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       <title>SiB, Schuljahr 2023/24, Nr 4, April 2024 - Landeselternbeirat Baden-Württemberg</title>
       <description><![CDATA[<p class="h6">VIER ARTIKEL ALS LESEBROBE FINDEN SIE WEITER UNTEN. HIER DAS VORWORT ZU DIESER AUSGABE:</p>
<p>Liebe Leserin. lieber Leser,</p>
<p>Berufsorientierung ist für viele ein Begriff, der im schulischen Kontext weit in der Zukunft liegt. Das gilt für die Kinder genauso wie für Eltern und viele Lehrkräfte. Und dann ist es häufig plötzlich zu spät.&nbsp;</p>
<p>Die Beschäftigung mit verschiedenen Ausbildungs- und Studiengängen, das Kennenlernen unterschiedlicher Berufszweige und Optionen, das Schnuppern in Richtung Arbeitswelt muss von allen Beteiligten ernster&nbsp;genommen werden.&nbsp;Diese Ausgabe der Schule im Blickpunkt möchte dazu anregen. Der Landeselternbeirat ist im intensiven Austausch mit Gremien, Verbänden und der Schulverwaltung, um das Thema immer wieder ins Bewusstsein zu rücken und Schule somit eine echte Vorbereitung aufs Leben vermitteln zu lassen. Aber natürlich müssen auch Eltern im familiären Kontext das Thema ernst nehmen und ihre Kinder begleiten, ermutigen und unterstützen.&nbsp;</p>
<p>Berufsorientierung ist dabei eines der Beispiele, wie leicht man die Begriffe „Bildung“ und „Ausbildung“ verwechseln kann. Gerade im Zuge der Wiedereinführung von G9 hört man häufig Sätze wie: „Da kommen die jungen Leute nach 12 Jahren ins Leben und können nicht mal eine Steuererklärung ausfüllen oder eine Versicherung abschließen!“ Die Versuchung, lebenspraktische Inhalte in die Bildungspläne aufzunehmen, scheint groß und je nach Stärke der Lobby hat das ein oder andere auch Erfolg.<br />Nur: Was ist Bildung –&nbsp;&nbsp;und was ist Ausbildung? Soll Schule nicht vielmehr den Unterbau schaffen? Sie Fähigkeiten vermitteln, sich mit Unbekanntem zu befassen? Die Grundlagen legen, um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen? Und wäre in diesem Sinne dann eben nicht&nbsp;doch die schnöde Mathematik oder die allgemeine Gemeinschaftskunde wichtiger als spezialisierte Inhalte mit Versicherungen und Steuererklärungen?&nbsp;</p>
<p>Das gilt es gut abzuwägen. Nicht nur bei den Überlegungen, womit die zusätzlichen Wochenstunden in einem G9 gefüllt werden. Sondern grundsätzlich bei der Gestaltung von Bildungsplänen oder der Neuaufnahme neuer Unterrichtsinhalte durch technolgischen oder gesellschaftlichen Fortschritt.&nbsp;</p>
<p>Insbesondere im Bereich Informatik ist diese Betrachtung wichtig. Denn hier sind spezifische Inhalte oft schon veraltet, wenn sie im langwierigen Prozess der Aufnahme als Unterrichtsstoff alle Etappen durchlaufen haben und in der Schule bei den Kindern ankommen. Wir Eltern erinnern uns teilweise schmerzlich an sinnlose Informatik-Stunden, die mit dem Programmieren in der Sprache „Turbo Pascal“ verbummelt wurden, während diese bereits total veraltet war.&nbsp;</p>
<p>Wenn wir es schaffen, grundlegende und allgemeine Bildung statt spezifischer Ausbildung ins Zentrum der schulischen Inhalte zu stellen, sind wir – so glaube ich – besser für die Zukunft gerüstet, auch in der Berufsorientierung. Das sollten wir ins Zentrum unserer Betrachtungen stellen:<br /><strong>Für unsere Kinder.</strong></p>
<p>Sebastian Kölsch<br />Vorsitzender des 20. Landeselternbeirats</p>]]></description>
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           <title>Von Mut und Chancen: arbeiterkind.de</title>
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           <media:title type="plain">Von Mut und Chancen: arbeiterkind.de</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<h2><strong>ArbeiterKind.de öffnet Türen zur akademischen Welt</strong></h2>
<p>Obwohl berufliche Orientierung an vielen Schulen schon ein fester Bestandteil ist, wird oft übersehen, welchen Einfluss die soziale Herkunft auf die berufliche Orientierung nimmt. Wenn beide Eltern beispielsweise nicht studiert haben, ist die Hürde, selbst ein Studium zu beginnen, sehr viel höher als für Jugendliche aus einem Akademikerhaushalt.</p>
<h3><strong>Vorbehalte gegenüber dem Studium prägen die Entscheidung</strong></h3>
<p>Das zeigen die Zahlen: Derzeit schaffen 79 von 100 Kindern aus Akademikerhaushalten den Übergang an die Hochschule, aber nur 27 von 100 Arbeiterkindern (Hochschulbildungsreport 2020). Grund dafür sind häufig Ängste und Vorbehalte gegenüber dem Studium bei Eltern und Kindern. Ohne eigene akademische Erfahrungen fällt es schwerer, sein Kind bei inhaltlichen oder organisatorischen Fragen zu unterstützen. Gerade wenn die unterschiedlichen Finanzierungsmöglichkeiten nicht bekannt sind, kann die Vorstellung, mehrere Jahre ohne festes Einkommen in ein Studium zu investieren, Sorgen vor Schulden auslösen. Um den Weg an die Uni zu erleichtern, unterstützt die Organisation ArbeiterKind.de seit 2008 mit einem vielfältigen Angebot alle, die als Erste aus ihrer Familie studieren wollen.</p>
<blockquote>„Ich engagiere mich bei ArbeiterKind.de, um Schülern und Studierenden die Hilfe zu geben, die ich selbst gebraucht hätte.<br />Ich möchte Menschen Mut machen, diese Hürden gemeinsam anzugehen, und vermitteln, dass Hilfe annehmen und gegenseitige Unterstützung keine persönliche Schwäche, sondern eine Stärke ist, die in Leben und Beruf auch weiter wichtig ist.“</blockquote>
<dl class="blockquote-footer">Jessica Schulz, ArbeiterKind.de-Gruppe Freiburg</dl>
<h3><strong>Unterstützer für Erststudierende</strong></h3>
<p>Durch kostenlose Infoveranstaltungen, persönliche Unterstützung und Schulbesuche machen Ehrenamtliche Schülern und Studierenden Mut, ihren eigenen Weg zu gehen und helfen bei allen Themen rund ums Studium. Sie erzählen dabei von ihren eigenen Geschichten und berichten von Erfahrungen aus dem Studium. Mittlerweile setzt sich ArbeiterKind.de aus einem Netzwerk von tausenden Ehrenamtlichen zusammen, die in rund 80 lokalen Gruppen organisiert sind. Davon sind allein 12 lokale Gruppen in Baden-Württemberg vertreten. Diese befinden sich in Aalen, Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Karlsruhe, Konstanz, Mannheim, Stuttgart, Tübingen-Reutlingen, Ulm und Weingarten. Die lokalen Gruppen setzen sich aus Studierenden, Berufstätigen und im Rentenbezug Stehenden zusammen, die andere mit ihren persönlichen Erfahrungen im Rahmen von Schulbesuchen, Sprechstunden und offenen Treffen unterstützen möchten.</p>
<h3><strong>Kooperationen und Bildungstrends</strong></h3>
<p>Auch in Baden-Württemberg ist der „Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg […] noch zu stark“, so das Kernergebnis des IQB-Bildungstrends 2021. Um das Engagement in Baden-Württemberg weiterhin zu stärken und langfristig in den Schulplan aufzunehmen, kooperiert ArbeiterKind.de mit vielen Schulen, darunter besonders eng mit sieben Partnerschulen, und freut sich, seit November 2023 auch die Zeppelinschule in Fellbach zu diesem engen Kreis zählen zu dürfen. So ist es möglich, dauerhaft bei der akademischen Orientierung zu unterstützen. 2022 konnte ArbeiterKind.de alleine in Baden-Württemberg über 2.400 Ratsuchende mit Veranstaltungen erreichen, darunter vor allem Schülerinnen und Schüler. Das unterstreicht, warum es wichtig ist, bereits im Schulalter mit der beruflichen Orientierung zu beginnen und sensibel für die unterschiedlichen Situationen zu sein, in denen sich Menschen aufgrund ihrer sozialen Herkunft befinden. Unsere Mitarbeiterinnen Jaana Espenlaub und Cansu Doğan sind die Ansprechpartnerinnen für alle Themen rund um Engagement, Kooperationen und Veranstaltungen in Baden-Württemberg.</p>
<hr />
<h6>Weiterführende Informationen</h6>
<p>24.126 Ehrenamtliche waren 2022 bei Schulbesuchen, offenen Treffen, an Infoständen, am Infotelefon und bei weiteren persönlichen Gesprächen vor Ort. 2021 waren es 20.180. Nach einer Corona-Delle hofft arbeiterkind.de sich wieder Vor-Corona- Zahlen anzunähern: 2019 waren es über 30.000 Ehrenamtliche. <br />Lokale Gruppen in Baden-Württemberg gibt es in Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Freiburg, Konstanz, Ravensburg/Weingarten, Ulm, Reutlingen, Tübingen, Stuttgart, Aalen und Heilbronn.</p>
<p><a href="https://www.arbeiterkind.de" target="_blank" rel="noopener" class="btn-primary">www.arbeiterkind.de</a></p>]]></media:description>
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           <description><![CDATA[<h2><strong>ArbeiterKind.de öffnet Türen zur akademischen Welt</strong></h2>
<p>Obwohl berufliche Orientierung an vielen Schulen schon ein fester Bestandteil ist, wird oft übersehen, welchen Einfluss die soziale Herkunft auf die berufliche Orientierung nimmt. Wenn beide Eltern beispielsweise nicht studiert haben, ist die Hürde, selbst ein Studium zu beginnen, sehr viel höher als für Jugendliche aus einem Akademikerhaushalt.</p>
<h3><strong>Vorbehalte gegenüber dem Studium prägen die Entscheidung</strong></h3>
<p>Das zeigen die Zahlen: Derzeit schaffen 79 von 100 Kindern aus Akademikerhaushalten den Übergang an die Hochschule, aber nur 27 von 100 Arbeiterkindern (Hochschulbildungsreport 2020). Grund dafür sind häufig Ängste und Vorbehalte gegenüber dem Studium bei Eltern und Kindern. Ohne eigene akademische Erfahrungen fällt es schwerer, sein Kind bei inhaltlichen oder organisatorischen Fragen zu unterstützen. Gerade wenn die unterschiedlichen Finanzierungsmöglichkeiten nicht bekannt sind, kann die Vorstellung, mehrere Jahre ohne festes Einkommen in ein Studium zu investieren, Sorgen vor Schulden auslösen. Um den Weg an die Uni zu erleichtern, unterstützt die Organisation ArbeiterKind.de seit 2008 mit einem vielfältigen Angebot alle, die als Erste aus ihrer Familie studieren wollen.</p>
<blockquote>„Ich engagiere mich bei ArbeiterKind.de, um Schülern und Studierenden die Hilfe zu geben, die ich selbst gebraucht hätte.<br />Ich möchte Menschen Mut machen, diese Hürden gemeinsam anzugehen, und vermitteln, dass Hilfe annehmen und gegenseitige Unterstützung keine persönliche Schwäche, sondern eine Stärke ist, die in Leben und Beruf auch weiter wichtig ist.“</blockquote>
<dl class="blockquote-footer">Jessica Schulz, ArbeiterKind.de-Gruppe Freiburg</dl>
<h3><strong>Unterstützer für Erststudierende</strong></h3>
<p>Durch kostenlose Infoveranstaltungen, persönliche Unterstützung und Schulbesuche machen Ehrenamtliche Schülern und Studierenden Mut, ihren eigenen Weg zu gehen und helfen bei allen Themen rund ums Studium. Sie erzählen dabei von ihren eigenen Geschichten und berichten von Erfahrungen aus dem Studium. Mittlerweile setzt sich ArbeiterKind.de aus einem Netzwerk von tausenden Ehrenamtlichen zusammen, die in rund 80 lokalen Gruppen organisiert sind. Davon sind allein 12 lokale Gruppen in Baden-Württemberg vertreten. Diese befinden sich in Aalen, Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Karlsruhe, Konstanz, Mannheim, Stuttgart, Tübingen-Reutlingen, Ulm und Weingarten. Die lokalen Gruppen setzen sich aus Studierenden, Berufstätigen und im Rentenbezug Stehenden zusammen, die andere mit ihren persönlichen Erfahrungen im Rahmen von Schulbesuchen, Sprechstunden und offenen Treffen unterstützen möchten.</p>
<h3><strong>Kooperationen und Bildungstrends</strong></h3>
<p>Auch in Baden-Württemberg ist der „Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg […] noch zu stark“, so das Kernergebnis des IQB-Bildungstrends 2021. Um das Engagement in Baden-Württemberg weiterhin zu stärken und langfristig in den Schulplan aufzunehmen, kooperiert ArbeiterKind.de mit vielen Schulen, darunter besonders eng mit sieben Partnerschulen, und freut sich, seit November 2023 auch die Zeppelinschule in Fellbach zu diesem engen Kreis zählen zu dürfen. So ist es möglich, dauerhaft bei der akademischen Orientierung zu unterstützen. 2022 konnte ArbeiterKind.de alleine in Baden-Württemberg über 2.400 Ratsuchende mit Veranstaltungen erreichen, darunter vor allem Schülerinnen und Schüler. Das unterstreicht, warum es wichtig ist, bereits im Schulalter mit der beruflichen Orientierung zu beginnen und sensibel für die unterschiedlichen Situationen zu sein, in denen sich Menschen aufgrund ihrer sozialen Herkunft befinden. Unsere Mitarbeiterinnen Jaana Espenlaub und Cansu Doğan sind die Ansprechpartnerinnen für alle Themen rund um Engagement, Kooperationen und Veranstaltungen in Baden-Württemberg.</p>
<hr />
<h6>Weiterführende Informationen</h6>
<p>24.126 Ehrenamtliche waren 2022 bei Schulbesuchen, offenen Treffen, an Infoständen, am Infotelefon und bei weiteren persönlichen Gesprächen vor Ort. 2021 waren es 20.180. Nach einer Corona-Delle hofft arbeiterkind.de sich wieder Vor-Corona- Zahlen anzunähern: 2019 waren es über 30.000 Ehrenamtliche. <br />Lokale Gruppen in Baden-Württemberg gibt es in Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Freiburg, Konstanz, Ravensburg/Weingarten, Ulm, Reutlingen, Tübingen, Stuttgart, Aalen und Heilbronn.</p>
<p><a href="https://www.arbeiterkind.de" target="_blank" rel="noopener" class="btn-primary">www.arbeiterkind.de</a></p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>SiB, Schuljahr 2023/24, Nr 4, April 2024</category>
           <pubDate>Thu, 25 Apr 2024 17:13:54 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Volljährig – und dann?!</title>
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           <media:title type="plain">Volljährig – und dann?!</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<h3><strong>Eltern fragen – Michael Rux antwortet</strong></h3>
<p><strong>Frage:</strong> In diesem Jahr wird unser Sohn volljährig. Dann hätten wir Eltern in der Schule nicht mehr mitzureden, meint er, und er könne jetzt endlich aus eigener Kraft die Schule schwänzen: Ab 18 dürfte er sich für sein Fehlen nämlich bei der Leitung seiner beruflichen Schule selbst entschuldigen. Kann das denn wahr sein?</p>
<p><strong>Antwort: </strong>Tatsächlich wird Ihr Sohn zwar mit 18 „volljährig“; er muss alle Bürgerpflichten ausschließlich und vollständig selbst übernehmen, er ist nicht mehr schulpflichtig und er entscheidet auch selbst, welchen Bildungsweg er einschlagen will. Es obliegt also ihm allein, sichbei seiner Schule an- oder auch abzumelden.</p>
<p>Allerdings: Mit der Anmeldung unterwirft er sich der Schulordnung. Rechtlich tritt an die Stelle der Schulpflicht eine Pflicht zur Teilnahme am Unterricht. Ihr volljähriger Sohn besitzt tatsächlich ein „Selbstentschuldigungsrecht“, allerdings kann er sein Fernbleiben nur im Rahmen der laut Schulbesuchsverordnung auch sonst zulässigen Gründe „entschuldigen“ – er darf also mit der Begründung: „Ich hatte Fieber und musste zum Arzt gehen, der mir ein Attest ausgestellt hat“ zuhause bleiben, aber ohne Begründung oder gar mit „Ich hatte gestern keine Lust“ kommt er nicht durch. Wenn der/die Klassenlehrer*in ihm für unentschuldigtes Fehlen vier Stunden Nachsitzen verpasst, muss er am Nachmittag brav in die Schule kommen – und wenn so etwas öfter passiert, kann die Schule bei Bedarf den ganzen Katalog der Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen (§ 90 SchG) anwenden, bis zum Schulausschluss. Zwar entfällt bei Volljährigen die bei solchen Maßnahmen vorgesehene Anhörung oder Mitwirkung der Erziehungsberechtigten, aber das hilft diesen nicht (ist möglicherweise ein Nachteil, denn ohne Elternbeistand kommt man sich leicht verloren vor).</p>
<p>Das kollektive Mitwirkungsrecht der Eltern bleibt erhalten (SchG § 55 Abs. 3), denn mit dem 18. Geburtstag mag die „Erziehung“ durch die Eltern ihr Ende gefunden haben (auch bei manchen Sechzehnjährigen ist bekanntlich nicht mehr viel zu „erziehen“), aber um ihr Kind kümmern dürfen sich Eltern auch über den Eintritt der rechtlichen Volljährigkeit hinaus. Deshalb dürfen in Baden-Württemberg auch die Eltern von Zwanzigjährigen, solange ihr Kind eine öffentliche berufliche Schule oder ein Gymnasium besucht, sehr wohl am „Elternabend“ teilnehmen und sie dürfen auch zu Klassenelternvertreter*innen gewählt und damit zugleich in den Elternbeirat entsandt werden (§ 1 Abs. 2 Elternbeiratsverordnung).</p>
<p>Die Zeugnisse müssen weder von den Eltern noch den volljährigen Schüler*innen unterschrieben werden – sie sind trotzdem in vollem Umfang gültig. Heikel ist vor allem die Frage, ob Eltern Einzelheiten über das Schulverhältnis erfahren dürfen. Da denkt man gleich an den Datenschutz. Aber bei Auskünften der Schule an die Eltern wird das Einverständnis der volljährigen Schüler*innen vorausgesetzt, solange diese gegenüber der Schule keine ausdrückliche anderslautende Erklärung abgegeben haben. Gemäß § 55 Abs. 3 SchG kann die Schule den Eltern auch personenbezogene Auskünfte erteilen oder Mitteilungen machen, wenn kein gegenteiliger Wille der volljährigen Schüler*in erkennbar ist oder wenn eine Gefahr für wesentlich überwiegende Rechtsgüter wie Leben, Leib, Freiheit oder Eigentum zu befürchten ist und die Auskunft oder Mitteilung angemessen ist, die Gefahr abzuwenden oder zu verringern. Dies gilt auch, wenn ein Schulausschluss angedroht wird. Allerdings muss die Schule Volljährige über die Möglichkeit personenbezogener Auskünfte und Mitteilungen an die Eltern allgemein oder im Einzelfall belehren. Es besteht gegenüber Volljährigen keine Aufsichtspflicht im üblichen Sinne, jedoch die allgemeine Verkehrssicherungspflicht und die sich aus dem Schulverhältnis ergebende Fürsorgepflicht der Schule. Volljährige dürfen also das Schulgelände in der großen Pause verlassen, aber die Schule muss sich trotzdem darum kümmern, dass gefahrenträchtige Zustände oder Aktionen vermieden werden.</p>]]></media:description>
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           <description><![CDATA[<h3><strong>Eltern fragen – Michael Rux antwortet</strong></h3>
<p><strong>Frage:</strong> In diesem Jahr wird unser Sohn volljährig. Dann hätten wir Eltern in der Schule nicht mehr mitzureden, meint er, und er könne jetzt endlich aus eigener Kraft die Schule schwänzen: Ab 18 dürfte er sich für sein Fehlen nämlich bei der Leitung seiner beruflichen Schule selbst entschuldigen. Kann das denn wahr sein?</p>
<p><strong>Antwort: </strong>Tatsächlich wird Ihr Sohn zwar mit 18 „volljährig“; er muss alle Bürgerpflichten ausschließlich und vollständig selbst übernehmen, er ist nicht mehr schulpflichtig und er entscheidet auch selbst, welchen Bildungsweg er einschlagen will. Es obliegt also ihm allein, sichbei seiner Schule an- oder auch abzumelden.</p>
<p>Allerdings: Mit der Anmeldung unterwirft er sich der Schulordnung. Rechtlich tritt an die Stelle der Schulpflicht eine Pflicht zur Teilnahme am Unterricht. Ihr volljähriger Sohn besitzt tatsächlich ein „Selbstentschuldigungsrecht“, allerdings kann er sein Fernbleiben nur im Rahmen der laut Schulbesuchsverordnung auch sonst zulässigen Gründe „entschuldigen“ – er darf also mit der Begründung: „Ich hatte Fieber und musste zum Arzt gehen, der mir ein Attest ausgestellt hat“ zuhause bleiben, aber ohne Begründung oder gar mit „Ich hatte gestern keine Lust“ kommt er nicht durch. Wenn der/die Klassenlehrer*in ihm für unentschuldigtes Fehlen vier Stunden Nachsitzen verpasst, muss er am Nachmittag brav in die Schule kommen – und wenn so etwas öfter passiert, kann die Schule bei Bedarf den ganzen Katalog der Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen (§ 90 SchG) anwenden, bis zum Schulausschluss. Zwar entfällt bei Volljährigen die bei solchen Maßnahmen vorgesehene Anhörung oder Mitwirkung der Erziehungsberechtigten, aber das hilft diesen nicht (ist möglicherweise ein Nachteil, denn ohne Elternbeistand kommt man sich leicht verloren vor).</p>
<p>Das kollektive Mitwirkungsrecht der Eltern bleibt erhalten (SchG § 55 Abs. 3), denn mit dem 18. Geburtstag mag die „Erziehung“ durch die Eltern ihr Ende gefunden haben (auch bei manchen Sechzehnjährigen ist bekanntlich nicht mehr viel zu „erziehen“), aber um ihr Kind kümmern dürfen sich Eltern auch über den Eintritt der rechtlichen Volljährigkeit hinaus. Deshalb dürfen in Baden-Württemberg auch die Eltern von Zwanzigjährigen, solange ihr Kind eine öffentliche berufliche Schule oder ein Gymnasium besucht, sehr wohl am „Elternabend“ teilnehmen und sie dürfen auch zu Klassenelternvertreter*innen gewählt und damit zugleich in den Elternbeirat entsandt werden (§ 1 Abs. 2 Elternbeiratsverordnung).</p>
<p>Die Zeugnisse müssen weder von den Eltern noch den volljährigen Schüler*innen unterschrieben werden – sie sind trotzdem in vollem Umfang gültig. Heikel ist vor allem die Frage, ob Eltern Einzelheiten über das Schulverhältnis erfahren dürfen. Da denkt man gleich an den Datenschutz. Aber bei Auskünften der Schule an die Eltern wird das Einverständnis der volljährigen Schüler*innen vorausgesetzt, solange diese gegenüber der Schule keine ausdrückliche anderslautende Erklärung abgegeben haben. Gemäß § 55 Abs. 3 SchG kann die Schule den Eltern auch personenbezogene Auskünfte erteilen oder Mitteilungen machen, wenn kein gegenteiliger Wille der volljährigen Schüler*in erkennbar ist oder wenn eine Gefahr für wesentlich überwiegende Rechtsgüter wie Leben, Leib, Freiheit oder Eigentum zu befürchten ist und die Auskunft oder Mitteilung angemessen ist, die Gefahr abzuwenden oder zu verringern. Dies gilt auch, wenn ein Schulausschluss angedroht wird. Allerdings muss die Schule Volljährige über die Möglichkeit personenbezogener Auskünfte und Mitteilungen an die Eltern allgemein oder im Einzelfall belehren. Es besteht gegenüber Volljährigen keine Aufsichtspflicht im üblichen Sinne, jedoch die allgemeine Verkehrssicherungspflicht und die sich aus dem Schulverhältnis ergebende Fürsorgepflicht der Schule. Volljährige dürfen also das Schulgelände in der großen Pause verlassen, aber die Schule muss sich trotzdem darum kümmern, dass gefahrenträchtige Zustände oder Aktionen vermieden werden.</p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>SiB, Schuljahr 2023/24, Nr 4, April 2024</category>
           <pubDate>Thu, 25 Apr 2024 17:13:32 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>Würzburger Modell: vertiefte Berufsorientierung</title>
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           <media:title type="plain">Würzburger Modell: vertiefte Berufsorientierung</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<p>In Bayern kennt man die Berufsorientierung meist als „buchbare Lerneinheit“, bei denen Referenten für bestimmte Zeiträume an die Mittelschulen kommen. Diese Module sind jedoch nur temporär und nicht dauerhaft an den Schulen installiert.</p>
<h3><strong>Kontinuität ist der Schlüssel zum Erfolg</strong></h3>
<p>Anders dagegen die vertiefte Berufsorientierung (vBO) im Landkreis und seit zwei Jahren auch in der Stadt Würzburg. Sie ist ein Angebot an Mittelschulen für Schüler der Vorabgangsund Abgangsklassen, um sie gezielt und systematisch auf den Übergang in einen Beruf vorzubereiten. Und das permanent und im ganzen Schuljahr durch Mitarbeiter, den sogenannten Übergangsmanagern, die direkt in den Schulen beschäftigt sind. So wurde in den vergangenen zehn Jahren ein wertvolles Netzwerk in der Region aufgebaut, von dem die Schüler beim Einstieg in die Ausbildung, aber auch die Unternehmen und Betriebe vor Ort bei der Suche nach Auszubildenden profitieren.</p>
<h3><strong>Nachhaltigkeit sorgt für stetige Optimierung</strong></h3>
<p>Lokale, aber auch überregionale Unternehmen werden in die Schulen eingeladen, um ihre Ausbildungsberufe vorzustellen. So ist der direkte Kontakt zwischen Schülern und Betrieben gegeben. Auch in Sachen Nachhaltigkeit nutzt dieses Netzwerk: Die Übergangsmanager sind angehalten, den ausbildungstechnischen Werdegang ihrer Schüler zu beobachten.</p>
<h3><strong>Ansprechpartner und Förderer</strong></h3>
<p>Die vBO hilft bei der Berufswahl, der Wahl und Suche nach Praktikums- und Ausbildungsstellen bzw. Alternativen, der Praktikumsbegleitung, -betreuung und Nachbereitung, der Erstellung individueller Bewerbungsunterlagen sowie der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche und Einstellungstests. Sie gibt mit Beginn der 8. Klasse Hilfestellungen und Unterstützung. Durch sinnvoll abgestimmte Praktika bekommen die Schüler die Möglichkeit, in den Betrieben verschiedene Arbeitsbereiche und ein breites Spektrum an beruflichen Tätigkeiten kennen zu lernen und frühzeitig Kontakt zu Ausbildungsbetrieben aufbauen. Der Betrieb kann die Zeit nutzen, um die individuellen Interessen und Stärken der Schülerinnen und Schüler zu erkennen und so wichtige Entscheidungshilfen bei der Auswahl von Auszubildenden zu erhalten. Zukünftige Bewerber erhalten durch das Praktikum realistische Vorstellungen vom Berufsalltag und finden Sicherheit in der Berufswahl. Auch in Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Arbeitsagentur und bei schwierigeren Fällen der Schulsozialarbeit und anderen Institutionen.</p>
<h3><strong>Zur Nachahmung empfohlen</strong></h3>
<p>Stadt und Landkreis Würzburg sind mit diesem Modell der vBO anderen Regionen voraus – individuell, maßgeschneidert, persönlich und erfolgreich. Von etwa 1500 Schülern sind ca. 95 % in eine Ausbildung gekommen. Nur die Stadt München erlaubt sich derzeit ein ähnliches, kommunal finanziertes Modell.</p>]]></media:description>
                      <guid isPermaLink="true">https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2023-24/sib-schuljahr-2023-24-nr-4-april-2024/910-wuerzburger-modell-vertiefte-berufsorientierung?format=html</guid>
           <description><![CDATA[<p>In Bayern kennt man die Berufsorientierung meist als „buchbare Lerneinheit“, bei denen Referenten für bestimmte Zeiträume an die Mittelschulen kommen. Diese Module sind jedoch nur temporär und nicht dauerhaft an den Schulen installiert.</p>
<h3><strong>Kontinuität ist der Schlüssel zum Erfolg</strong></h3>
<p>Anders dagegen die vertiefte Berufsorientierung (vBO) im Landkreis und seit zwei Jahren auch in der Stadt Würzburg. Sie ist ein Angebot an Mittelschulen für Schüler der Vorabgangsund Abgangsklassen, um sie gezielt und systematisch auf den Übergang in einen Beruf vorzubereiten. Und das permanent und im ganzen Schuljahr durch Mitarbeiter, den sogenannten Übergangsmanagern, die direkt in den Schulen beschäftigt sind. So wurde in den vergangenen zehn Jahren ein wertvolles Netzwerk in der Region aufgebaut, von dem die Schüler beim Einstieg in die Ausbildung, aber auch die Unternehmen und Betriebe vor Ort bei der Suche nach Auszubildenden profitieren.</p>
<h3><strong>Nachhaltigkeit sorgt für stetige Optimierung</strong></h3>
<p>Lokale, aber auch überregionale Unternehmen werden in die Schulen eingeladen, um ihre Ausbildungsberufe vorzustellen. So ist der direkte Kontakt zwischen Schülern und Betrieben gegeben. Auch in Sachen Nachhaltigkeit nutzt dieses Netzwerk: Die Übergangsmanager sind angehalten, den ausbildungstechnischen Werdegang ihrer Schüler zu beobachten.</p>
<h3><strong>Ansprechpartner und Förderer</strong></h3>
<p>Die vBO hilft bei der Berufswahl, der Wahl und Suche nach Praktikums- und Ausbildungsstellen bzw. Alternativen, der Praktikumsbegleitung, -betreuung und Nachbereitung, der Erstellung individueller Bewerbungsunterlagen sowie der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche und Einstellungstests. Sie gibt mit Beginn der 8. Klasse Hilfestellungen und Unterstützung. Durch sinnvoll abgestimmte Praktika bekommen die Schüler die Möglichkeit, in den Betrieben verschiedene Arbeitsbereiche und ein breites Spektrum an beruflichen Tätigkeiten kennen zu lernen und frühzeitig Kontakt zu Ausbildungsbetrieben aufbauen. Der Betrieb kann die Zeit nutzen, um die individuellen Interessen und Stärken der Schülerinnen und Schüler zu erkennen und so wichtige Entscheidungshilfen bei der Auswahl von Auszubildenden zu erhalten. Zukünftige Bewerber erhalten durch das Praktikum realistische Vorstellungen vom Berufsalltag und finden Sicherheit in der Berufswahl. Auch in Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Arbeitsagentur und bei schwierigeren Fällen der Schulsozialarbeit und anderen Institutionen.</p>
<h3><strong>Zur Nachahmung empfohlen</strong></h3>
<p>Stadt und Landkreis Würzburg sind mit diesem Modell der vBO anderen Regionen voraus – individuell, maßgeschneidert, persönlich und erfolgreich. Von etwa 1500 Schülern sind ca. 95 % in eine Ausbildung gekommen. Nur die Stadt München erlaubt sich derzeit ein ähnliches, kommunal finanziertes Modell.</p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>SiB, Schuljahr 2023/24, Nr 4, April 2024</category>
           <pubDate>Thu, 25 Apr 2024 17:12:53 +0200</pubDate>
       </item>
              <item>
           <title>»Heutige Jugend« – gar nicht so verloren</title>
           <link>https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2023-24/sib-schuljahr-2023-24-nr-4-april-2024/909-heutige-jugend-gar-nicht-so-verloren?format=html</link>
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           <media:title type="plain">»Heutige Jugend« – gar nicht so verloren</media:title>
           <media:description type="html"><![CDATA[<h2><strong>Die „Generation Z“ in der Berufsorientierung</strong></h2>
<p>In einer Umfrage für eine Diplomarbeit wurde die „Generation Z“ (Jahrgänge 1995-2012) rund um Berufsorientierung befragt. Eltern können Jugendliche durch zunehmende Verantwortungsübernahme im täglichen Leben unterstützen, die notwendige Verantwortung bei der schwierigen Berufsorientierung und vor allem in der Ausbildung selbst besser zu meistern.</p>
<h3><strong>Zusammenfassend ein paar Ergebnisse</strong></h3>
<p>Der Druck zur biografischen Selbstoptimierung, gepaart mit den schier unzähligen Möglichkeiten an Berufsoptionen stresst Jugendliche oftmals und macht sie diesbezüglich orientierungslos. Der Beruf soll Sinnhaftigkeit, Selbstverwirklichung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Verdienst und vieles mehr in sich vereinen. Jugendliche möchten Gelegenheiten, sich auszuprobieren, um eigene Stärken und Schwächen kennenzulernen. Teilweise fehlt ihnen Freiraum für außerschulisches Engagement aufgrund hoher schulischer Anforderungen.</p>
<h3><strong>Hilfe zur Selbsthilfe</strong></h3>
<p>Die Hälfte der Befragten gab an, dass es am hilfreichsten für ihre Berufsorientierung war, eigene Erfahrungen zu sammeln. Sich mit Eltern und Freunden auszutauschen, die einen gut kennen und ebenso mit Personen, die den möglicherweise angestrebten Beruf bereits ausüben, wurde als hilfreich gewertet. Berufsorientierungsmessen sowie Informationen über die möglichen Berufe zu erhalten, wurde positiv gewertet. Für viele wa- ren die Angebote der Schulen hilfreich, es wurde aber noch mehr Unterstützung gewünscht. Für fast die Hälfte der Befragten brachten die Angebote der Agentur für Arbeit nichts oder nur wenig. Im Hinblick auf diverse Tests kam es stark auf die Qualität derselben an. Privates berufliches Coaching bewerteten jene, die sie in Anspruch nahmen, größtenteils sehr positiv und schätzten den neutralen Blick.</p>
<h3><strong>Probieren geht über Digitalisierung</strong></h3>
<p>Als „digital natives“, wie man die Gen-Zler auch nennt, die fast nie ohne digitale Endgeräte anzutreffen sind, bevorzugen sie hinsichtlich der Berufsorientierung mit je circa 40 % das persönliche Gespräch sowie das reale Ausprobieren. Feedback zu erhalten, zum Beispiel zu ihren eigenen Stärken und Schwächen, ist ihnen sehr wichtig. Wie könnte die Gen Z nun besser in ihrer beruflichen Orientierung unterstützt werden?</p>
<h3><strong>Der Weg ist das Ziel</strong></h3>
<p>Praktische Mithilfe in Schule, Familie, Haus und Garten verhilft den Jugendlichen dazu, eigene Fähigkeiten, Stärken und Schwächen zu erkennen und sie ggf. auszubauen. Die Sozialkompetenz kann dadurch ebenso gestärkt werden. <br />Durch den Ausbau schulischer Praktika-Optionen, die Kontakte zu ortsnahen Unternehmen und die Durchführung lokaler Berufsmessen entstehen weitere hilfreiche Verknüpfungen und Hilfestellungen. Individuelle Unterstützung wie berufliches Coaching, qualitativ gute Tests und klares, zeitnahes Feedback an die Jugendlichen versprechen gute Erfolge. Eine wichtige Zielsetzung sollte sein, junge Menschen bei zunehmender Übertragung von Verantwortung zu unterstützen, anstatt jegliche Verpflichtung von ihnen fernzuhalten, um dann mit Schulabschluss von ihnen zu erwarten, dass sie fortan selbstverantwortlich sämtliche Entscheidungen allein treffen können.</p>
<hr />
<h6>Zur Autorin</h6>
<p class="small">Simone Annerl-Birkenmaier ist Mutter zweier Teenager, Erzieherin, Sozialarbeiterin, Elternbeiratsvorsitzende, in der Jugendarbeit ehrenamtlich Engagierte, sowie Coach und Dozentin bei einem Bildungsträger für berufliche Orientierung. Vor diesem Hintergrund widmete sie sich im Rahmen ihrer Diplomarbeit zur betrieblichen Mentorin dem Thema der beruflichen Orientierung der „Generation Z“.</p>]]></media:description>
                      <guid isPermaLink="true">https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2023-24/sib-schuljahr-2023-24-nr-4-april-2024/909-heutige-jugend-gar-nicht-so-verloren?format=html</guid>
           <description><![CDATA[<h2><strong>Die „Generation Z“ in der Berufsorientierung</strong></h2>
<p>In einer Umfrage für eine Diplomarbeit wurde die „Generation Z“ (Jahrgänge 1995-2012) rund um Berufsorientierung befragt. Eltern können Jugendliche durch zunehmende Verantwortungsübernahme im täglichen Leben unterstützen, die notwendige Verantwortung bei der schwierigen Berufsorientierung und vor allem in der Ausbildung selbst besser zu meistern.</p>
<h3><strong>Zusammenfassend ein paar Ergebnisse</strong></h3>
<p>Der Druck zur biografischen Selbstoptimierung, gepaart mit den schier unzähligen Möglichkeiten an Berufsoptionen stresst Jugendliche oftmals und macht sie diesbezüglich orientierungslos. Der Beruf soll Sinnhaftigkeit, Selbstverwirklichung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Verdienst und vieles mehr in sich vereinen. Jugendliche möchten Gelegenheiten, sich auszuprobieren, um eigene Stärken und Schwächen kennenzulernen. Teilweise fehlt ihnen Freiraum für außerschulisches Engagement aufgrund hoher schulischer Anforderungen.</p>
<h3><strong>Hilfe zur Selbsthilfe</strong></h3>
<p>Die Hälfte der Befragten gab an, dass es am hilfreichsten für ihre Berufsorientierung war, eigene Erfahrungen zu sammeln. Sich mit Eltern und Freunden auszutauschen, die einen gut kennen und ebenso mit Personen, die den möglicherweise angestrebten Beruf bereits ausüben, wurde als hilfreich gewertet. Berufsorientierungsmessen sowie Informationen über die möglichen Berufe zu erhalten, wurde positiv gewertet. Für viele wa- ren die Angebote der Schulen hilfreich, es wurde aber noch mehr Unterstützung gewünscht. Für fast die Hälfte der Befragten brachten die Angebote der Agentur für Arbeit nichts oder nur wenig. Im Hinblick auf diverse Tests kam es stark auf die Qualität derselben an. Privates berufliches Coaching bewerteten jene, die sie in Anspruch nahmen, größtenteils sehr positiv und schätzten den neutralen Blick.</p>
<h3><strong>Probieren geht über Digitalisierung</strong></h3>
<p>Als „digital natives“, wie man die Gen-Zler auch nennt, die fast nie ohne digitale Endgeräte anzutreffen sind, bevorzugen sie hinsichtlich der Berufsorientierung mit je circa 40 % das persönliche Gespräch sowie das reale Ausprobieren. Feedback zu erhalten, zum Beispiel zu ihren eigenen Stärken und Schwächen, ist ihnen sehr wichtig. Wie könnte die Gen Z nun besser in ihrer beruflichen Orientierung unterstützt werden?</p>
<h3><strong>Der Weg ist das Ziel</strong></h3>
<p>Praktische Mithilfe in Schule, Familie, Haus und Garten verhilft den Jugendlichen dazu, eigene Fähigkeiten, Stärken und Schwächen zu erkennen und sie ggf. auszubauen. Die Sozialkompetenz kann dadurch ebenso gestärkt werden. <br />Durch den Ausbau schulischer Praktika-Optionen, die Kontakte zu ortsnahen Unternehmen und die Durchführung lokaler Berufsmessen entstehen weitere hilfreiche Verknüpfungen und Hilfestellungen. Individuelle Unterstützung wie berufliches Coaching, qualitativ gute Tests und klares, zeitnahes Feedback an die Jugendlichen versprechen gute Erfolge. Eine wichtige Zielsetzung sollte sein, junge Menschen bei zunehmender Übertragung von Verantwortung zu unterstützen, anstatt jegliche Verpflichtung von ihnen fernzuhalten, um dann mit Schulabschluss von ihnen zu erwarten, dass sie fortan selbstverantwortlich sämtliche Entscheidungen allein treffen können.</p>
<hr />
<h6>Zur Autorin</h6>
<p class="small">Simone Annerl-Birkenmaier ist Mutter zweier Teenager, Erzieherin, Sozialarbeiterin, Elternbeiratsvorsitzende, in der Jugendarbeit ehrenamtlich Engagierte, sowie Coach und Dozentin bei einem Bildungsträger für berufliche Orientierung. Vor diesem Hintergrund widmete sie sich im Rahmen ihrer Diplomarbeit zur betrieblichen Mentorin dem Thema der beruflichen Orientierung der „Generation Z“.</p>]]></description>
           <author>vorsitz@leb-bw.de (Sebastian Kölsch)</author>
           <category>SiB, Schuljahr 2023/24, Nr 4, April 2024</category>
           <pubDate>Thu, 25 Apr 2024 17:12:20 +0200</pubDate>
       </item>
          </channel>
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