sondern ein nicht vorhandener Glaube an sich selbst. Man könnte auch sagen, dass der Satz nicht von hohem Selbstbewusstsein zeugt. Aber ist es wirklich Selbstbewusstsein? Wir meinen meisten das Richtige, verwechseln aber den Begriff Selbstbewusstsein oft mit Selbstvertrauen oder Selbstsicherheit. All das ist wichtig.&nbsp;</p>
<h2 class="h4"><b>Selbstbewusstein</b></h2>
<p>Selbstbewusstsein heißt, sich seiner selbst bewusst zu sein, sich zu beobachten und zu reflektieren. Durch diese Erkenntnisse kann man die Veränderung gehen. Deshalb wäre es falsch einfach zu sagen: „Na klar kannst du das.“ und dem Kind die eigene Selbstwahrnehmung so abzusprechen. Viel wichtiger sind nun andere Sätze von Erwachsenen, um das kindliche Selbstbewusstsein zu stärken: Wie fühlst du dich? Welches Bedürfnis steckt dahinter? Was muss passieren, damit es dem Kind besser geht?</p>
<h2 class="h4"><b>Selbstvertrauen</b></h2>
<p>Selbstvertrauen oder Selbstsicherheit bedeuten, sich etwas zuzutrauen und an seine Fähigkeiten zu glauben. Es geht also darum die Komfortzone verlassen. Im Selbstbewusstsein ist der Satz „Ich kann das einfach nicht!“ demnach absolut wahr. Im Selbstvertrauen geht es nun darum, an die Fähigkeit zu glauben, es lernen zu können. „Ich kann das einfach NOCH nicht!“ ist eine völlig andere Dimension.</p>
<p>Dieses Wort verändert den Satz in seiner kompletten Aussagekraft und Haltung. In der ersten Aussage ist zwischen den Zeilen eine Frustration und endgültige Aufgabe zu lesen. Im zweiten Satz ist die Erkenntnis enthalten, dass man etwas zum jetzigen Zeitpunkt nicht kann. Gleichzeitig steckt aber der Wille darin, es lernen zu wollen und damit die Option, es in einem noch zu definierenden Zeitabschnitt zu können.</p>
<p>Vielleicht ist deshalb die Steigerung des Selbstvertrauens schwieriger als die des Selbstbewusstseins. Damit man aus der Komfortzone heraus in die Wachstumszone kommt, braucht es kleine Erfolgserlebnisse, denn mit jedem Erfolgserlebnis wächst das Selbstvertrauen. Dabei hilft es, den Lernprozess und nicht das Ergebnis in den Blick zu nehmen, wenn wir also die Anstrengung loben und dabei realistische und kleine Etappenziele setzen. Dabei helfen kann ein Erfolgstagebuch oder alte Marmeladengläser, in denen die Kinder regelmäßig sammeln, was gut gelaufen ist oder was sie gelernt haben. Besonders wirksam sind diese Methoden, wenn sie regelmäßig ausgeführt werden. Aber auch hier wollen wir den Druck rausnehmen und realistisch sein. Es ist auch völlig in Ordnung, wenn an einem Tag mal nichts im Glas oder Tagebuch landet. Dann ist das so!</p>
<h2 class="h4"><b>Noten bestimmen keinen Selbstwert</b></h2>
<p>Kinder dürfen lernen, dass ihr (Selbst)Wert nicht von schulischen Leistungen abhängt. Der Prozess ist wichtiger als die Note. Auch in der Schule ist das ganz einfach möglich, indem wir Kindern und Jugendlichen etwas zutrauen und ihnen zugestehen, lustvoll Fehler machen zu dürfen oder sogar zu scheitern.</p>
<h2 class="h4"><b>Einfach mal machen lassen!</b></h2>
<p>Ein Beispiel aus meinem Schulalltag: Um Geld für die Klassenkasse zu sammeln, organisierten Teenies einen Wassereisverkauf in der Pause. Ich habe sie alles allein machen lassen. Entweder sie schaffen es oder sie scheitern und lernen daraus. Vor allem Teenies, die vorher kaum Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen hatten, sind über sich hinausgewachsen. Sie haben Plakate gestaltet, Eis organisiert und eine Durchsage gemacht. Am Tag des Verkaufs fiel ihnen auf, sie hatten keine Kasse und keinen Verkaufstisch. Beides konnten sie sich über mich beschaffen. In der ersten Pause lief der Verkauf. Eine lange Schlange bildete sich über den gesamten Schulhof. Nach der Pause hörte ich eine Durchsage: „Wir kaufen jetzt nochmal Eis nach und machen in der zweiten Pause weiter. Aber es darf sich dann keiner mehr eine Farbe aussuchen, weil es zu stressig ist. Außerdem bitten wir euch, nicht mehr so zu drängeln, sonst können wir das nicht mehr machen.“ Ich war tief beeindruckt, denn das Sekretariat war nicht besetzt. Sie mussten sich also erneut Hilfe holen. Zudem war die Durchsage frei gesprochen. Kurze Zeit später kamen sie zu mir: „Herr Zeitler, wir wollen das in der nächsten Pause besser koordinieren. Sie hatten doch mal diesen Lautsprecher mit Mikrofon. Bekommen wir den?“ Das war der Moment, als mir Tränen der Freude in die Augen schossen.&nbsp;</p>
<p>Diese sonst sehr zurückhaltenden Teenies haben ein Projekt auf die Beine gestellt, sind auf Herausforderungen gestoßen und haben diese selbstorganisiert und kreativ noch im Prozess gelöst. Ich war beeindruckt. Später stellte sich heraus, dass das nachgekaufte Eis nicht mehr rechtzeitig gefroren war. Sie verkauften es trotzdem mit dem Satz: „Müsst ihr halt zu Hause nochmal reinlegen.“&nbsp;</p>
<p>Auch wenn der Verkauf nicht perfekt lief, nicht jeder ein Eis bekam und lange Warteschlangen entstanden sind, habe ich bewusst nicht eingegriffen. Ich war enorm stolz, denn die Beteiligten haben an Selbstbewusstsein und Problemlösefähigkeit enorm zugelegt und haben dabei noch lustvoll Fehler gemacht. Ein weiterer toller Effekt zeigte sich ein paar Tage später. Eine andere Klasse organisierte ebenfalls einen Eisverkauf. Sie lernte aus den Erfahrungen der ersten Klasse und kündigte an: „Diesmal wird es eine Schlange für die Grundschule und eine für die Werkrealschule geben.“</p>
<h2 class="h4"><b>Perfektion verhindert Lernen</b></h2>
<p>Dieser Entwicklungsprozess wäre nicht denkbar gewesen, wenn der erste Verkauf sofort von Lehrkräften in die Perfektion gelenkt worden wäre. Ein paar Monate später ließen sich die die Teenies bei der Klassensprecherwahl aufstellen und begründeten ihre Entscheidung damit, ihnen sei bewusst geworden, dass sie etwas bewirken können.</p>
<p>Teilhabe und Partizipation bedeutet also nicht, dass Kinder und Jugendliche ab jetzt alles selbst bestimmen, dass sie machen, was sie wollen oder gar wir nur noch das machen, was sie wollen. Es bedeutet Selbstwirksamkeit innerhalb eines vorgegebenen, schützenden Rahmens zu erfahren, um somit letztlich das Selbstbewusstsein zu stärken und so wiederum Selbstvertrauen zu erlangen. &nbsp;&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="alert-dark" style="padding: 20px;"><b>Zum Autor<br /></b>Moderator, Fortbildner und Lehrer: Matthias Zeitler ist alles drei und eigentlich liegen die Professionen ja sehr nah beieinander. Auf Instagram zählt er zu den Bildungsinfluencern aus dem (Insta-)Lehrerzimmer, einen Podcast hat er auch und das erste Buch ist geschrieben. Mit seiner Schwäche für Hüte und Kappen ist er immer leicht zu erkennen und von sich selbst sagt er: „Ich liebe Musik und Livekonzerte. Daher fühle ich mich im Schulsystem und auf der Bühne auch manchmal wie ein Punkrocker.“</p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>SiB, Schuljahr 2025/26, Nr 5, Juni 2026</category>
           <pubDate>Fri, 12 Jun 2026 13:44:27 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Wenn das Netz zur Herausforderung wird</title>
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           <media:title type="plain">Wenn das Netz zur Herausforderung wird</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<div class="h2">Wie junge Menschen lernen, sicher im digitalen Raum zu agieren</div>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von&nbsp;Angelina Weber,<b><br /></b>LandeskriminalamtBaden-Württemberg</span></p>
<p><b>Die digitale Welt ist Alltag für Kinder und Jugendliche. Sie kommunizieren, lernen, vernetzen sich – selbstverständlich und meist kompetent. Das Internet ist kein Fremdkörper mehr, sondern Teil ihres sozialen Lebensraums.</b></p>
<p>Doch wo Chancen sind, gibt es auch Risiken. Cybermobbing, Cybergrooming oder das unbedachte Teilen persönlicher Inhalte können gravierende Folgen haben. Statt pauschaler Verbote braucht es deshalb Aufklärung, klare Orientierung und Erwachsene, die begleiten. Genau hier setzt das Präventionsprogramm „Klasse im Netz“ der Polizei Baden-Württemberg an.</p>
<h2 class="h4"><b>Wenn das Netz zur Gefahr wird</b></h2>
<p>Die digitale Welt ist längst Teil des Alltags unserer Kinder. Sie kommunizieren über soziale Medien, tauschen Nachrichten und Bilder aus, lernen und spielen online. Doch wo digitale Kommunikation Vorteile bietet, birgt sie auch viele Gefahren. Cybermobbing, Cybergrooming, Sexting und viele weitere Risiken können das Leben junger Menschen negativ beeinflussen. Im Rahmen des Programms „Klasse im Netz“ möchte die Polizei Baden-Württemberg aufklären und jungen Menschen die Gefahren des Internets näherbringen. Ziel ist es, ihnen zu zeigen, wie sie sich sicher im Netz bewegen und wie sie sich vor Straftaten schützen können.</p>
<h2 class="h4"><b>Cybermobbing: was ist das und wie können wir uns schützen?</b></h2>
<p>Cybermobbing bezeichnet die absichtliche, wiederholte Belästigung, Beleidigung oder Bedrohung von Personen über digitale Kommunikationskanäle. Es kann in Form von hasserfüllten Nachrichten, öffentlichen Demütigungen oder dem Verbreiten von Gerüchten geschehen. Besonders schmerzhaft sind die psychischen Folgen für die Opfer. Die Polizei rät dazu, Cybermobbing sofort zu melden und Unterstützung anzubieten. Für betroffene Jugendliche und deren Familien gibt es zahlreiche Anlaufstellen, wie die Nummer gegen Kummer oder Jugendschutz.net, die bei der Bewältigung von Cybermobbing helfen können. Eltern sollten sich vertrauensvoll mit Ihren Kindern austauschen und über deren Online-Erlebnisse informiert sein.</p>
<h2 class="h4"><b>Cybergrooming: ernstzunehmendes Risiko für Kinder und Jugendliche</b></h2>
<p>Cybergrooming ist der Versuch eines Erwachsenen, online Vertrauen zu einem Kind oder Jugendlichen aufzubauen, um dieses zu sexuellen Handlungen zu bewegen. Häufig erfolgt dies unter dem Vorwand von Interesse, Freundschaft oder sogar Liebe. Kinder und Jugendliche können die Gefahren, die hinter solchen Kontakten lauern, oftmals schwer einschätzen. Die Polizei empfiehlt, dass Eltern ihre Kinder regelmäßig über ihre Online-Erfahrungen aufklären. Im Falle eines Verdachts sollten Eltern sofort die Polizei informieren und Maßnahmen zum Schutz des Kindes ergreifen.</p>
<h2 class="h4"><b>Sexting: sind Nacktbilder strafbar?</b></h2>
<p>Sexting, das Versenden von Nacktbildern oder -videos, ist ein Thema, das oft in den Medien aufgegriffen wird. Besonders gefährlich ist es, wenn Jugendliche unbedacht intime Bilder verschicken, ohne die Konsequenzen zu kennen. Das Verschicken und Verbreiten von Nacktbildern ohne die ausdrückliche Zustimmung der abgebildeten Person ist strafbar. Es ist daher von großer Bedeutung, dass Jugendliche verstehen, welche schwerwiegende rechtliche Folgen das Teilen solcher Bilder haben kann. Eltern sollten ihren Kindern die Risiken und Konsequenzen von Sexting erklären und sie dazu ermutigen, bei Problemen sofort Unterstützung zu suchen.</p>
<h2 class="h4"><b>Verbotene Inhalte im Netz: wo endet die Meinungsfreiheit?</b></h2>
<p>Das Internet bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten für den Austausch von Meinungen und Ideen. Doch nicht alles, was online geteilt wird, ist auch legal. Verbotene Inhalte wie zum Beispiel Hetze, Gewaltverherrlichung oder extremistische Propaganda überschreiten die Grenze der freien Meinungsäußerung und können strafrechtlich verfolgt werden. Kinder und Jugendliche sollten sich bewusst sein, dass auch im Netz bestimmte Regeln gelten und das Verbreiten oder Unterstützen solcher Inhalte strafbar ist. Eltern sollten ihren Kindern helfen, die Gefahren solcher Inhalte zu erkennen und sie ermutigen, bei Auffälligkeiten den Vorfall der Polizei zu melden.</p>
<h2 class="h4"><b>Persönlichkeitsrechte: auch online gelten Rechte</b></h2>
<p>Das Recht auf Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung gelten auch im digitalen Raum. Fotos, Videos und persönliche Informationen dürfen nur mit der Zustimmung des Betroffenen veröffentlicht werden. Doch besonders Jugendliche neigen dazu, persönliche Daten und Bilder unbedacht zu teilen, ohne sich der Folgen bewusst zu sein. Eltern sollten ihre Kinder darauf hinweisen, dass sie ihre Privatsphäre schützen und sich respektvoll im Netz verhalten müssen.</p>
<h2 class="h4"><b>Was können Eltern tun?</b></h2>
<p>Eltern spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, ihre Kinder im digitalen Raum zu schützen. Sie sollten nicht nur über die Gefahren des Internets aufklären, sondern ihren Kindern auch zeigen, wie sie sich sicherheitsbewusst verhalten. Regelmäßige Gespräche über das Onlineverhalten, die Nutzung von Privatsphäre-Einstellungen und das Besprechen von Vorfällen sind dabei unerlässlich. Das Vertrauen der Kinder zu gewinnen und ihre Erlebnisse ernst zu nehmen, sind wesentliche Schritte, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.</p>
<h2 class="h4"><b>„Klasse im Netz“: ein modulares Präventionsprogramm für Schulen</b></h2>
<p>„Klasse im Netz“ ist ein Präventionsprogramm der Polizei Baden-Württemberg, das speziell für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 7 entwickelt wurde. Es thematisiert die wichtigsten Gefahren der digitalen Welt, wie Cybermobbing, Cybergrooming, Sexting und viele weitere Risiken. Ziel des Programms ist es, sie für diese Gefahren zu sensibilisieren und ihnen zu zeigen, wie sie sich selbst schützen können.</p>
<p>Das Programm ist modular aufgebaut, sodass Schulen flexibel für sie relevante Themen auswählen können. Jede Veranstaltung dauert zwischen zwei und drei Unterrichtseinheiten und umfasst sowohl die Vor- als auch die Nachbereitung im Klassenverband. Besondere Bedeutung wird der Praxisnähe beigemessen: Anhand von Beispielen aus dem Alltag lernen die Schülerinnen und Schüler, die Risiken der digitalen Welt zu erkennen und sich davor zu schützen.</p>
<p>Neben den Schulveranstaltungen gibt es auch Informationsveranstaltungen für Eltern, um diese in den Präventionsprozess einzubinden. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Eltern im Umgang mit digitalen Gefahren geschult werden.</p>
<p>Weiterführende Schulen können das Präventionsprogramm „Klasse im Netz“ über die Referate Prävention der regionalen Polizeipräsidien kostenfrei buchen. Eine Übersicht der Ansprechstellen gibt es in auf <a href="https://t1p.de/ansprechstellen" target="_blank" rel="noopener"><b>t1p.de/ansprechstellen</b></a>.</p>
<p>Die Gefahren des Internets sind vielfältig, aber mit der richtigen Aufklärung und Prävention können wir junge Menschen davor bewahren, in digitale Fallen zu geraten. „Klasse im Netz“ hilft dabei, diese Gefahren zu erkennen und die nötigen Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Eltern sollten sich der Verantwortung bewusst sein, ihre Kinder im digitalen Raum zu begleiten und zu schützen.</p>
<p class="alert-info" style="padding: 20px;"><b>Weitersurfen</b><br />Viele Infos und Materialien gibt es auf der Website des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) auf <a href="https://polizei-beratung.de" target="_blank" rel="noopener">polizei-beratung.de</a>. Hier kann auch die Broschüre <a href="https://t1p.de/onlinetipps" target="_blank" rel="noopener">„Onlinetipps für Groß und Klein“ </a>mit hilfreichen Tipps heruntergeladen oder bestellt werden. <br />Speziell für Kinder und Jugendliche gibt es das Internet-Angebot <a href="https://polizeifuerdich.de" target="_blank" rel="noopener">polizeifuerdich.de</a>.<br />Weitere interessante Angebote rund um sichere Mediennutzung hat der LEB zusammengetragen und <a href="https://t1p.de/medienlinks" target="_blank" rel="noopener">in einem Blogbeitrag verlinkt</a>, darunter Websites, Selbsthilfegruppen und Podcasts.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="alert-dark" style="padding: 20px;"><b>Zur Autorin</b><br />Angelina Weber ist seit 2024 verantwortlich für den Bereich Mediengefahren bei der Landeskriminalprävention am LKA Baden-Württemberg. Zuvor hat sie einen Magister in Medienwissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen erworben und zahlreiche Jahre als Redakteurin gearbeitet. Ihre wissenschaftliche Weiterbildung im Bereich Social Media Management an der TH Köln vertiefte ihr Fachwissen. Bevor sie ihre aktuelle Position übernahm, war sie mehrere Jahre in der digitalen Kommunikation tätig, wo sie ihre Fähigkeiten in der strategischen Nutzung digitaler Medien weiter ausbauen konnte.</p>]]></media:description>
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           <description><![CDATA[<div class="h2">Wie junge Menschen lernen, sicher im digitalen Raum zu agieren</div>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von&nbsp;Angelina Weber,<b><br /></b>LandeskriminalamtBaden-Württemberg</span></p>
<p><b>Die digitale Welt ist Alltag für Kinder und Jugendliche. Sie kommunizieren, lernen, vernetzen sich – selbstverständlich und meist kompetent. Das Internet ist kein Fremdkörper mehr, sondern Teil ihres sozialen Lebensraums.</b></p>
<p>Doch wo Chancen sind, gibt es auch Risiken. Cybermobbing, Cybergrooming oder das unbedachte Teilen persönlicher Inhalte können gravierende Folgen haben. Statt pauschaler Verbote braucht es deshalb Aufklärung, klare Orientierung und Erwachsene, die begleiten. Genau hier setzt das Präventionsprogramm „Klasse im Netz“ der Polizei Baden-Württemberg an.</p>
<h2 class="h4"><b>Wenn das Netz zur Gefahr wird</b></h2>
<p>Die digitale Welt ist längst Teil des Alltags unserer Kinder. Sie kommunizieren über soziale Medien, tauschen Nachrichten und Bilder aus, lernen und spielen online. Doch wo digitale Kommunikation Vorteile bietet, birgt sie auch viele Gefahren. Cybermobbing, Cybergrooming, Sexting und viele weitere Risiken können das Leben junger Menschen negativ beeinflussen. Im Rahmen des Programms „Klasse im Netz“ möchte die Polizei Baden-Württemberg aufklären und jungen Menschen die Gefahren des Internets näherbringen. Ziel ist es, ihnen zu zeigen, wie sie sich sicher im Netz bewegen und wie sie sich vor Straftaten schützen können.</p>
<h2 class="h4"><b>Cybermobbing: was ist das und wie können wir uns schützen?</b></h2>
<p>Cybermobbing bezeichnet die absichtliche, wiederholte Belästigung, Beleidigung oder Bedrohung von Personen über digitale Kommunikationskanäle. Es kann in Form von hasserfüllten Nachrichten, öffentlichen Demütigungen oder dem Verbreiten von Gerüchten geschehen. Besonders schmerzhaft sind die psychischen Folgen für die Opfer. Die Polizei rät dazu, Cybermobbing sofort zu melden und Unterstützung anzubieten. Für betroffene Jugendliche und deren Familien gibt es zahlreiche Anlaufstellen, wie die Nummer gegen Kummer oder Jugendschutz.net, die bei der Bewältigung von Cybermobbing helfen können. Eltern sollten sich vertrauensvoll mit Ihren Kindern austauschen und über deren Online-Erlebnisse informiert sein.</p>
<h2 class="h4"><b>Cybergrooming: ernstzunehmendes Risiko für Kinder und Jugendliche</b></h2>
<p>Cybergrooming ist der Versuch eines Erwachsenen, online Vertrauen zu einem Kind oder Jugendlichen aufzubauen, um dieses zu sexuellen Handlungen zu bewegen. Häufig erfolgt dies unter dem Vorwand von Interesse, Freundschaft oder sogar Liebe. Kinder und Jugendliche können die Gefahren, die hinter solchen Kontakten lauern, oftmals schwer einschätzen. Die Polizei empfiehlt, dass Eltern ihre Kinder regelmäßig über ihre Online-Erfahrungen aufklären. Im Falle eines Verdachts sollten Eltern sofort die Polizei informieren und Maßnahmen zum Schutz des Kindes ergreifen.</p>
<h2 class="h4"><b>Sexting: sind Nacktbilder strafbar?</b></h2>
<p>Sexting, das Versenden von Nacktbildern oder -videos, ist ein Thema, das oft in den Medien aufgegriffen wird. Besonders gefährlich ist es, wenn Jugendliche unbedacht intime Bilder verschicken, ohne die Konsequenzen zu kennen. Das Verschicken und Verbreiten von Nacktbildern ohne die ausdrückliche Zustimmung der abgebildeten Person ist strafbar. Es ist daher von großer Bedeutung, dass Jugendliche verstehen, welche schwerwiegende rechtliche Folgen das Teilen solcher Bilder haben kann. Eltern sollten ihren Kindern die Risiken und Konsequenzen von Sexting erklären und sie dazu ermutigen, bei Problemen sofort Unterstützung zu suchen.</p>
<h2 class="h4"><b>Verbotene Inhalte im Netz: wo endet die Meinungsfreiheit?</b></h2>
<p>Das Internet bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten für den Austausch von Meinungen und Ideen. Doch nicht alles, was online geteilt wird, ist auch legal. Verbotene Inhalte wie zum Beispiel Hetze, Gewaltverherrlichung oder extremistische Propaganda überschreiten die Grenze der freien Meinungsäußerung und können strafrechtlich verfolgt werden. Kinder und Jugendliche sollten sich bewusst sein, dass auch im Netz bestimmte Regeln gelten und das Verbreiten oder Unterstützen solcher Inhalte strafbar ist. Eltern sollten ihren Kindern helfen, die Gefahren solcher Inhalte zu erkennen und sie ermutigen, bei Auffälligkeiten den Vorfall der Polizei zu melden.</p>
<h2 class="h4"><b>Persönlichkeitsrechte: auch online gelten Rechte</b></h2>
<p>Das Recht auf Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung gelten auch im digitalen Raum. Fotos, Videos und persönliche Informationen dürfen nur mit der Zustimmung des Betroffenen veröffentlicht werden. Doch besonders Jugendliche neigen dazu, persönliche Daten und Bilder unbedacht zu teilen, ohne sich der Folgen bewusst zu sein. Eltern sollten ihre Kinder darauf hinweisen, dass sie ihre Privatsphäre schützen und sich respektvoll im Netz verhalten müssen.</p>
<h2 class="h4"><b>Was können Eltern tun?</b></h2>
<p>Eltern spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, ihre Kinder im digitalen Raum zu schützen. Sie sollten nicht nur über die Gefahren des Internets aufklären, sondern ihren Kindern auch zeigen, wie sie sich sicherheitsbewusst verhalten. Regelmäßige Gespräche über das Onlineverhalten, die Nutzung von Privatsphäre-Einstellungen und das Besprechen von Vorfällen sind dabei unerlässlich. Das Vertrauen der Kinder zu gewinnen und ihre Erlebnisse ernst zu nehmen, sind wesentliche Schritte, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.</p>
<h2 class="h4"><b>„Klasse im Netz“: ein modulares Präventionsprogramm für Schulen</b></h2>
<p>„Klasse im Netz“ ist ein Präventionsprogramm der Polizei Baden-Württemberg, das speziell für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 7 entwickelt wurde. Es thematisiert die wichtigsten Gefahren der digitalen Welt, wie Cybermobbing, Cybergrooming, Sexting und viele weitere Risiken. Ziel des Programms ist es, sie für diese Gefahren zu sensibilisieren und ihnen zu zeigen, wie sie sich selbst schützen können.</p>
<p>Das Programm ist modular aufgebaut, sodass Schulen flexibel für sie relevante Themen auswählen können. Jede Veranstaltung dauert zwischen zwei und drei Unterrichtseinheiten und umfasst sowohl die Vor- als auch die Nachbereitung im Klassenverband. Besondere Bedeutung wird der Praxisnähe beigemessen: Anhand von Beispielen aus dem Alltag lernen die Schülerinnen und Schüler, die Risiken der digitalen Welt zu erkennen und sich davor zu schützen.</p>
<p>Neben den Schulveranstaltungen gibt es auch Informationsveranstaltungen für Eltern, um diese in den Präventionsprozess einzubinden. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Eltern im Umgang mit digitalen Gefahren geschult werden.</p>
<p>Weiterführende Schulen können das Präventionsprogramm „Klasse im Netz“ über die Referate Prävention der regionalen Polizeipräsidien kostenfrei buchen. Eine Übersicht der Ansprechstellen gibt es in auf <a href="https://t1p.de/ansprechstellen" target="_blank" rel="noopener"><b>t1p.de/ansprechstellen</b></a>.</p>
<p>Die Gefahren des Internets sind vielfältig, aber mit der richtigen Aufklärung und Prävention können wir junge Menschen davor bewahren, in digitale Fallen zu geraten. „Klasse im Netz“ hilft dabei, diese Gefahren zu erkennen und die nötigen Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Eltern sollten sich der Verantwortung bewusst sein, ihre Kinder im digitalen Raum zu begleiten und zu schützen.</p>
<p class="alert-info" style="padding: 20px;"><b>Weitersurfen</b><br />Viele Infos und Materialien gibt es auf der Website des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) auf <a href="https://polizei-beratung.de" target="_blank" rel="noopener">polizei-beratung.de</a>. Hier kann auch die Broschüre <a href="https://t1p.de/onlinetipps" target="_blank" rel="noopener">„Onlinetipps für Groß und Klein“ </a>mit hilfreichen Tipps heruntergeladen oder bestellt werden. <br />Speziell für Kinder und Jugendliche gibt es das Internet-Angebot <a href="https://polizeifuerdich.de" target="_blank" rel="noopener">polizeifuerdich.de</a>.<br />Weitere interessante Angebote rund um sichere Mediennutzung hat der LEB zusammengetragen und <a href="https://t1p.de/medienlinks" target="_blank" rel="noopener">in einem Blogbeitrag verlinkt</a>, darunter Websites, Selbsthilfegruppen und Podcasts.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="alert-dark" style="padding: 20px;"><b>Zur Autorin</b><br />Angelina Weber ist seit 2024 verantwortlich für den Bereich Mediengefahren bei der Landeskriminalprävention am LKA Baden-Württemberg. Zuvor hat sie einen Magister in Medienwissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen erworben und zahlreiche Jahre als Redakteurin gearbeitet. Ihre wissenschaftliche Weiterbildung im Bereich Social Media Management an der TH Köln vertiefte ihr Fachwissen. Bevor sie ihre aktuelle Position übernahm, war sie mehrere Jahre in der digitalen Kommunikation tätig, wo sie ihre Fähigkeiten in der strategischen Nutzung digitaler Medien weiter ausbauen konnte.</p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>SiB, Schuljahr 2025/26, Nr 5, Juni 2026</category>
           <pubDate>Fri, 12 Jun 2026 13:44:04 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Kinder-Freiheitsentzug?!</title>
           <link>https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2025-26/sib-schuljahr-2025-26-nr-5-juni-2026/1085-kinder-freheitsentzug?format=html</link>
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           <media:title type="plain">Kinder-Freiheitsentzug?!</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<div class="h2">Zwischen Erziehungsauftrag und Ultima Ratio: Umgang mit hartnäckiger Schulverweigerung in Baden-Württemberg</div>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von&nbsp;Sandra Lore Wilhelm,<b><br /></b>Freie Autorin</span></p>
<p><b>Jugendliche, die der Schule immer wieder fernbleiben, riskieren in Deutschland nicht nur Bußgelder und Gespräche mit Behörden. In einigen Fällen endet hartnäckiges Schulschwänzen in einer besonderen Form des Freiheitsentzugs: dem Jugendarrest.&nbsp;</b></p>
<p>Was für viele nach einem drastischen Schritt klingt, ist rechtlich möglich und wird auch in Baden-Württemberg praktiziert. Doch wie oft kommt es dazu und wie sinnvoll ist diese Maßnahme?</p>
<h2 class="h4"><b>Kurzfristige Freiheitsentziehung mit Erziehungsauftrag&nbsp;</b></h2>
<p>Jugendarrest ist ein Instrument des Jugendstrafrechts und soll erzieherisch wirken. Im Unterschied zur Jugendstrafe ist er zeitlich begrenzt und reicht je nach Form von einem Wochenende bis zu mehreren Wochen. Die Justiz spricht von einer „kurzfristigen Freiheitsentziehung mit erzieherischem Auftrag“. Jugendliche sollen die Konsequenzen ihres Verhaltens erleben und daraus Schlüsse für ihr weiteres Handeln ziehen können.</p>
<p>In Baden-Württemberg stehen dafür zwei Einrichtungen zur Verfügung: die Jugendarrestanstalt Göppingen sowie die Jugendarrestanstalt Rastatt, eine Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Karlsruhe. Dort werden Kurzarrest, Freizeitarrest und Dauerarrest vollzogen, ergänzt durch pädagogische Angebote, Gespräche oder Gruppenprogramme.</p>
<h2 class="h4"><b>Wie oft kommt Jugendarrest wegen Schulschwänzens vor?</b></h2>
<p>Während viele Aspekte des Schulwesens statistisch eng begleitet werden, fehlen ausgerechnet beim Thema Schulabsentismus umfassende Zahlen. Eine Recherche des Redaktionsnetzwerks-Deutschland (RND) brachte erstmals bundesweit etwas Licht ins Dunkel. Die Justizverwaltungen der Länder gaben an, wie viele Jugendliche 2025 wegen Schulverweigerung im Arrest saßen. Baden-Württemberg meldete dabei 33 Fälle und lag damit deutlich unter dem Spitzenreiter Niedersachsen, aber über Ländern, die keine oder nur sehr wenige Arrestfälle registrierten.</p>
<p>Auffällig ist weniger die Zahl selbst als der Weg, über den sie sichtbar wird: Arrestfälle erscheinen in der Justizstatistik, nicht im Schulbereich. Schulabsentismus wird in Baden-Württemberg außerdem kaum zentral erfasst. Laut Kultusministerium gibt es weder eine Statistik zu Bußgeldern noch ein landesweites System zur Erfassung von Fehlzeiten. Dadurch bleibt das Ausmaß schwer abzuschätzen.</p>
<h2 class="h4"><b>Rechtlicher Rahmen: Von der Schulpflicht zu Sanktionen</b></h2>
<p>Ausgangspunkt ist die allgemeine Schulpflicht, die in Baden-Württemberg gesetzlich geregelt ist. Zunächst greifen schulische Maßnahmen. Dazu gehören pädagogische Gespräche, Ordnungsmaßnahmen oder die Unterstützung durch Schulsozialarbeit und schulpsychologische Beratung. Erst wenn diese Schritte nicht ausreichen, folgen verwaltungsrechtliche Maßnahmen wie Bußgelder oder Zwangsgelder gegenüber den Erziehungsberechtigten.</p>
<p>Freiheitsentzug für Jugendliche kommt erst dann in Betracht, wenn zuvor andere Maßnahmen nicht zum Erfolg geführt haben. Jugendarrest gilt im Jugendstrafrecht als letztes Sanktionsmittel vor einer Jugendstrafe. Er wird von einem Jugendgericht angeordnet und zeitlich begrenzt vollzogen.</p>
<h2 class="h4"><b>Stimmen aus der Praxis: Hilfreich oder hilflos?</b></h2>
<p>Die Maßnahme ist pädagogisch umstritten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bezeichnet Jugendarrest für Schulverweigerer als schulpolitische und pädagogische Bankrotterklärung und bezweifelt, dass Freiheitsentzug Ursachen wie Schulangst, Mobbing, Depressionen oder familiäre Probleme lösen kann. Auch Vertreter aus dem Jugendstrafvollzug berichten, dass Arrest bei Schulabsentismus selten nachhaltig wirkt. Viele der betroffenen Jugendlichen haben bereits schlechte Schulerfahrungen gemacht und bräuchten Unterstützung statt Druck.</p>
<p>Es gibt aber auch Stimmen, die den Jugendarrest als notwendige Option sehen. Wer die Schulpflicht konsequent durchsetzen wolle, brauche ein letztes Mittel, wenn anderen Maßnahmen die Grenzen gesetzt sind. Der Justizvollzug betont die erzieherische Ausrichtung der Einrichtungen. Berufsorientierung, Sportangebote, Gruppenprogramme oder Gespräche sollen Jugendlichen helfen, den Anschluss an Schule und Alltag wiederzufinden.</p>
<h2 class="h4"><b>Was wird in Baden-Württemberg diskutiert?</b></h2>
<p>Systematisch diskutiert wird das Thema vor allem im Rahmen von Schulabsentismus insgesamt. In Antworten an den Landtag verweist das Kultusministerium darauf, wie wichtig frühe Unterstützung durch Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und Jugendhilfe ist. Dazu gehören Handreichungen und Leitfäden, die Lehrkräfte und Schulleitungen im Umgang mit Schulabsentismus unterstützen. Der Schwerpunkt liegt klar auf Prävention, also darauf, eine Eskalation zu vermeiden, nicht auf möglichst harten Sanktionen.</p>
<p>Dass Jugendarrest trotz dieser Bemühungen als Option bestehen bleibt, zeigt, dass es in einzelnen Fällen offenbar bisher keine überzeugende Alternative gibt. Gleichzeitig deuten die niedrigen Fallzahlen darauf hin, dass Baden-Württemberg den Arrest zurückhaltend nutzt und im Alltag eher als Ausnahmeinstrument begreift.</p>
<h2 class="h4"><b>Lösungsansätze: Ursachen statt Symptome</b></h2>
<p>Schulabsentismus ist selten Ausdruck von Bequemlichkeit. Häufig liegen komplexe persönliche oder familiäre Belastungen zugrunde. Präventive und unterstützende Ansätze von Schulpsychologie über Jugendhilfe bis hin zu alternativen Lernangeboten können dazu beitragen, Eskalationsprozesse zu vermeiden und Betroffene früher zu erreichen.</p>
<p>Ein stärkerer Fokus auf Kooperation zwischen Schule, Jugendhilfe und Justiz könnte langfristig dazu beitragen, dass es seltener zu Maßnahmen wie Jugendarrest kommt. Ob Baden-Württemberg diesen Weg weitergeht, hängt weniger von der Justiz als von Ressourcen und Strukturen im Schulbereich ab. Eine konsequente Präventionsstrategie kann dazu beitragen, dass Freiheitsentzug wegen Schulschwänzens tatsächlich jene seltene Ausnahme bleibt, als die er rechtlich gedacht ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="alert-dark" style="padding: 20px;"><b>Zur Autorin<br /></b>Sandra Lore Wilhelm ist freie Autorin mit einer Leidenschaft für klare und authentische Kommunikation.&nbsp;<br />Mit einem Blick fürs Wesentliche und einem Gespür für die richtige Tonalität hat sie sich darauf spezialisiert, komplexe Inhalte verständlich und ansprechend zu vermitteln. Die ausgebildete Fremdsprachenkorrespondentin und Industriekauffrau lebt und arbeitet im Schwarzwald-Baar-Kreis.</p>]]></media:description>
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           <description><![CDATA[<div class="h2">Zwischen Erziehungsauftrag und Ultima Ratio: Umgang mit hartnäckiger Schulverweigerung in Baden-Württemberg</div>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von&nbsp;Sandra Lore Wilhelm,<b><br /></b>Freie Autorin</span></p>
<p><b>Jugendliche, die der Schule immer wieder fernbleiben, riskieren in Deutschland nicht nur Bußgelder und Gespräche mit Behörden. In einigen Fällen endet hartnäckiges Schulschwänzen in einer besonderen Form des Freiheitsentzugs: dem Jugendarrest.&nbsp;</b></p>
<p>Was für viele nach einem drastischen Schritt klingt, ist rechtlich möglich und wird auch in Baden-Württemberg praktiziert. Doch wie oft kommt es dazu und wie sinnvoll ist diese Maßnahme?</p>
<h2 class="h4"><b>Kurzfristige Freiheitsentziehung mit Erziehungsauftrag&nbsp;</b></h2>
<p>Jugendarrest ist ein Instrument des Jugendstrafrechts und soll erzieherisch wirken. Im Unterschied zur Jugendstrafe ist er zeitlich begrenzt und reicht je nach Form von einem Wochenende bis zu mehreren Wochen. Die Justiz spricht von einer „kurzfristigen Freiheitsentziehung mit erzieherischem Auftrag“. Jugendliche sollen die Konsequenzen ihres Verhaltens erleben und daraus Schlüsse für ihr weiteres Handeln ziehen können.</p>
<p>In Baden-Württemberg stehen dafür zwei Einrichtungen zur Verfügung: die Jugendarrestanstalt Göppingen sowie die Jugendarrestanstalt Rastatt, eine Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Karlsruhe. Dort werden Kurzarrest, Freizeitarrest und Dauerarrest vollzogen, ergänzt durch pädagogische Angebote, Gespräche oder Gruppenprogramme.</p>
<h2 class="h4"><b>Wie oft kommt Jugendarrest wegen Schulschwänzens vor?</b></h2>
<p>Während viele Aspekte des Schulwesens statistisch eng begleitet werden, fehlen ausgerechnet beim Thema Schulabsentismus umfassende Zahlen. Eine Recherche des Redaktionsnetzwerks-Deutschland (RND) brachte erstmals bundesweit etwas Licht ins Dunkel. Die Justizverwaltungen der Länder gaben an, wie viele Jugendliche 2025 wegen Schulverweigerung im Arrest saßen. Baden-Württemberg meldete dabei 33 Fälle und lag damit deutlich unter dem Spitzenreiter Niedersachsen, aber über Ländern, die keine oder nur sehr wenige Arrestfälle registrierten.</p>
<p>Auffällig ist weniger die Zahl selbst als der Weg, über den sie sichtbar wird: Arrestfälle erscheinen in der Justizstatistik, nicht im Schulbereich. Schulabsentismus wird in Baden-Württemberg außerdem kaum zentral erfasst. Laut Kultusministerium gibt es weder eine Statistik zu Bußgeldern noch ein landesweites System zur Erfassung von Fehlzeiten. Dadurch bleibt das Ausmaß schwer abzuschätzen.</p>
<h2 class="h4"><b>Rechtlicher Rahmen: Von der Schulpflicht zu Sanktionen</b></h2>
<p>Ausgangspunkt ist die allgemeine Schulpflicht, die in Baden-Württemberg gesetzlich geregelt ist. Zunächst greifen schulische Maßnahmen. Dazu gehören pädagogische Gespräche, Ordnungsmaßnahmen oder die Unterstützung durch Schulsozialarbeit und schulpsychologische Beratung. Erst wenn diese Schritte nicht ausreichen, folgen verwaltungsrechtliche Maßnahmen wie Bußgelder oder Zwangsgelder gegenüber den Erziehungsberechtigten.</p>
<p>Freiheitsentzug für Jugendliche kommt erst dann in Betracht, wenn zuvor andere Maßnahmen nicht zum Erfolg geführt haben. Jugendarrest gilt im Jugendstrafrecht als letztes Sanktionsmittel vor einer Jugendstrafe. Er wird von einem Jugendgericht angeordnet und zeitlich begrenzt vollzogen.</p>
<h2 class="h4"><b>Stimmen aus der Praxis: Hilfreich oder hilflos?</b></h2>
<p>Die Maßnahme ist pädagogisch umstritten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bezeichnet Jugendarrest für Schulverweigerer als schulpolitische und pädagogische Bankrotterklärung und bezweifelt, dass Freiheitsentzug Ursachen wie Schulangst, Mobbing, Depressionen oder familiäre Probleme lösen kann. Auch Vertreter aus dem Jugendstrafvollzug berichten, dass Arrest bei Schulabsentismus selten nachhaltig wirkt. Viele der betroffenen Jugendlichen haben bereits schlechte Schulerfahrungen gemacht und bräuchten Unterstützung statt Druck.</p>
<p>Es gibt aber auch Stimmen, die den Jugendarrest als notwendige Option sehen. Wer die Schulpflicht konsequent durchsetzen wolle, brauche ein letztes Mittel, wenn anderen Maßnahmen die Grenzen gesetzt sind. Der Justizvollzug betont die erzieherische Ausrichtung der Einrichtungen. Berufsorientierung, Sportangebote, Gruppenprogramme oder Gespräche sollen Jugendlichen helfen, den Anschluss an Schule und Alltag wiederzufinden.</p>
<h2 class="h4"><b>Was wird in Baden-Württemberg diskutiert?</b></h2>
<p>Systematisch diskutiert wird das Thema vor allem im Rahmen von Schulabsentismus insgesamt. In Antworten an den Landtag verweist das Kultusministerium darauf, wie wichtig frühe Unterstützung durch Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und Jugendhilfe ist. Dazu gehören Handreichungen und Leitfäden, die Lehrkräfte und Schulleitungen im Umgang mit Schulabsentismus unterstützen. Der Schwerpunkt liegt klar auf Prävention, also darauf, eine Eskalation zu vermeiden, nicht auf möglichst harten Sanktionen.</p>
<p>Dass Jugendarrest trotz dieser Bemühungen als Option bestehen bleibt, zeigt, dass es in einzelnen Fällen offenbar bisher keine überzeugende Alternative gibt. Gleichzeitig deuten die niedrigen Fallzahlen darauf hin, dass Baden-Württemberg den Arrest zurückhaltend nutzt und im Alltag eher als Ausnahmeinstrument begreift.</p>
<h2 class="h4"><b>Lösungsansätze: Ursachen statt Symptome</b></h2>
<p>Schulabsentismus ist selten Ausdruck von Bequemlichkeit. Häufig liegen komplexe persönliche oder familiäre Belastungen zugrunde. Präventive und unterstützende Ansätze von Schulpsychologie über Jugendhilfe bis hin zu alternativen Lernangeboten können dazu beitragen, Eskalationsprozesse zu vermeiden und Betroffene früher zu erreichen.</p>
<p>Ein stärkerer Fokus auf Kooperation zwischen Schule, Jugendhilfe und Justiz könnte langfristig dazu beitragen, dass es seltener zu Maßnahmen wie Jugendarrest kommt. Ob Baden-Württemberg diesen Weg weitergeht, hängt weniger von der Justiz als von Ressourcen und Strukturen im Schulbereich ab. Eine konsequente Präventionsstrategie kann dazu beitragen, dass Freiheitsentzug wegen Schulschwänzens tatsächlich jene seltene Ausnahme bleibt, als die er rechtlich gedacht ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="alert-dark" style="padding: 20px;"><b>Zur Autorin<br /></b>Sandra Lore Wilhelm ist freie Autorin mit einer Leidenschaft für klare und authentische Kommunikation.&nbsp;<br />Mit einem Blick fürs Wesentliche und einem Gespür für die richtige Tonalität hat sie sich darauf spezialisiert, komplexe Inhalte verständlich und ansprechend zu vermitteln. Die ausgebildete Fremdsprachenkorrespondentin und Industriekauffrau lebt und arbeitet im Schwarzwald-Baar-Kreis.</p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>SiB, Schuljahr 2025/26, Nr 5, Juni 2026</category>
           <pubDate>Fri, 12 Jun 2026 13:43:34 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Landeselternbeirat wählt Vanessa Scholz zur neuen Vorsitzenden</title>
           <link>https://leb-bw.de/infos-downloads/presse/1083-landeselternbeirat-waehlt-vanessa-scholz-zur-neuen-vorsitzenden?format=html</link>
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           <media:title type="plain">Landeselternbeirat wählt Vanessa Scholz zur neuen Vorsitzenden</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<p><em>Pressemeldung vom 18. Mai 2026</em></p>
<p>Stuttgart, 18. Mai 2026 – Vanessa Scholz ist neue Vorsitzende des Landeselternbeirats Baden-Württemberg. Die Herrenbergerin wurde zur Nachfolgerin von Sebastian Kölsch gewählt, der nicht mehr kandidiert hatte.</p>
<p>Die Mutter von drei Kindern ist seit vielen Jahren in der Elternarbeit aktiv. Ob als Elternvertreterin und Elternbeirats-Vorsitzende in verschiedenen Schularten oder als ehemalige Vorsitzende des Gesamtelternbeirats Herrenberg: Die 45-jährige bringt viel Gremienerfahrung und Elternarbeits-Praxis mit in ihre neue Rolle.</p>
<p>Vanessa Scholz steht einem siebenköpfigen Vorstandsteam vor. Alle Positionen wurden ebenfalls turnusgemäß neu besetzt. Stellvertretende Vorsitzende sind nun Jörg Vettermann, Susanne Balzer und Georg Beier. Zur Schriftführerin wurde Chrissy Bach bestimmt. Zum Kassenwart und dessen Stellvertreterin wurden Friedhelm Biene und Stephanie Wieland bestellt.</p>
<p>„Ich trete das Amt mit Respekt und Zuversicht an und danke dem Gremium für das in mich gesetzte Vertrauen“, erklärte die neue Vorsitzende nach ihrer Wahl. Sie dankte dem Team des vorherigen Vorstands für die geleistete Arbeit: „Mit dieser Grundlage lässt sich gut und ohne allzu umfangreiche Einarbeitung durchstarten. Ich freue mich darauf, Bewährtes weiterführen, aber auch neue Akzente setzen zu können.“ Der parallele Neustart im Kultusministerium mit Minister Andreas Jung biete dazu perfekt Gelegenheit.&nbsp;</p>
<p>Auf der Wahlsitzung wurden neben dem scheidenden Vorsitzenden Sebastian Kölsch auch seine beiden stellvertretenden Vorsitzenden Gebhard Mehrle und Manja Reinholdt sowie Kassenwart Bernd Oberhäußer verabschiedet. „Ich scheide mit Freude über das Erreichte aus dem Amt und wünsche meiner Nachfolgerin alles Gute und eine glückliche Hand. Immerhin ist der LEB die größte Bildungs-Interessengruppe im Land“, so Kölsch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Pressebilder</strong></p>
<p><img src="images/bilder/Pressebilder/neuer-LEB-Vorstand_Copyright-LEB-Baden-Wuerttemberg.jpg" alt="Der neue Vorstand des 21. Landeselternbeirats: Jörg Vettermann, Susanne Balzer, Stephanie Wieland, Vanessa Scholz (Vorsitzende), Friedhelm Biene, Chrissy Bach, Georg Beier." width="500" height="431" /></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Der neue Vorstand des 21. Landeselternbeirats; von links: Jörg Vettermann und Susanne Balzer (beide stv. Vorsitzende), Stephanie Wieland (stv. Kassenwartin), Vanessa Scholz (Vorsitzende), Friedhelm Biene (Kassenwart), Chrissy Bach (Schriftführerin) und Georg Beier (stv. Vorsitzender).</span><br /><span style="font-size: 10pt;">© LEB Baden-Württemberg</span></p>
<p><a href="images/bilder/Pressebilder/neuer-LEB-Vorstand_Copyright-LEB-Baden-Wuerttemberg.jpg" target="_blank" rel="noopener">Download in hoher Qualität</a></p>
<hr />
<p>&nbsp;<img src="images/bilder/Pressebilder/Vanessa-Scholz-und-Sebastian-Koelsch_Copyright-LEB-Baden-Wuerttemberg.jpg" alt="Vanessa Scholz und Sebastian Kölsch bei der Amtsübergabe" width="400" height="465" /></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Die neue Vorsitzende Vanessa Scholz und ihr Vorgänger Sebastian Kölsch bei der Amtsübergabe.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">© LEB Baden-Württemberg</span></p>
<p><a href="images/bilder/Pressebilder/Vanessa-Scholz-und-Sebastian-Koelsch_Copyright-LEB-Baden-Wuerttemberg.jpg" rel="noopener">Download in hoher Qualität</a></p>]]></media:description>
                      <guid isPermaLink="true">https://leb-bw.de/infos-downloads/presse/1083-landeselternbeirat-waehlt-vanessa-scholz-zur-neuen-vorsitzenden?format=html</guid>
           <description><![CDATA[<p><em>Pressemeldung vom 18. Mai 2026</em></p>
<p>Stuttgart, 18. Mai 2026 – Vanessa Scholz ist neue Vorsitzende des Landeselternbeirats Baden-Württemberg. Die Herrenbergerin wurde zur Nachfolgerin von Sebastian Kölsch gewählt, der nicht mehr kandidiert hatte.</p>
<p>Die Mutter von drei Kindern ist seit vielen Jahren in der Elternarbeit aktiv. Ob als Elternvertreterin und Elternbeirats-Vorsitzende in verschiedenen Schularten oder als ehemalige Vorsitzende des Gesamtelternbeirats Herrenberg: Die 45-jährige bringt viel Gremienerfahrung und Elternarbeits-Praxis mit in ihre neue Rolle.</p>
<p>Vanessa Scholz steht einem siebenköpfigen Vorstandsteam vor. Alle Positionen wurden ebenfalls turnusgemäß neu besetzt. Stellvertretende Vorsitzende sind nun Jörg Vettermann, Susanne Balzer und Georg Beier. Zur Schriftführerin wurde Chrissy Bach bestimmt. Zum Kassenwart und dessen Stellvertreterin wurden Friedhelm Biene und Stephanie Wieland bestellt.</p>
<p>„Ich trete das Amt mit Respekt und Zuversicht an und danke dem Gremium für das in mich gesetzte Vertrauen“, erklärte die neue Vorsitzende nach ihrer Wahl. Sie dankte dem Team des vorherigen Vorstands für die geleistete Arbeit: „Mit dieser Grundlage lässt sich gut und ohne allzu umfangreiche Einarbeitung durchstarten. Ich freue mich darauf, Bewährtes weiterführen, aber auch neue Akzente setzen zu können.“ Der parallele Neustart im Kultusministerium mit Minister Andreas Jung biete dazu perfekt Gelegenheit.&nbsp;</p>
<p>Auf der Wahlsitzung wurden neben dem scheidenden Vorsitzenden Sebastian Kölsch auch seine beiden stellvertretenden Vorsitzenden Gebhard Mehrle und Manja Reinholdt sowie Kassenwart Bernd Oberhäußer verabschiedet. „Ich scheide mit Freude über das Erreichte aus dem Amt und wünsche meiner Nachfolgerin alles Gute und eine glückliche Hand. Immerhin ist der LEB die größte Bildungs-Interessengruppe im Land“, so Kölsch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Pressebilder</strong></p>
<p><img src="images/bilder/Pressebilder/neuer-LEB-Vorstand_Copyright-LEB-Baden-Wuerttemberg.jpg" alt="Der neue Vorstand des 21. Landeselternbeirats: Jörg Vettermann, Susanne Balzer, Stephanie Wieland, Vanessa Scholz (Vorsitzende), Friedhelm Biene, Chrissy Bach, Georg Beier." width="500" height="431" /></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Der neue Vorstand des 21. Landeselternbeirats; von links: Jörg Vettermann und Susanne Balzer (beide stv. Vorsitzende), Stephanie Wieland (stv. Kassenwartin), Vanessa Scholz (Vorsitzende), Friedhelm Biene (Kassenwart), Chrissy Bach (Schriftführerin) und Georg Beier (stv. Vorsitzender).</span><br /><span style="font-size: 10pt;">© LEB Baden-Württemberg</span></p>
<p><a href="images/bilder/Pressebilder/neuer-LEB-Vorstand_Copyright-LEB-Baden-Wuerttemberg.jpg" target="_blank" rel="noopener">Download in hoher Qualität</a></p>
<hr />
<p>&nbsp;<img src="images/bilder/Pressebilder/Vanessa-Scholz-und-Sebastian-Koelsch_Copyright-LEB-Baden-Wuerttemberg.jpg" alt="Vanessa Scholz und Sebastian Kölsch bei der Amtsübergabe" width="400" height="465" /></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Die neue Vorsitzende Vanessa Scholz und ihr Vorgänger Sebastian Kölsch bei der Amtsübergabe.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">© LEB Baden-Württemberg</span></p>
<p><a href="images/bilder/Pressebilder/Vanessa-Scholz-und-Sebastian-Koelsch_Copyright-LEB-Baden-Wuerttemberg.jpg" rel="noopener">Download in hoher Qualität</a></p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>Presse</category>
           <pubDate>Mon, 18 May 2026 14:45:25 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Tagesordnung 13.05.2026</title>
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           <media:description type="html"><![CDATA[<p><strong>2. Sitzung des 21. Landeselternbeirats</strong></p>]]></media:description>
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           <description><![CDATA[<p><strong>2. Sitzung des 21. Landeselternbeirats</strong></p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>Tagesordnungen 2026</category>
           <pubDate>Wed, 06 May 2026 23:01:43 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>KI in der Schule</title>
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           <media:title type="plain">KI in der Schule</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<div class="h2">Die Debatte ist vorbei – jetzt zählt, was wir daraus machen</div>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von&nbsp;Sabine Buch<b><br /></b>KI-Expertin und Universitätsdozentin</span></p>
<p><b>Aktuell scheint es keinen Artikel, keinen Kongress und keine bildungspolitische Diskussion mehr ohne das Thema Künstliche Intelligenz zu geben.&nbsp;</b></p>
<p>KI polarisiert, spaltet Meinungen, erzeugt Euphorie ebenso wie Angst. Doch bei aller Aufregung sollten wir eine Sache festhalten: <b>KI ist gekommen, um zu bleiben.</b> Die Grundsatzdebatte, ob wir KI im Bildungsbereich wollen oder nicht, ist damit eigentlich beendet. Die viel wichtigere Frage lautet: <b>Wie geht unser Bildungssystem damit um – und wie befähigen wir Kinder, kompetent, kritisch und verantwortungsvoll mit KI umzugehen?</b></p>
<h2 class="h4"><b>Corona hätte helfen können</b></h2>
<p>Ich hatte gehofft, dass die Corona-Pandemie und der flächendeckende Online-Unterricht uns endgültig ins digitale Zeitalter katapultieren würden. Kurz sah es so aus, als würde sich Schule grundlegend verändern. Doch irgendwo unterwegs ist der Sprit ausgegangen. Statt nachhaltiger Transformation folgte vielerorts die Rückkehr zu alten Routinen – ergänzt um digitale Insellösungen. Dabei ist Medienkompetenz heute weit mehr als Excel und PowerPoint im Informatikunterricht. Kinder wachsen in einer Welt auf, in der <b>TikTok, Instagram, YouTube, Gaming-Plattformen und KI-Tools</b> selbstverständlich sind. Das ist „the place to be“, ob wir Eltern das gut finden oder nicht. Auch aktuelle Debatten wie über das Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige in Australien zeigen, wie emotional das Thema diskutiert wird. Verbote mögen gut gemeint sein, lösen aber selten das eigentliche Problem. Meine Erfahrung zeigt: Kinder finden Wege. Zugang lässt sich kaum vollständig verhindern. <b>Befähigung ist der wirksamere Ansatz als Kontrolle.</b></p>
<h2 class="h4"><b>Mit-, statt dagegen arbeiten</b></h2>
<p>Genau hier liegt die zentrale Aufgabe von Schule – und damit auch von Bildungspolitik. Kinder brauchen Kompetenzen, um Medien einzuordnen, Fake News zu erkennen, kritisch zu denken und KI sinnvoll zu nutzen. KI darf dabei nicht verteufelt werden, sondern sollte <b>Lerngegenstand und Lernwerkzeug zugleich</b> sein. Warum nicht Aufgaben stellen, bei denen Schülerinnen und Schüler Informationen mithilfe von KI recherchieren, diese aber belegen, prüfen und reflektieren müssen? So wird nicht blind konsumiert, sondern aktiv hinterfragt. Eine Studie zeigt, dass Deutschland in vielen Bildungsdisziplinen weiter zurückfällt. Eine auffällige Ausnahme ist Englisch. Das liegt nicht allein am hervorragenden Unterricht, sondern daran, dass Kinder heute selbstverständlich englischsprachige Inhalte konsumieren, Spiele spielen und mit Gleichaltrigen weltweit kommunizieren. <b>Warum nutzen wir diesen Effekt nicht systematisch?</b> Warum übertragen wir dieses Prinzip nicht auf andere Lernbereiche – unterstützt durch KI, adaptive Lernsysteme oder internationale digitale Projekte?</p>
<h2 class="h4"><b>Gestern sollte gestern bleiben</b></h2>
<p>Schule im Jahr 2025 kann nicht mehr mit Schule 1980 verglichen werden – wird es aber häufig noch. Wir brauchen mutige didaktische Konzepte: Lernen mit VR-Brillen, Simulationen zum Anfassen, spielerische Formate, Gamification, projektbasiertes Arbeiten. Lernen darf wieder Spaß machen, ohne an Tiefe zu verlieren. KI kann hier unterstützen, nicht ersetzen. Sie kann personalisieren, Feedback geben und Lehrkräfte entlasten – wenn sie sinnvoll eingebettet ist. Doch all das funktioniert nicht ohne strukturelle Veränderungen. Eine umfassende Bildungsreform ist unumgänglich. Es reicht nicht, jedem Kind ein iPad in die Hand zu drücken. Ohne Fortbildungen, pä​dagogische Konzepte, technische Infrastruktur und klare ethische Leitlinien bleibt Digitalisierung Stückwerk. Im internationalen Vergleich verlieren wir weiter an Boden. Jetzt ist der Moment, den Tanker herumzureißen. Warten können wir uns nicht mehr leisten.</p>
<h2 class="h4"><b>Wir leben vor, Kinder machen nach</b></h2>
<p>Diese Verantwortung allein den Schulen zuzuschieben, greift zu kurz. Es braucht das Zusammenspiel aller: <b>Schule, Politik und Eltern</b>. Auch wir Eltern müssen Vorbilder sein, uns mit KI auseinandersetzen, Unsicherheiten abbauen und anerkennen, dass Lernen heute anders funktioniert. Gamification, digitale Tools und KI können Motivation und Neugier fördern – wenn wir sie zulassen und begleiten. KI im Bildungsbereich ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Werkzeug. Entscheidend ist, wie wir es einsetzen. Wenn wir Kinder befähigen, kritisch zu denken, Technologien zu verstehen und verantwortungsvoll zu nutzen, dann bereiten wir sie wirklich auf die Zukunft vor. Die Debatte über das Ob können wir beenden. <b>Jetzt geht es um das Wie.</b>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="alert-dark" style="padding: 20px;"><b>Zur Autorin<br /></b>Sabine Buch verbindet langjährige Führungserfahrung in der Wirtschaft mit fundierter Bildungsarbeit. Als Dozentin, Trainerin und systemischer Coach entwickelt sie Lern- und Trainingsformate für Schulen, Hochschulen und Organisationen, die kritisches Denken, Werteorientierung und Zukunftskompetenzen stärken. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem verantwortungsvollen Einsatz von KI und digitalen Technologien im Lernkontext. Ihr Ziel: Bildung so gestalten, dass junge Menschen Orientierung, Selbstwirksamkeit und Kompetenzen für eine zunehmend digitale und vielfältige Welt entwickeln.</p>]]></media:description>
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           <description><![CDATA[<div class="h2">Die Debatte ist vorbei – jetzt zählt, was wir daraus machen</div>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von&nbsp;Sabine Buch<b><br /></b>KI-Expertin und Universitätsdozentin</span></p>
<p><b>Aktuell scheint es keinen Artikel, keinen Kongress und keine bildungspolitische Diskussion mehr ohne das Thema Künstliche Intelligenz zu geben.&nbsp;</b></p>
<p>KI polarisiert, spaltet Meinungen, erzeugt Euphorie ebenso wie Angst. Doch bei aller Aufregung sollten wir eine Sache festhalten: <b>KI ist gekommen, um zu bleiben.</b> Die Grundsatzdebatte, ob wir KI im Bildungsbereich wollen oder nicht, ist damit eigentlich beendet. Die viel wichtigere Frage lautet: <b>Wie geht unser Bildungssystem damit um – und wie befähigen wir Kinder, kompetent, kritisch und verantwortungsvoll mit KI umzugehen?</b></p>
<h2 class="h4"><b>Corona hätte helfen können</b></h2>
<p>Ich hatte gehofft, dass die Corona-Pandemie und der flächendeckende Online-Unterricht uns endgültig ins digitale Zeitalter katapultieren würden. Kurz sah es so aus, als würde sich Schule grundlegend verändern. Doch irgendwo unterwegs ist der Sprit ausgegangen. Statt nachhaltiger Transformation folgte vielerorts die Rückkehr zu alten Routinen – ergänzt um digitale Insellösungen. Dabei ist Medienkompetenz heute weit mehr als Excel und PowerPoint im Informatikunterricht. Kinder wachsen in einer Welt auf, in der <b>TikTok, Instagram, YouTube, Gaming-Plattformen und KI-Tools</b> selbstverständlich sind. Das ist „the place to be“, ob wir Eltern das gut finden oder nicht. Auch aktuelle Debatten wie über das Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige in Australien zeigen, wie emotional das Thema diskutiert wird. Verbote mögen gut gemeint sein, lösen aber selten das eigentliche Problem. Meine Erfahrung zeigt: Kinder finden Wege. Zugang lässt sich kaum vollständig verhindern. <b>Befähigung ist der wirksamere Ansatz als Kontrolle.</b></p>
<h2 class="h4"><b>Mit-, statt dagegen arbeiten</b></h2>
<p>Genau hier liegt die zentrale Aufgabe von Schule – und damit auch von Bildungspolitik. Kinder brauchen Kompetenzen, um Medien einzuordnen, Fake News zu erkennen, kritisch zu denken und KI sinnvoll zu nutzen. KI darf dabei nicht verteufelt werden, sondern sollte <b>Lerngegenstand und Lernwerkzeug zugleich</b> sein. Warum nicht Aufgaben stellen, bei denen Schülerinnen und Schüler Informationen mithilfe von KI recherchieren, diese aber belegen, prüfen und reflektieren müssen? So wird nicht blind konsumiert, sondern aktiv hinterfragt. Eine Studie zeigt, dass Deutschland in vielen Bildungsdisziplinen weiter zurückfällt. Eine auffällige Ausnahme ist Englisch. Das liegt nicht allein am hervorragenden Unterricht, sondern daran, dass Kinder heute selbstverständlich englischsprachige Inhalte konsumieren, Spiele spielen und mit Gleichaltrigen weltweit kommunizieren. <b>Warum nutzen wir diesen Effekt nicht systematisch?</b> Warum übertragen wir dieses Prinzip nicht auf andere Lernbereiche – unterstützt durch KI, adaptive Lernsysteme oder internationale digitale Projekte?</p>
<h2 class="h4"><b>Gestern sollte gestern bleiben</b></h2>
<p>Schule im Jahr 2025 kann nicht mehr mit Schule 1980 verglichen werden – wird es aber häufig noch. Wir brauchen mutige didaktische Konzepte: Lernen mit VR-Brillen, Simulationen zum Anfassen, spielerische Formate, Gamification, projektbasiertes Arbeiten. Lernen darf wieder Spaß machen, ohne an Tiefe zu verlieren. KI kann hier unterstützen, nicht ersetzen. Sie kann personalisieren, Feedback geben und Lehrkräfte entlasten – wenn sie sinnvoll eingebettet ist. Doch all das funktioniert nicht ohne strukturelle Veränderungen. Eine umfassende Bildungsreform ist unumgänglich. Es reicht nicht, jedem Kind ein iPad in die Hand zu drücken. Ohne Fortbildungen, pä​dagogische Konzepte, technische Infrastruktur und klare ethische Leitlinien bleibt Digitalisierung Stückwerk. Im internationalen Vergleich verlieren wir weiter an Boden. Jetzt ist der Moment, den Tanker herumzureißen. Warten können wir uns nicht mehr leisten.</p>
<h2 class="h4"><b>Wir leben vor, Kinder machen nach</b></h2>
<p>Diese Verantwortung allein den Schulen zuzuschieben, greift zu kurz. Es braucht das Zusammenspiel aller: <b>Schule, Politik und Eltern</b>. Auch wir Eltern müssen Vorbilder sein, uns mit KI auseinandersetzen, Unsicherheiten abbauen und anerkennen, dass Lernen heute anders funktioniert. Gamification, digitale Tools und KI können Motivation und Neugier fördern – wenn wir sie zulassen und begleiten. KI im Bildungsbereich ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Werkzeug. Entscheidend ist, wie wir es einsetzen. Wenn wir Kinder befähigen, kritisch zu denken, Technologien zu verstehen und verantwortungsvoll zu nutzen, dann bereiten wir sie wirklich auf die Zukunft vor. Die Debatte über das Ob können wir beenden. <b>Jetzt geht es um das Wie.</b>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="alert-dark" style="padding: 20px;"><b>Zur Autorin<br /></b>Sabine Buch verbindet langjährige Führungserfahrung in der Wirtschaft mit fundierter Bildungsarbeit. Als Dozentin, Trainerin und systemischer Coach entwickelt sie Lern- und Trainingsformate für Schulen, Hochschulen und Organisationen, die kritisches Denken, Werteorientierung und Zukunftskompetenzen stärken. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem verantwortungsvollen Einsatz von KI und digitalen Technologien im Lernkontext. Ihr Ziel: Bildung so gestalten, dass junge Menschen Orientierung, Selbstwirksamkeit und Kompetenzen für eine zunehmend digitale und vielfältige Welt entwickeln.</p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>SiB, Schuljahr 2025/26, Nr 4, April 2026</category>
           <pubDate>Mon, 13 Apr 2026 23:10:00 +0200</pubDate>
       </item>
          </channel>
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