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       <title>SiB, Schuljahr 2023/24, Nr 6, Juli 2024 - Landeselternbeirat Baden-Württemberg</title>
       <description><![CDATA[<p class="h6">VIER ARTIKEL ALS LESEBROBE FINDEN SIE WEITER UNTEN. HIER DAS VORWORT ZU DIESER AUSGABE:</p>
<p>Liebe Leserin. lieber Leser,</p>
<p>das Schuljahr neigt sich dem Ende entgegen. Und selten war ein Schuljahr bildungspolitisch derart aufregend.<br />Während ich diese Zeilen schreibe, ist es ziemlich genau ein Jahr her, dass Ministerpräsident Kretschmann unvermittelt mit der Idee des Bürgerforums zu G8 und G9 um die Ecke kam. Es war für uns als frisch gewählter 20. Landeselternbeirat ein Sprung ins kalte Wasser als unvermittelter Auftakt unserer Amtszeit.&nbsp;</p>
<p>Heraus kam eine Bildungsreform. Oder besser: ein Bildungsreförmchen, zusammengeschustert aus verschiedenen Versatzstücken quer durch alle Bildungsgebiete.<br />Trotz Koalitionsvertragsgebot, fünf Jahre keine Strukturdebatten führen zu wollen, sah dieses Schuljahr somit eine Art blitzartigen Rundumschlag. Von frühkindlicher Bildung bis zum Gymnasium hat man von allem und für alle ein bisschen reingetan, mit dem schwarzen Löffel und der grünen Gabel ein bisschen vermischt und heraus kam etwas, mit dem die Koalition offenbar leben kann, und die Schülerinnen und Schüler künftig leben müssen.&nbsp;</p>
<p>So richtig gut ist es nicht geworden.&nbsp;Aber – so hat man den Eindruck – so richtig gut findet es auch im Landtag keiner. „Koalitionskonsens statt Allianzansatz“ schrieben wir in der letzten Ausgabe der Schule im Blickpunkt, denn hier ging es nicht zuallererst um die Bildung, um die Schulen, um die Kinder, sondern eher um den Koalitionsfrieden vor der Landtagswahl. Das ist der Wermutstropfen des Schuljahres, bei aller Bewegung, die plötzlich entfacht wurde:&nbsp;Das Primat der Politik sollte im Schulwesen nichts zu suchen haben, auch wenn Bildung den Hauptteil der Landespolitik-Kompetenz ausmacht.&nbsp;</p>
<p>Was das Bildungspaket von Grün-Schwarz ausspart: Den großen Wurf neben dem Gymnasium.&nbsp;Dabei war genau ein solcher auch vom Bürgerforum angemahnt worden. Und genau ein solcher wäre auch der perfekte Aufhänger für die Bildungsallianz gemeinsam mit SPD und FDP gewesen. Da dies aber in der Kürze der Zeit der Politik nicht möglich war und die Währung der Politik nun einmal eher Schnelligkeit als Gründlichkeit ist, haben sich nun Wissenschaftler und Schulpraktiker mit dieser Fragestellung befasst. Wie machen wir dem in weiten Teilen profillos zerklüfteten Nebeneinander von drei verschiedenen nicht-gymnasialen Schularten den Garaus und schaffen etwas Besseres? Der Vorschlag einer neuen Sekundarschule, nur 12 Jahre nach Einführung der Gemeinschaftsschule im Land, ist bemerkenswert. Nicht nur deshalb, weil gefühlt alle bei der Präsentation in der Robert-Bosch-Stiftung waren – nur nicht das Kultusministerium.&nbsp;</p>
<p>Nun kann man an einem lebenden, komplexen System wie dem Schulwesen nicht ganz so einfach herumoperieren. Aber wenn graduelle Veränderungen seit Jahren nichts bis zu wenig bringen: Wäre es dann nicht einmal Zeit für den großen Schnitt, für etwas grundlegend Änderndes, für eine Flucht nach vorn?<br />Sich ernsthaft mit dieser Idee auseinanderzusetzen, halte ich für das Gebot der Stunde.<br /><strong>Für unsere Kinder!</strong></p>
<p>Allen Leserinnen und Lesern schon heute eine erholsame Sommerferienzeit!</p>
<p>Sebastian Kölsch<br />Vorsitzender des 20. Landeselternbeirats</p>]]></description>
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           <title>SiB, Schuljahr 2023/24, Nr 6, Juli 2024 - Landeselternbeirat Baden-Württemberg</title>
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              <item>
           <title>Eine neue Sekundarschule für Baden-Württemberg?</title>
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           <media:title type="plain">Eine neue Sekundarschule für Baden-Württemberg?</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<h2>Eine Expertengruppe skizziert eine tiefgreifende Reform der Schularten neben dem Gymnasium</h2>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von Albrecht Wacker &amp; Thorsten Bohl, Autorengruppe Neue Sekundarschule</span></p>
<p><strong>Am 14. Juni 2024 wurde die Neue Sekundarschule in Stuttgart vorgestellt. Mit dem Vorschlag will eine Arbeitsgruppe drängende Probleme der Schulstruktur in Baden-Württemberg aufgreifen. Sie besteht aus Vertreterinnen und Vertretern von Wissenschaft und Praxis aus allen Schularten in Baden-Württemberg und ebenso aus Akteuren der Schulverwaltung und Vertretern der Schulträger. Der Vorschlag der Gruppe zielt darauf, die bisherigen Haupt- und Werkrealschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen als eine Schulart (neben dem Gymnasium) zur Neuen Sekundarschule zusammenzufassen. Die Gruppe sieht in einem zweigliedrigen Schulsystem einen konstruktiven Weg, um akuten Problemen zu begegnen.</strong></p>
<h3><strong>Welchen Problemen will die Arbeitsgruppe begegnen?</strong></h3>
<p>Die sozialen und pädagogischen Herausforderungen, die über Flucht und Migration hinaus auch durch die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf das Schulsystem einwirken, betreffen weit überproportional die Haupt- und Werkrealschulen, die Realschulen und Gemeinschaftsschulen.<br />Gerade diese Schularten konkurrieren in jedem Jahr neu um die Lernenden und sind auch am meisten vom akuten Lehrkräftemangel betroffen. Insgesamt führten die Entwicklungen schon in den letzten Jahren zu strukturellen Ungleichheiten zwischen dem Gymnasium einerseits und den weiteren Schularten in der Sekundarstufe andererseits. Diese Probleme werden sich durch die Einführung des G9, so ist begründet zu vermuten, weiter verschärfen.</p>
<h3><strong>Was schlägt die Arbeitsgruppe„Neue Sekundarschule“ vor?</strong></h3>
<p>Die Neue Sekundarschule ist eine inklusive Schulart, die die Stärken der bisherigen Schularten aufgreift und weiterentwickelt. Sie bietet alle Abschlüsse an: Einen Ersten Schulabschluss zum Ende der 9. und 10. Klassenstufe, den Mittleren Abschluss nach der 10. Klassenstufe und die Allgemeine oder Fachgebundene Hochschulreife zum Ende der 13. Klassenstufe. Sie kann in eigenen Oberstufen, in gemeinsamen Oberstufen und in Kooperation mit den etablierten beruflichen Gymnasien absolviert werden. <br />Kernmerkmale der Neuen Sekundarschule sind ein professioneller Umgang mit der Heterogenität ihrer Schülerinnen und Schüler, der im organisatorischen Rahmen einer verbindlichen Ganztagsschule in multiprofessionellen Teams verwirklicht wird. Die Neue Sekundarschule ist hierzu in Bildungsabschnitte mit unterschiedlichen Zielausrichtungen gegliedert.<br />Die Neue Sekundarschule realisiert einen anspruchsvollen adaptiven und differenzierten Unterricht, der vom Ineinandergreifen von instruktiven und konstruktiven Phasen geprägt ist. Während der Arbeitsprozess für jüngere Lernende noch einer umfangreicheren Strukturierung unterliegt, kommt er in den höheren Klassen dem zunehmenden Autonomiestreben junger Menschen in der Adoleszenz entgegen. Auf die individuelle Unterstützung der Lernenden wird besonders Wert gelegt und digitale Werkzeuge werden hierfür herangezogen. Ziffernoten und äußere Differenzierung sind ab Klassenstufe 7 möglich. Eine individuelle Lernbegleitung erstreckt sich über die gesamte Sekundarstufe.</p>
<p>Die Arbeitsgruppe empfiehlt, die Neue Sekundarschule in einem zeitlich definierten und klar gegliederten Prozess einzuführen, dem ein vierjähriger Vorbereitungsprozess vorausgeht. Sie plädiert dafür, den Einzelschulen im Implementationsprozess ein hohes Maß an Schulautonomie bei gleichzeitig adaptiver Unterstützung einzuräumen.</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><span style="font-size: 10pt;">&nbsp;Klassen</span></td>
<td><span style="font-size: 10pt;">&nbsp;Bildungsabschnitt</span></td>
</tr>
<tr>
<td>&nbsp;5/6</td>
<td>&nbsp;Im Bildungsabschnitt <strong>Orientieren und Basiskompetenzen sichern</strong> stehen ein gelingendes Ankommen und die Sicherung von Basiskompetenzen, auch vor dem Hintergrund besonderer Lerndispositionen, im Mittelpunkt. Ein „Sitzenbleiben“ ist hier nicht möglich.</td>
</tr>
<tr>
<td>&nbsp;7/8</td>
<td>&nbsp;Der Bildungsabschnitt <strong>Stabilisieren und Interesse wecken</strong> ist der Entwicklung der Jugendlichen in der Pubertät und Adoleszenz verpflichtet. Er sucht die erworbenen Kompetenzen zu stabilisieren und über ein vermehrt interessegeleitetes Lernen in einem breiten Spektrum an Fächern und Themenfeldern Selbstwirksamkeitserfahrungen anzubahnen.</td>
</tr>
<tr>
<td>&nbsp;9/10</td>
<td>&nbsp;Im Bildungsabschnitt <strong>Profilieren und Abschließen</strong> erfolgt eine Entscheidung für das Profil „Zukunftsorientierung in Berufsfeldern“ oder ein „gymnasiales Profil“. Mit der Wahl der Profile sind fachspezifische Schwerpunktsetzungen für gelingende Abschlüsse verbunden.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr />
<p class="alert-info"><span style="font-size: 10pt; padding:20px;">Der 70-seitige Vorschlag, der Begründungen und Merkmale ausführt und Hinweise zur Einführung gibt, ist online verfügbar: <strong><a href="https://kurzlinks.de/neue-sek-bw" target="_blank" rel="noopener">kurzlinks.de/neue-sek-bw</a></strong></span></p>]]></media:description>
                      <guid isPermaLink="true">https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2023-24/sib-schuljahr-2023-24-nr-6-juli-2024/932-eine-neue-sekundarschule-fuer-baden-wuerttemberg?format=html</guid>
           <description><![CDATA[<h2>Eine Expertengruppe skizziert eine tiefgreifende Reform der Schularten neben dem Gymnasium</h2>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von Albrecht Wacker &amp; Thorsten Bohl, Autorengruppe Neue Sekundarschule</span></p>
<p><strong>Am 14. Juni 2024 wurde die Neue Sekundarschule in Stuttgart vorgestellt. Mit dem Vorschlag will eine Arbeitsgruppe drängende Probleme der Schulstruktur in Baden-Württemberg aufgreifen. Sie besteht aus Vertreterinnen und Vertretern von Wissenschaft und Praxis aus allen Schularten in Baden-Württemberg und ebenso aus Akteuren der Schulverwaltung und Vertretern der Schulträger. Der Vorschlag der Gruppe zielt darauf, die bisherigen Haupt- und Werkrealschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen als eine Schulart (neben dem Gymnasium) zur Neuen Sekundarschule zusammenzufassen. Die Gruppe sieht in einem zweigliedrigen Schulsystem einen konstruktiven Weg, um akuten Problemen zu begegnen.</strong></p>
<h3><strong>Welchen Problemen will die Arbeitsgruppe begegnen?</strong></h3>
<p>Die sozialen und pädagogischen Herausforderungen, die über Flucht und Migration hinaus auch durch die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf das Schulsystem einwirken, betreffen weit überproportional die Haupt- und Werkrealschulen, die Realschulen und Gemeinschaftsschulen.<br />Gerade diese Schularten konkurrieren in jedem Jahr neu um die Lernenden und sind auch am meisten vom akuten Lehrkräftemangel betroffen. Insgesamt führten die Entwicklungen schon in den letzten Jahren zu strukturellen Ungleichheiten zwischen dem Gymnasium einerseits und den weiteren Schularten in der Sekundarstufe andererseits. Diese Probleme werden sich durch die Einführung des G9, so ist begründet zu vermuten, weiter verschärfen.</p>
<h3><strong>Was schlägt die Arbeitsgruppe„Neue Sekundarschule“ vor?</strong></h3>
<p>Die Neue Sekundarschule ist eine inklusive Schulart, die die Stärken der bisherigen Schularten aufgreift und weiterentwickelt. Sie bietet alle Abschlüsse an: Einen Ersten Schulabschluss zum Ende der 9. und 10. Klassenstufe, den Mittleren Abschluss nach der 10. Klassenstufe und die Allgemeine oder Fachgebundene Hochschulreife zum Ende der 13. Klassenstufe. Sie kann in eigenen Oberstufen, in gemeinsamen Oberstufen und in Kooperation mit den etablierten beruflichen Gymnasien absolviert werden. <br />Kernmerkmale der Neuen Sekundarschule sind ein professioneller Umgang mit der Heterogenität ihrer Schülerinnen und Schüler, der im organisatorischen Rahmen einer verbindlichen Ganztagsschule in multiprofessionellen Teams verwirklicht wird. Die Neue Sekundarschule ist hierzu in Bildungsabschnitte mit unterschiedlichen Zielausrichtungen gegliedert.<br />Die Neue Sekundarschule realisiert einen anspruchsvollen adaptiven und differenzierten Unterricht, der vom Ineinandergreifen von instruktiven und konstruktiven Phasen geprägt ist. Während der Arbeitsprozess für jüngere Lernende noch einer umfangreicheren Strukturierung unterliegt, kommt er in den höheren Klassen dem zunehmenden Autonomiestreben junger Menschen in der Adoleszenz entgegen. Auf die individuelle Unterstützung der Lernenden wird besonders Wert gelegt und digitale Werkzeuge werden hierfür herangezogen. Ziffernoten und äußere Differenzierung sind ab Klassenstufe 7 möglich. Eine individuelle Lernbegleitung erstreckt sich über die gesamte Sekundarstufe.</p>
<p>Die Arbeitsgruppe empfiehlt, die Neue Sekundarschule in einem zeitlich definierten und klar gegliederten Prozess einzuführen, dem ein vierjähriger Vorbereitungsprozess vorausgeht. Sie plädiert dafür, den Einzelschulen im Implementationsprozess ein hohes Maß an Schulautonomie bei gleichzeitig adaptiver Unterstützung einzuräumen.</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><span style="font-size: 10pt;">&nbsp;Klassen</span></td>
<td><span style="font-size: 10pt;">&nbsp;Bildungsabschnitt</span></td>
</tr>
<tr>
<td>&nbsp;5/6</td>
<td>&nbsp;Im Bildungsabschnitt <strong>Orientieren und Basiskompetenzen sichern</strong> stehen ein gelingendes Ankommen und die Sicherung von Basiskompetenzen, auch vor dem Hintergrund besonderer Lerndispositionen, im Mittelpunkt. Ein „Sitzenbleiben“ ist hier nicht möglich.</td>
</tr>
<tr>
<td>&nbsp;7/8</td>
<td>&nbsp;Der Bildungsabschnitt <strong>Stabilisieren und Interesse wecken</strong> ist der Entwicklung der Jugendlichen in der Pubertät und Adoleszenz verpflichtet. Er sucht die erworbenen Kompetenzen zu stabilisieren und über ein vermehrt interessegeleitetes Lernen in einem breiten Spektrum an Fächern und Themenfeldern Selbstwirksamkeitserfahrungen anzubahnen.</td>
</tr>
<tr>
<td>&nbsp;9/10</td>
<td>&nbsp;Im Bildungsabschnitt <strong>Profilieren und Abschließen</strong> erfolgt eine Entscheidung für das Profil „Zukunftsorientierung in Berufsfeldern“ oder ein „gymnasiales Profil“. Mit der Wahl der Profile sind fachspezifische Schwerpunktsetzungen für gelingende Abschlüsse verbunden.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr />
<p class="alert-info"><span style="font-size: 10pt; padding:20px;">Der 70-seitige Vorschlag, der Begründungen und Merkmale ausführt und Hinweise zur Einführung gibt, ist online verfügbar: <strong><a href="https://kurzlinks.de/neue-sek-bw" target="_blank" rel="noopener">kurzlinks.de/neue-sek-bw</a></strong></span></p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>SiB, Schuljahr 2023/24, Nr 6, Juli 2024</category>
           <pubDate>Fri, 19 Jul 2024 08:13:39 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Zahlen lügen nicht</title>
           <link>https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2023-24/sib-schuljahr-2023-24-nr-6-juli-2024/931-zahlen-luegen-nicht?format=html</link>
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           <media:title type="plain">Zahlen lügen nicht</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<h2>Über den Umgang mit schulstatistischen Daten</h2>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von Sebastian Kölsch</span></p>
<p><strong>Wäre es nicht sinnvoll gewesen, wenn man sich im Vorfeld der Bildungsreform mit ein paar Zahlen und Fakten hätte beschäftigen können? Wer G8 und G9 bewerten möchte oder das Funktionieren der gymnasialen Oberstufen an anderen Schularten als dem Gymnasium, sollte – um mit dem früheren Kanzler Helmut Kohl zu sprechen – darauf schauen, „was hinten rauskommt“.</strong></p>
<p>Allein, es war nicht möglich. Hatten im Vorjahr die Zahlen des 22er-Abiturs frühzeitig vorgelegen und wurden sie bereits am 17. April 2023 vom Statistischen Landesamt veröffentlicht, musste man in diesem Jahr geschlagene eineinhalb Monate länger warten. Nun, da die Entscheidungen rund um das Bildungs-Reförmchen gefallen sind, liegen die Informationen vor.</p>
<h3><strong>Abinote normalisiert sich wieder</strong></h3>
<p>Wahrscheinlich durch Corona-Erleichterungen fielen die Abinoten in den beiden Coronajahrgängen überdurchschnittlich gut aus. Diese Durchschnittsnote sinkt nun wieder leicht in Richtung des Vor-Corona-Niveaus, das seit über 30 Jahren recht stabil im Bereich zwischen 2,3 und 2,4 liegt.</p>
<h3><strong>G9 vor G8 vor GMS</strong></h3>
<p>An Gymnasien, die im Schuljahr 22/23 nur das Abitur nach neun Jahren angeboten haben, legten mit 37,3% leicht mehr Schülerinnen und Schüler einen Abischnitt besser als 2,0 ab als an reinen G8-Gymnasien (36,5%). An den lediglich sechs Gemeinschaftsschulen, an denen die Abi­turprüfung absolviert werden konnte, erreichten signifikant weniger Absolventen eine solche Note, nämlich 25%. Bemerkenswert: Der höchste Bestnoten-Wert war an Schulen zu verzeichnen, die sowohl G8 als auch G9 anboten. Hier hatten 38,3% der Abiturienten eine 1 vor dem Komma stehen.</p>
<p>Das gleiche Bild zeichnet sich auch in den Durchschnittsnoten mit den beiden Extremen 2,38 an Gemeinschaftsschulen und 2,19 an gemischten G8-/G9-Gymnasien ab.</p>
<h3><strong>Statistik ist keine Politik</strong></h3>
<p>Neben dem Veröffentlichungszeitpunkt fällt auch auf, wie unterschiedlich sich die Pressemeldungen des Statistischen Landesamtes zu den Abinoten lesen.</p>
<p>2023 wurde als Untertitel „Durchschnittsnote an Gemeinschaftsschulen mit 2,09 besser als an allgemeinbildenden Gymnasien“ gewählt. Die gymnasialen Abiturnoten waren nicht getrennt nach G8 oder G9 ausgewiesen, womit ein Vergleich mit den G9-Gemeinschaftsschulen ohnehin eher schwierig war. Dass man gleichzeitig 114 Abiturprüfungen einerseits mit 28.100 andererseits verglich, sorgte zumindest für Stirnrunzeln.</p>
<p>Dieses Jahr hingegen war die Pressemitteilung der Statistiker wieder etwas neutraler im Ton. Ein Vergleich ist zwar immer noch schwierig, aber immerhin waren es in diesem Jahr 348 an Gemeinschaftsschulen absolvierte Abiturprüfungen.<br />Inwiefern die Daten der Politik bereits zur Verfügung standen und als Grundlage gedient haben mögen, bei der Wiedereinführung von G9 parallele G8-Züge zuzulassen, ist nicht bekannt.</p>]]></media:description>
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           <description><![CDATA[<h2>Über den Umgang mit schulstatistischen Daten</h2>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von Sebastian Kölsch</span></p>
<p><strong>Wäre es nicht sinnvoll gewesen, wenn man sich im Vorfeld der Bildungsreform mit ein paar Zahlen und Fakten hätte beschäftigen können? Wer G8 und G9 bewerten möchte oder das Funktionieren der gymnasialen Oberstufen an anderen Schularten als dem Gymnasium, sollte – um mit dem früheren Kanzler Helmut Kohl zu sprechen – darauf schauen, „was hinten rauskommt“.</strong></p>
<p>Allein, es war nicht möglich. Hatten im Vorjahr die Zahlen des 22er-Abiturs frühzeitig vorgelegen und wurden sie bereits am 17. April 2023 vom Statistischen Landesamt veröffentlicht, musste man in diesem Jahr geschlagene eineinhalb Monate länger warten. Nun, da die Entscheidungen rund um das Bildungs-Reförmchen gefallen sind, liegen die Informationen vor.</p>
<h3><strong>Abinote normalisiert sich wieder</strong></h3>
<p>Wahrscheinlich durch Corona-Erleichterungen fielen die Abinoten in den beiden Coronajahrgängen überdurchschnittlich gut aus. Diese Durchschnittsnote sinkt nun wieder leicht in Richtung des Vor-Corona-Niveaus, das seit über 30 Jahren recht stabil im Bereich zwischen 2,3 und 2,4 liegt.</p>
<h3><strong>G9 vor G8 vor GMS</strong></h3>
<p>An Gymnasien, die im Schuljahr 22/23 nur das Abitur nach neun Jahren angeboten haben, legten mit 37,3% leicht mehr Schülerinnen und Schüler einen Abischnitt besser als 2,0 ab als an reinen G8-Gymnasien (36,5%). An den lediglich sechs Gemeinschaftsschulen, an denen die Abi­turprüfung absolviert werden konnte, erreichten signifikant weniger Absolventen eine solche Note, nämlich 25%. Bemerkenswert: Der höchste Bestnoten-Wert war an Schulen zu verzeichnen, die sowohl G8 als auch G9 anboten. Hier hatten 38,3% der Abiturienten eine 1 vor dem Komma stehen.</p>
<p>Das gleiche Bild zeichnet sich auch in den Durchschnittsnoten mit den beiden Extremen 2,38 an Gemeinschaftsschulen und 2,19 an gemischten G8-/G9-Gymnasien ab.</p>
<h3><strong>Statistik ist keine Politik</strong></h3>
<p>Neben dem Veröffentlichungszeitpunkt fällt auch auf, wie unterschiedlich sich die Pressemeldungen des Statistischen Landesamtes zu den Abinoten lesen.</p>
<p>2023 wurde als Untertitel „Durchschnittsnote an Gemeinschaftsschulen mit 2,09 besser als an allgemeinbildenden Gymnasien“ gewählt. Die gymnasialen Abiturnoten waren nicht getrennt nach G8 oder G9 ausgewiesen, womit ein Vergleich mit den G9-Gemeinschaftsschulen ohnehin eher schwierig war. Dass man gleichzeitig 114 Abiturprüfungen einerseits mit 28.100 andererseits verglich, sorgte zumindest für Stirnrunzeln.</p>
<p>Dieses Jahr hingegen war die Pressemitteilung der Statistiker wieder etwas neutraler im Ton. Ein Vergleich ist zwar immer noch schwierig, aber immerhin waren es in diesem Jahr 348 an Gemeinschaftsschulen absolvierte Abiturprüfungen.<br />Inwiefern die Daten der Politik bereits zur Verfügung standen und als Grundlage gedient haben mögen, bei der Wiedereinführung von G9 parallele G8-Züge zuzulassen, ist nicht bekannt.</p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>SiB, Schuljahr 2023/24, Nr 6, Juli 2024</category>
           <pubDate>Fri, 19 Jul 2024 08:13:12 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Hitzefrei? Hitzefrei!</title>
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           <media:title type="plain">Hitzefrei? Hitzefrei!</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<h3><strong>Eltern fragen – Michael Rux antwortet</strong></h3>
<p><strong>Frage:</strong> In vergangenen Jahren war es zeitweise schon im Frühjahr so warm (besser gesagt: heiß), dass wir alle ins Schwitzen kamen – bis zur Gesundheitsgefährdung oder dem Kollaps. Früher gab’s an der Schule „hitzefrei“ und manchmal sogar das Gerücht, jemand habe das Thermometer auf dem Schulhof mit einem Streichholz auf 25 Grad hochgetrieben, damit wir alle früher heimkehren konnten. Wie sieht das heute aus?</p>
<p><strong>Michael Rux:</strong> <br />Letztmalig hat das Kultusministerium im Jahr 1975 per „Bekanntmachung“ die damalige Praxis bestätigt: Einen „Ausfall des Unterrichts an besonders heißen Sommertagen“ durfte die Schulleitung anordnen, wenn die Außentemperatur um 10 Uhr mindestens 25 Grad Celsius im Schatten betrug. Aber „früher“ ist vorbei – schon deshalb, weil es 1975 noch keine Sommerzeit gab. Bei deren Berücksichtigung müsste der Grenzwert heute lauten: „25 Grad um 11 Uhr“.</p>
<p>Die zweite Veränderung: 1975 konnten die Schülerinnen und Schüler an sehr vielen Schulen noch problemlos „fußläufig“ nach Hause geschickt werden, wo sie von der Mutter als „Nur-Hausfrau“ in Empfang genommen wurden. Abgesehen davon, dass es schon immer problematisch war, Grundschulkinder einfach heimzuschicken, ist das heutzutage auch für die höheren Jahrgänge schon deshalb an vielen Schulen schlicht unmöglich, weil der Schulbus-Fahrplan das nicht zulässt und weil in vielen Familien niemand auf das heimkehrende Kind wartet.</p>
<p>Das Kultusministerium hat deshalb 2017 den Schulleitungen folgende „Empfehlungen“ zum Thema „Hitzefrei“ gegeben (Infodienst Schulleitung Nr. 267/2017; ergänzt am 20.6.2018, AZ: 31-6501.0/34): »Auch wenn vereinzelt landesweit zwingende Regelungen gefordert werden, werden wir weiterhin aus guten Gründen von einer generellen Vorgabe absehen: Denn Sie müssen je nach Situation vor Ort unter anderem Betreuungsfragen klären, die etwa Schülerinnen und Schüler betreffen, die aus dem Umland kommen und bei „Hitzefrei“ nicht einfach nach Hause fahren können. Deshalb entscheiden die Schulleitungen nach wie vor in eigener Zuständigkeit, ob und unter welchen Voraussetzungen sie „Hitzefrei“ geben. Entscheidend ist das körperliche Wohl der Schülerinnen und Schüler entsprechend der konkreten örtlichen Verhältnisse. Hierbei sind die Schulen an die Rahmenvorgaben des Programms „Verlässliche Grundschule“ bzw. der Zeiten für Ganztagsschulen gebunden, da es gerade für berufstätige Eltern wichtig ist, ihr Kind während des Zeitrahmens der Ganztagsschule in der Schule bzw. einer Betreuung zu wissen. Einvernehmliche Regelungen vor Ort sind zwingend.«</p>
<p>Das KM empfiehlt den Schulleitungen, sich bei ihrer Entscheidung an den Kriterien der Bekanntmachung aus dem Jahr 1975 zu orientieren. Zu diesen „Kriterien“ gehört: „Hitzefrei“ gibt es frühestens nach der vierten Stunde vom allgemeinen Unterrichtsbeginn der Schule an gerechnet; Mit dem Bus zur Schule Kommenden müssen bis zur Gelegenheit der Heimfahrt Aufenthaltsräume zur Verfügung stehen; solange müssen sie auch beaufsichtigt werden. Hitzefrei gibt es nicht für die beruflichen Schulen und nicht für die gymnasiale Oberstufe. Ausdrücklich hat das Ministerium vor fünf Jahren hinzugefügt: »Wir empfehlen Ihnen außerdem, den Umgang an Ihrer Schule mit dem Thema „Hitzefrei“ mit dem Elternbeirat und auch in der Schulkonferenz zu beraten, um die gewichtigen Interessen der Eltern zu berücksichtigen.«</p>
<p>Das ist richtig, aber diese gemeinsame Erörterung sollte sich nicht auf „hitzefrei“ beschränken, sondern „Unsere Schule und der Klimawandel“ lauten. Heute wird der Grenzwert „25 Grad um 11&nbsp;Uhr“ an so vielen Tagen erreicht, dass es bisweilen ein Dauer-Hitzefrei geben könnte. Da dürfte es wichtiger sein, nach den notwendigen baulichen und organisatorischen Veränderungen in der einzelnen Schule zu fragen, nach Sonnenschutz, Lüftungsmöglichkeiten, ökologisch vertretbaren Klimaschutzmaßnahmen. Denn nicht jede Schule ist ein kühler Altbau, und in manchen architektonischen Kunstwerken der Neuzeit wurden die Jalousien vergessen und kann man nicht einmal die Fenster öffnen. Da kann die Elternvertretung zum Verbündeten der Schule werden, denn sie kann öffentlich und mit Nachdruck gegenüber dem Schulträger für die Verbesserung der Schulverhältnisse eintreten (§ 57 Abs. 1 Nr. 5 Schulgesetz macht dem Elternbeirat die Mitwirkung an der „Beseitigung von Störungen der Schularbeit durch Mängel der äußeren Schulverhältnisse“ zur Pflicht).</p>]]></media:description>
                      <guid isPermaLink="true">https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2023-24/sib-schuljahr-2023-24-nr-6-juli-2024/930-hitzefrei-hitzefrei?format=html</guid>
           <description><![CDATA[<h3><strong>Eltern fragen – Michael Rux antwortet</strong></h3>
<p><strong>Frage:</strong> In vergangenen Jahren war es zeitweise schon im Frühjahr so warm (besser gesagt: heiß), dass wir alle ins Schwitzen kamen – bis zur Gesundheitsgefährdung oder dem Kollaps. Früher gab’s an der Schule „hitzefrei“ und manchmal sogar das Gerücht, jemand habe das Thermometer auf dem Schulhof mit einem Streichholz auf 25 Grad hochgetrieben, damit wir alle früher heimkehren konnten. Wie sieht das heute aus?</p>
<p><strong>Michael Rux:</strong> <br />Letztmalig hat das Kultusministerium im Jahr 1975 per „Bekanntmachung“ die damalige Praxis bestätigt: Einen „Ausfall des Unterrichts an besonders heißen Sommertagen“ durfte die Schulleitung anordnen, wenn die Außentemperatur um 10 Uhr mindestens 25 Grad Celsius im Schatten betrug. Aber „früher“ ist vorbei – schon deshalb, weil es 1975 noch keine Sommerzeit gab. Bei deren Berücksichtigung müsste der Grenzwert heute lauten: „25 Grad um 11 Uhr“.</p>
<p>Die zweite Veränderung: 1975 konnten die Schülerinnen und Schüler an sehr vielen Schulen noch problemlos „fußläufig“ nach Hause geschickt werden, wo sie von der Mutter als „Nur-Hausfrau“ in Empfang genommen wurden. Abgesehen davon, dass es schon immer problematisch war, Grundschulkinder einfach heimzuschicken, ist das heutzutage auch für die höheren Jahrgänge schon deshalb an vielen Schulen schlicht unmöglich, weil der Schulbus-Fahrplan das nicht zulässt und weil in vielen Familien niemand auf das heimkehrende Kind wartet.</p>
<p>Das Kultusministerium hat deshalb 2017 den Schulleitungen folgende „Empfehlungen“ zum Thema „Hitzefrei“ gegeben (Infodienst Schulleitung Nr. 267/2017; ergänzt am 20.6.2018, AZ: 31-6501.0/34): »Auch wenn vereinzelt landesweit zwingende Regelungen gefordert werden, werden wir weiterhin aus guten Gründen von einer generellen Vorgabe absehen: Denn Sie müssen je nach Situation vor Ort unter anderem Betreuungsfragen klären, die etwa Schülerinnen und Schüler betreffen, die aus dem Umland kommen und bei „Hitzefrei“ nicht einfach nach Hause fahren können. Deshalb entscheiden die Schulleitungen nach wie vor in eigener Zuständigkeit, ob und unter welchen Voraussetzungen sie „Hitzefrei“ geben. Entscheidend ist das körperliche Wohl der Schülerinnen und Schüler entsprechend der konkreten örtlichen Verhältnisse. Hierbei sind die Schulen an die Rahmenvorgaben des Programms „Verlässliche Grundschule“ bzw. der Zeiten für Ganztagsschulen gebunden, da es gerade für berufstätige Eltern wichtig ist, ihr Kind während des Zeitrahmens der Ganztagsschule in der Schule bzw. einer Betreuung zu wissen. Einvernehmliche Regelungen vor Ort sind zwingend.«</p>
<p>Das KM empfiehlt den Schulleitungen, sich bei ihrer Entscheidung an den Kriterien der Bekanntmachung aus dem Jahr 1975 zu orientieren. Zu diesen „Kriterien“ gehört: „Hitzefrei“ gibt es frühestens nach der vierten Stunde vom allgemeinen Unterrichtsbeginn der Schule an gerechnet; Mit dem Bus zur Schule Kommenden müssen bis zur Gelegenheit der Heimfahrt Aufenthaltsräume zur Verfügung stehen; solange müssen sie auch beaufsichtigt werden. Hitzefrei gibt es nicht für die beruflichen Schulen und nicht für die gymnasiale Oberstufe. Ausdrücklich hat das Ministerium vor fünf Jahren hinzugefügt: »Wir empfehlen Ihnen außerdem, den Umgang an Ihrer Schule mit dem Thema „Hitzefrei“ mit dem Elternbeirat und auch in der Schulkonferenz zu beraten, um die gewichtigen Interessen der Eltern zu berücksichtigen.«</p>
<p>Das ist richtig, aber diese gemeinsame Erörterung sollte sich nicht auf „hitzefrei“ beschränken, sondern „Unsere Schule und der Klimawandel“ lauten. Heute wird der Grenzwert „25 Grad um 11&nbsp;Uhr“ an so vielen Tagen erreicht, dass es bisweilen ein Dauer-Hitzefrei geben könnte. Da dürfte es wichtiger sein, nach den notwendigen baulichen und organisatorischen Veränderungen in der einzelnen Schule zu fragen, nach Sonnenschutz, Lüftungsmöglichkeiten, ökologisch vertretbaren Klimaschutzmaßnahmen. Denn nicht jede Schule ist ein kühler Altbau, und in manchen architektonischen Kunstwerken der Neuzeit wurden die Jalousien vergessen und kann man nicht einmal die Fenster öffnen. Da kann die Elternvertretung zum Verbündeten der Schule werden, denn sie kann öffentlich und mit Nachdruck gegenüber dem Schulträger für die Verbesserung der Schulverhältnisse eintreten (§ 57 Abs. 1 Nr. 5 Schulgesetz macht dem Elternbeirat die Mitwirkung an der „Beseitigung von Störungen der Schularbeit durch Mängel der äußeren Schulverhältnisse“ zur Pflicht).</p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>SiB, Schuljahr 2023/24, Nr 6, Juli 2024</category>
           <pubDate>Fri, 19 Jul 2024 08:12:56 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Make the Länd great again</title>
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           <media:title type="plain">Make the Länd great again</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von Aline Sommer-Noack</span></p>
<p><strong>Es mutet ein bisschen an wie bei „Deutschland sucht den Superstar“. Oder wenigstens wie beim „Eurovision Song Contest“. Einmal im Jahr wird von der Robert Bosch Stiftung der Deutsche Schulpreis vergeben und die Show rund um die Verleihung ist so großartig wie Preisgeld und Anerkennung selbst: Bis zu 100.000 Euro können Schulen hier gewinnen. Seit 2020 konnte sich keine Schule aus Baden-Württemberg mehr durchsetzen.</strong></p>
<p>Aus Sigmaringen und Merdingen waren Teams der Sebastian-Ott-Schule und Hermann-Brommer-Schule im Herbst 2023 nach Berlin gereist. Sie waren nominiert für den Deutschen Schulpreis 2023, gingen aber leider leer aus. So wie alle nominierten Schulen aus dem Ländle seit 2020, als letztmals Südwest-Schulen mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurden. Beim Deutschen Schulpreis 2024, der im Oktober in Berlin vergeben wird, findet sich nicht einmal eine baden-württembergische Schule unter den Nominierten. Ein Gewinn ist zwar bereits eine Teilnahme am Wettbewerb durch Selbstevaluation, Feedback und die Möglichkeit, an dem 15-monatigen Programm „Forum des Deutschen Schulpreises“ teilzunehmen, das unterschiedliche Unterstützungsangebote bietet. Aber zu den Gewinnern zu zählen, ist dann trotzdem nochmal etwas anderes.</p>
<h3><strong>Fokus Schulpreis 2025</strong></h3>
<p>Der Fokus liegt daher bereits auf 2025. Bis Ende Januar kommenden Jahres können für den nächstjährigen Schulpreis Bewerbungen eingereicht werden. Leitfrage für den nächstjährigen Wettbewerb ist: „Wie gestalten Sie an Ihrer Schule qualitätsvolles Lehren und Lernen?“ Ab 1.&nbsp;August können Bewerbungen eingereicht werden; sich grundsätzlich mit der Frage beschäftigen, ob eine Bewerbung für die eigene Schule in Frage kommt, kann man allerdings bereits heute.</p>
<p>Den Ausrichtern des Deutschen Schulpreises geht es nicht nur um das eigentlich Herausragende, sondern auch um die Motivation dahinter: „Wesentlich bei der Bewerbung ist nicht nur die Beschreibung, was Sie im Bereich des Unterrichts, des Lehrens und Lernens, tun oder welche Unterrichtsmethoden Sie einsetzen, sondern ebenso die substanzielle Begründung, warum dies – mit Blick auf Ihre Schülerinnen und Schüler und deren Voraussetzungen und Möglichkeiten – getan wird und wie dabei konkret eine hohe Qualität gesichert wird.“</p>
<p>Vorschlagen kann man Schulen sogar ganzjährig. Ein Vorschlag ist weit weniger umfangreich als eine Bewerbung und kann auch von einzelnen Eltern oder Schülern eingereicht werden. Die Vorschläge werden gesichtet, und bei Aussicht auf Erfolg kontaktiert die ausrichtende Robert Bosch Stiftung dann die mögliche Kandidatenschule und legt ihr eine Bewerbung nahe.</p>
<h3><strong>Lehrkräftepreis</strong></h3>
<p>Anders als der Schulpreis, bei dem es vor allem um Teamwork und Schulentwicklung geht, also um die möglichst breitenwirksame Methodik einer Schule, die allen Kindern zugute kommt, geht es beim Lehrkräftepreis um das Individuum „Lehrkraft“. Gesucht werden Lehrkräfte, die ihre Schülerinnen und Schüler stärken, Schulleitungen, die Ihr Kollegium mit Weitblick motivieren oder Lehrkräfte-Teams, die mit innovativen Unterrichtsprojekten begeistern.</p>
<p>Bei der letzten Runde des Lehrkräftepreises wurden gleich zwei Preise nach Baden-Württemberg vergeben. Harmeet Dawan von der Mathilde-Planck-Schule Ludwigsburg als „Ausgezeichnete Lehrkraft“ wurde ebenso geehrt wie das Team aus Johannes Heitmann und Alena Bauer vom Kolleg St. Blasien (1. Preis „Unterricht innovativ“). Seit 2012 kamen laut Website des Lehrkräftepreises jedes Jahr Vertreterinnen und Vertreter aus Baden-Württemberg zum Zug.</p>
<p>Für den Lehrkräftepreis können Schülerinnen und Schüler ihre Lehrkräfte, sowie Lehrerinnen und Lehrer selbst ihre Kollegen nominieren. Bis zum 15. September 2024 können Vorschläge eingereicht werden. <br />Also: Make #THELÄND great again...</p>
<p class="alert-info" style="padding:15px;">Auf deutscher-schulpreis.de finden sich umfassende Informationen zum Bewerbungsprozess, wie man eine Schule vorschlagen kann, wer die bisherigen Gewinnerschulen waren und vieles mehr.<br />Deadline für eine Bewerbung für den Deutschen Schulpreis 2025 ist der 31. Januar 2025, eine Bewerbung ist ab 1.&nbsp;August 2024 möglich.<br />Die Seite lehrkraeftepreis.de bietet alle Informationen rund um die aktuellen Preisträgerinnen und Preisträger, die verschiedenen Kategorien und die Nominierungs-Richtlinien.<br />Aktuell können Lehrkräfte noch für den Lehrkräftepreis 2024 vorgeschlagen werden. Nominierungsende ist der 15. September 2024 – eine perfekte Aufgabe für die Sommerferien...</p>]]></media:description>
                      <guid isPermaLink="true">https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2023-24/sib-schuljahr-2023-24-nr-6-juli-2024/929-make-the-laend-great-again?format=html</guid>
           <description><![CDATA[<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Beitrag von Aline Sommer-Noack</span></p>
<p><strong>Es mutet ein bisschen an wie bei „Deutschland sucht den Superstar“. Oder wenigstens wie beim „Eurovision Song Contest“. Einmal im Jahr wird von der Robert Bosch Stiftung der Deutsche Schulpreis vergeben und die Show rund um die Verleihung ist so großartig wie Preisgeld und Anerkennung selbst: Bis zu 100.000 Euro können Schulen hier gewinnen. Seit 2020 konnte sich keine Schule aus Baden-Württemberg mehr durchsetzen.</strong></p>
<p>Aus Sigmaringen und Merdingen waren Teams der Sebastian-Ott-Schule und Hermann-Brommer-Schule im Herbst 2023 nach Berlin gereist. Sie waren nominiert für den Deutschen Schulpreis 2023, gingen aber leider leer aus. So wie alle nominierten Schulen aus dem Ländle seit 2020, als letztmals Südwest-Schulen mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurden. Beim Deutschen Schulpreis 2024, der im Oktober in Berlin vergeben wird, findet sich nicht einmal eine baden-württembergische Schule unter den Nominierten. Ein Gewinn ist zwar bereits eine Teilnahme am Wettbewerb durch Selbstevaluation, Feedback und die Möglichkeit, an dem 15-monatigen Programm „Forum des Deutschen Schulpreises“ teilzunehmen, das unterschiedliche Unterstützungsangebote bietet. Aber zu den Gewinnern zu zählen, ist dann trotzdem nochmal etwas anderes.</p>
<h3><strong>Fokus Schulpreis 2025</strong></h3>
<p>Der Fokus liegt daher bereits auf 2025. Bis Ende Januar kommenden Jahres können für den nächstjährigen Schulpreis Bewerbungen eingereicht werden. Leitfrage für den nächstjährigen Wettbewerb ist: „Wie gestalten Sie an Ihrer Schule qualitätsvolles Lehren und Lernen?“ Ab 1.&nbsp;August können Bewerbungen eingereicht werden; sich grundsätzlich mit der Frage beschäftigen, ob eine Bewerbung für die eigene Schule in Frage kommt, kann man allerdings bereits heute.</p>
<p>Den Ausrichtern des Deutschen Schulpreises geht es nicht nur um das eigentlich Herausragende, sondern auch um die Motivation dahinter: „Wesentlich bei der Bewerbung ist nicht nur die Beschreibung, was Sie im Bereich des Unterrichts, des Lehrens und Lernens, tun oder welche Unterrichtsmethoden Sie einsetzen, sondern ebenso die substanzielle Begründung, warum dies – mit Blick auf Ihre Schülerinnen und Schüler und deren Voraussetzungen und Möglichkeiten – getan wird und wie dabei konkret eine hohe Qualität gesichert wird.“</p>
<p>Vorschlagen kann man Schulen sogar ganzjährig. Ein Vorschlag ist weit weniger umfangreich als eine Bewerbung und kann auch von einzelnen Eltern oder Schülern eingereicht werden. Die Vorschläge werden gesichtet, und bei Aussicht auf Erfolg kontaktiert die ausrichtende Robert Bosch Stiftung dann die mögliche Kandidatenschule und legt ihr eine Bewerbung nahe.</p>
<h3><strong>Lehrkräftepreis</strong></h3>
<p>Anders als der Schulpreis, bei dem es vor allem um Teamwork und Schulentwicklung geht, also um die möglichst breitenwirksame Methodik einer Schule, die allen Kindern zugute kommt, geht es beim Lehrkräftepreis um das Individuum „Lehrkraft“. Gesucht werden Lehrkräfte, die ihre Schülerinnen und Schüler stärken, Schulleitungen, die Ihr Kollegium mit Weitblick motivieren oder Lehrkräfte-Teams, die mit innovativen Unterrichtsprojekten begeistern.</p>
<p>Bei der letzten Runde des Lehrkräftepreises wurden gleich zwei Preise nach Baden-Württemberg vergeben. Harmeet Dawan von der Mathilde-Planck-Schule Ludwigsburg als „Ausgezeichnete Lehrkraft“ wurde ebenso geehrt wie das Team aus Johannes Heitmann und Alena Bauer vom Kolleg St. Blasien (1. Preis „Unterricht innovativ“). Seit 2012 kamen laut Website des Lehrkräftepreises jedes Jahr Vertreterinnen und Vertreter aus Baden-Württemberg zum Zug.</p>
<p>Für den Lehrkräftepreis können Schülerinnen und Schüler ihre Lehrkräfte, sowie Lehrerinnen und Lehrer selbst ihre Kollegen nominieren. Bis zum 15. September 2024 können Vorschläge eingereicht werden. <br />Also: Make #THELÄND great again...</p>
<p class="alert-info" style="padding:15px;">Auf deutscher-schulpreis.de finden sich umfassende Informationen zum Bewerbungsprozess, wie man eine Schule vorschlagen kann, wer die bisherigen Gewinnerschulen waren und vieles mehr.<br />Deadline für eine Bewerbung für den Deutschen Schulpreis 2025 ist der 31. Januar 2025, eine Bewerbung ist ab 1.&nbsp;August 2024 möglich.<br />Die Seite lehrkraeftepreis.de bietet alle Informationen rund um die aktuellen Preisträgerinnen und Preisträger, die verschiedenen Kategorien und die Nominierungs-Richtlinien.<br />Aktuell können Lehrkräfte noch für den Lehrkräftepreis 2024 vorgeschlagen werden. Nominierungsende ist der 15. September 2024 – eine perfekte Aufgabe für die Sommerferien...</p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>SiB, Schuljahr 2023/24, Nr 6, Juli 2024</category>
           <pubDate>Fri, 19 Jul 2024 08:12:31 +0200</pubDate>
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          </channel>
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